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Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte,
heute startet das diesjährige, von Annette Maye gegründete MULTIPHONICS FESTIVAL und es präsentiert bis 26.09. wieder kreative Klarinettenmusik von herausragenden Musiker*innen aus allen Ecken der Welt. Unter anderem erwarten euch folgende Doppelkonzerte: Köln: 21.09. Louis Sclavis & Kris Davis | 22.09. Sistanagila mit Shirley Brill & Mahan Mirarab | 25.09. Paquito d'Rivera & FisFüz & New York Gypsy Allstars Wuppertal: 21.09. Sistanagila mit Shirley Brill & Mahan Mirarab | 23.09. Louis Sclavis & Kris Davis | 24.09. FisFüz & New York Gypsy Allstars
Wir verlosen je 2 x 2 Tickets unter allen, die uns bis 17.09. eine Mail mit dem Betreff „Verlosung“, dem gewünschten Konzert und der Antwort auf unsere heutige Gewinnspielfrage senden: "Wie heißt das progressive Jazzlabel, das von Patrik Zosso und Sarah Chaksad gegründet wurde?"
Liebste Grüße,
Eure Mane
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THEMEN – AUSGABE SEPTEMBER 2022
1) MADISON CUNNINGHAM – „Revealer“ (Americana | Singer-/Songwriter) 2) MARILYN MAZURS SHAMANIA – „Rerooting“ (World | Jazz) 3) SOLJU – „Uvjamuohta / Pulverschnee“ (World) 4) JULIA SCHEESER – “Silbertablett” (Pop) 5) CALYPSO ROSE – „Forever“ (World) 6) KITTY SOLARIS – „Girls & Music“ (Pop)
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1) MADISON CUNNINGHAM – „Revealer“
Americana | Singer-/Songwriter (USA) Der Rolling Stone beschreibt die Musik von Madison Cunningham so: “...a new spin on West Coast folk-rock, with classical tendencies, electric guitars, jazz-school chord changes and alt-rock strut all living under the same roof”. Wer die Musik von Jeff Buckley, Joni Mitchell oder Fiona Apple liebt, könnte am neuen Album der Singer-Songwriterin jedenfalls Gefallen finden. Zweimal wurde die 26Jährige bereits mit einer Grammy-Nominierung geadelt - “Best Americana Album“ beim Debüt 2019 und “Best Folk Album 2022“ für ihre EP "Wednesday". Talent hat sie also reichlich, noch dazu scheint sie sich aber eine kindliche Experimentierfreude bewahrt zu haben, die ihr die besten Ideen beschert. Im Mittelpunkt der Musik steht ihr souveräner, unverwechselbarer Gesang und ihr einfallsreiches, fingerfertiges (E-)Gitarrenspiel. Daneben tobt sie sich noch an Bass, Mellotron, Cello, Mandocello, Drums, Synthies, Piano, Percussion, Wurlitzer und Sound Effects aus. Ihre Songs schielen nicht auf Radiotauglichkeit, sie sind tiefgründig, genau auf den Punkt, aber auch voller Umwege und überraschender Twists. Die Songs handeln von einer krisenbehafteten Zeit, sie entstanden während der Pandemie und als Cunninghams Großmutter starb. Das macht "Revealer" zu einem Zeitzeugnis, einer Art Überlebenshandbuch, in dem Trauer, Depression, Wut, Angst und Apathie Platz finden und in etwas Kraftvollem münden.
VÖ: 09.11.2022 | Verve Forecast | 11 Tracks | Infos
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2) MARILYN MAZURS SHAMANIA – „Rerooting“
World | Jazz (Skandinavien) Shamania ist wieder da! Die 2015 von der preisgekrönten Schlagzeugerin und Komponistin Marilyn Mazur gegründete "Stammesversammlung" weiblicher musikalischer Kräfte, allesamt freischaffende Musikerinnen der skandinavischen Musikszene: Josefine Cronholm (voc), Sissel Vera Petterson (voc/sax), Hildegunn Øiseth (tr/goat horn), Lotte Anker (ts/ss), Lis Wessberg (tb), Makiko Hirabayashi (p/keys), Ida Gormsen (b), Lisbeth Diers (perc) und Anna Lund (dr). Nach dem erfolgreichen Debüt (2019), das den Preis der deutschen Schallplattenkritik erhielt, erscheint nun das zweite Album auf einem neuen Label, dem von Patrik Zosso und Sarah Chaksad gegründeten, progressiven Jazzlabel & Fanplattform CLAP YOUR HANDS. Das Album beginnt mit Ziegenhorn, Udu und Gesang, sie stimmen mit dem „Solnedgangskanon“ (Sonnenuntergangskanon) ein. Weitere ungewöhnliche Klangfarben wie die tibetische Wassertrommel, Balafon oder die Nagelgeige, verschiedene Trommeln, Kalimba, Congas und Gongs bereichern das Instrumentarium auf dem Album. Neben rituell anmutenden Tracks, die vor allem von Stimmen und Percussion getragen werden, und zwei Gongsoli für den Frieden gibt es jede Menge jazzy Vibes und Bigband-Feeling. Der Song „Rerooting“ steht für den Moment, als die Musikerinnen nach langer pandemiebedingter Selbstisolation wieder zusammen kamen. Es ist eine Musik, die tief durchatmen lässt, die Vertrauen und Zusammenhalt verströmt, aber auch einzelne Musikerinnen in Soli strahlen lässt. VÖ: 16.09.2022 | CYH | 16 Tracks | Infos
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3) SOLJU – „Uvjamuohta / Pulverschnee“
World (Finnland) In der Sprache der Sam*innen gibt es angeblich über 300 Wörter für verschiedene Arten von Schnee und über 100 Wörter für ein Rentier. Das muss eine erstaunliche Lebenswelt in einer der nördlichsten Regionen Europas sein! Die Ureinwohner*innen besingen sie mit den sog. Joiks und verbinden sich dabei mit den Menschen, Tieren und Naturphänomenen. Auch in der Musik von Solju, der Band von Ulla Pirttijärvi und ihrer Tochter Hildá Länsman, kommen diese Gesänge vor. Ihr Debüt bekam den kanadischen Indigenous Music Award und wurde für zahlreiche Preise, u.a. den nationalen Grammy als bestes Ethno-Album nominiert. Auch auf dem Nachfolger verbinden sie die Joiks wieder mit moderner Popmusik. Die Melodien und Lyrics für „Uvjamuohta“ sind im Frühling entstanden, einer Jahreszeit, die von vielen Bewohner*innen Lapplands als die schönste bezeichnet wird. Mutter und Tochter sind in dieser Zeit häufig mit ihrer Rentierherde auf der Weide, ihre Songs beschreiben die Landschaft, die Tiere darin, den Wechsel der Stimmungen, ihre Verbundenheit mit ihren Vorfahren, aber auch den Klimawandel und die Ausbeutung durch Fischerei und Bergbau. Es ist ein interessanter Mix aus Indiepop und traditioneller Musik, die Sprache tut ihr übriges, sie klingt beschwörend und kraftvoll, poetisch.
VÖ: 09.09.2022 | Nordic Notes | 11 Tracks | Infos
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4) JULIA SCHEESER – “Silbertablett”
Pop (Deutschland) Auf ihrem zweiten Album „Silbertablett“ erzählt Julia Scheeser Geschichten aus ihrem persönlichen Leben zwischen Couch, Pub, Bulli und WG. Es geht um die vielen Verwirrungen, Glücksmomente und kleinen Tode, die die Liebe beschert, um Auszeiten vom Alltag, Sommertage und Partynächte mit zu vielen Optionen. Der Koffer als Symbol für den Abschied, das Pflaster als Sinnbild für eine schmerzhafte Trennung. Das großartige „Bei Dir“ zeichnet das schwierige Ausloten der Nähe in einer Partnerschaft nach. „Alles gut“ beschreibt die Suche der Mittzwanzigerin nach dem richtigen Weg. Ihr Weg war eigentlich vorgezeichnet: in einer Musikerfamilie geboren, wuchs Scheeser ganz natürlich in die Rolle der Studiosängerin hinein, übernahm Synchron-Gesangsrollen für Disney, studierte Musik. Ihr erstes Album wurde von Peter Plate (Rosenstolz, Sarah Connor) produziert. Dann kamen die Pandemie und eine Trennung, plötzlich hatte sie Zeit, sich zu überlegen, was sie eigentlich will. Mit ihrem Bandkollegen Elias Kunz und ihrer Band begann sie, an Sounds zu tüfteln, Neues auszuprobieren. Aus Gedanken, Erlebnissen und Momentaufnahmen wurden mitreißende Popsongs, mal wuchtig, mal zart („Kommen und gehen (Heimweh)“, „Schäfchen zählen“). Ganz am Ende wartet auf Geduldige ein zauberhafter hidden track, don’t miss! VÖ: 02.09.2022 | frauschulz management | 12 Tracks | Infos
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5) CALYPSO ROSE – „Forever“
World (Trinidad und Tobago/USA) Wie großartig ist das bitte schön, mit 82 Jahren noch neue Musik aufzulegen? So geschehen bei der Musikerin Rose McCartha Linda Sandy Lewis aka Calypso Rose. Sie blickt auf ein bewegtes, streitbares und erfolgreiches Leben zurück: Geboren in Trinidad und Tobago, hat sie mit 15 ihren ersten Calypso geschrieben, im Laufe ihrer Karriere sollten es über 800 Songs werden. Das war keinesfalls "normal" in der damaligen Zeit, sie musste sich dabei nicht nur unter ihren überwiegend männlichen Kollegen behaupten, sondern auch gegen Anfeindungen von kirchlichen Organisationen zur Wehr setzen, denn Auftritte von Frauen in den „Calypsozelten“ galten als unschicklich. Bereits in den 60ern feierte sie mit ihren Hits Erfolge („Fire In Me Wire“), trat mit Bob Marley auf und gewann als erste Frau den Calypso Monarch Wettbewerb 1978. Im zarten Alter von 75 legte ihre Karriere noch mal zu, als sie auf ihrem letzten Album „Far From Home“ (2015) mit Manu Chao kooperierte. Jetzt ist eine neue CD erschienen, auf der sie u.a. mit dem Garifuna Collective und Carlos Santana zu hören ist. Der Opener „Watina“ ist eine lebensfrohe Hommage an die Garifuna, ein karibisches Volk, das durch die Sklaverei gedemütigt wurde und heute verstreut in vielen Teilen Amerikas lebt. Ihr Album „Forever“ verströmt überhaupt pure Lebensfreude und ist empfehlenswert für alle, die zu Rocksteady, Soca, Ska oder Mento tanzen, ihre Sorgen vergessen und eine gute Zeit haben wollen. VÖ: 26.08.2022 | Because | 14 Tracks | Infos
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6) KITTY SOLARIS – „Girls & Music“
Pop (Deutschland) Starke Themen, die nach “Sommer, Sonne und Strand klingen“ – Kitty Solaris‘ achtes Album trägt den Titel „Girls And Music“ aus zweifacher Hinsicht. Das Album ist eine Art Requiem für den viel zu früh verstorbenen Freund, der wohl für Frauen und Musik eine Schwäche hatte. Zum anderen dreht sich in ihren 10 Songs alles um „Girls And Music“, um Self-Empowerment, die Musikindustrie, den ständigen Kampf um Anerkennung, das Überleben. Davon kann sie als Musikerin, Veranstalterin und Labelbetreiberin in diesen schwierigen Zeiten nicht nur ein Lied singen. Der Promotext nennt 60er Vibes, Synthie Pop und Disco Blues als Inspirationsquellen für ihren lässigen Sound. Alles gruppiert sich um Solaris' immer etwas entrückt klingenden Gesang und ihre melancholischen Gitarrenklänge, garniert mit Synthies & Beats und den Ideen des australischen Produzenten Damian Press. Das Ganze hat Sogwirkung, mit Zeilen wie Mantren, gerade richtig, um auf die Großstadtpirsch zu gehen und die Nacht zum Tag zu machen.
VÖ: 16.09.2022 | Solaris Empire | 10 Tracks | Infos
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