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Liebe Melodiven, Freundinnen & Freunde!
In diesem Monat wird es jazzig und das betrifft auch unsere Verlosung: das CHRISTINA SCHAMEI QUINTETT (s.#1) hat am 15.09. sein Debütalbum „Waves and White Horses“ (UNIT) veröffentlicht und Ihr habt die Chance, ein Exemplar zu gewinnen! Wir verlosen 3 CD's unter allen, die uns bis 24.09.2017 eine Mail mit dem Betreff "Verlosung" und ihrer Postadresse zuschicken. Viel Spaß beim Lesen & Lauschen!
Eure Mane & das MELODIVA-Redaktionsteam
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THEMEN – AUSGABE SEPTEMBER 2017
1) CHRISTINA SCHAMEI – „Waves And White Horses“ (Jazz) 2) TORI AMOS – „Native Invader“ (Pop) 3) KID BE KID – „Sold Out“ (Jazz | Singer-/Songwriter) 4) MARIA BAPTIST TRIO – „Poems Without Words“ (Jazz) 5) NOSOYO – „Resonate“ (Indie | Pop | Alternative) 6) KATHRINE WINDFELD BIG BAND – “Latency” (Jazz)
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1) CHRISTINA SCHAMEI QUINTETT – „Waves And White Horses“
Jazz (Deutschland)
Christina Schamei ist eine junge Kölner Sängerin und Komponistin, die sich bereits als Mitglied des Landesjugendjazzorchesters Hessen einen Namen gemacht hat und Stipendiatin u.a. bei Live Music Now Rhein-Ruhr war. Seit 2016 setzt sie sich als Gründungsmitglied des PENG Frauenjazzfestivals für eine größere Akzeptanz von Frauen im Jazz ein. Jetzt veröffentlicht sie mit ihrem Quintett ihr Debüt mit dem schönen Titel „Waves And White Horses“ mit Stücken, die sie und der Saxophonist Benedikt Koch geschrieben haben (und einem neu arrangierten Song von Nick Drake’s „River Man“ von 1969). Simon Seeberger am Piano, Caris Hermes am Bass und der Schlagzeuger Niklas Walter ergänzen die Band gefühlvoll. Es beginnt spannend mit dem namengebenden Stück; mit ihrer facettenreichen Stimme, die sich mal in warme, tiefe Gefilde begibt, dann wieder in kristallklare Höhen aufschwingt, führt sie in ihre phantastische Welt ein, in der sie von Schöpfung, Geburt, Tod, Zweifeln und Inspiration erzählt. Schamei setzt dabei ihre Stimme häufig wie ein Blasinstrument ein, singt synchron Melodien mit Saxophon oder Klavier, improvisiert über lange Passagen, lotet Klänge aus, experimentiert. Es sind eine zauberhafte Stimmung, bisweilen faszinierend unheilvoll, und die Mischung aus modernem Jazz und dunkler Romantik, die das Albums so besonders machen.
VÖ: 15.09.2017 | Unit Records | 8 Tracks | http://www.christinaschamei.de
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2) TORI AMOS – „Native Invader“
Pop (USA)
Der 7minütige dramatische Opener des 16. Studioalbums der US-Sängerin, Pianistin und Songwriterin weist den Weg: in diesem Album geht es ums große Ganze. In ihren 15 neuen Songs widmet sich Tori Amos der Frage, wie wir von der Natur lernen können, "präsent" zu sein, zuzuhören und wieder neue Kraft zu schöpfen: „Ich wollte akustisch und visuell erkunden, wie die Natur es immer wieder schafft, sich zu regenerieren. Die Frage drängt sich auf, ob wir tief in uns auch die Fähigkeit dazu besitzen?“. Dahinter stehen zum einen die Eindrücke, wie sich Amerika nach dem Wahlsieg Donald Trumps verändert hat, zum anderen eine schwere Erkrankung ihrer Mutter, die nach einem Schlaganfall nicht mehr sprechen kann. Letzterer hat sie ihr Lied „Mary’s Eyes“ gewidmet. Weise, teils kryptische Texte mit ihrer unvergleichlichen Stimme gesungen, ein opulentes Soundgewand mit zum Heulen schönen Klaviermelodien, das ist Tori Amos wie wir sie kennen und lieben. Ihre aktuellen Videos unterstreichen mit atemberaubend schönen Bildern ihre mahnende Botschaft. Im großartigen „Up The Creek“ beschwört sie uns, angesichts der Hoffnungslosigkeit, die sich durch den Klimawandel breit macht, zusammenzustehen und stark zu sein. Im berührenden „Reindeer King“ geht es darum, wieder zu sich selbst zu finden, wieder ganz zu werden. Seit 16.09. stellt sie ihr Album live in Europa vor.
VÖ: 08.09.2017 | Decca | 13 Tracks | Infos
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3) KID BE KID – „Sold Out“
Jazz | Singer-/Songwriter (Deutschland)
Die Berliner Musikerin vervielfacht sich auf ihrem ersten Album unter dem Namen Kid Be Kid selbst: sie singt und spielt Klavier und erzeugt dazwischen auch noch groovige Beats allein mit ihrem Mund. Es gibt keine Overdubs, keine Loops – obwohl sie unter dem Künstlernamen Loop Motor auch das an anderer Stelle tut – und keine Prerecordings. Das klingt ganz natürlich und flüssig, dass zunächst gar nicht zu hören ist, dass hier nicht 3 MusikerInnen am Werk sind. „Wir alle sind irgendwie Kinder und dürfen es auch sein - unvoreingenommen und verspielt dem Tag und Begegnungen entgegentreten. KID BE KID [beschreibt] eine Musikerin, die nichts von ihrem Spielzeug abgeben möchte und unbedingt alles zur selben Zeit tun will – Klavier spielen, singen und beatboxen“, hat sie uns im Interview erzählt. Wo nichts mit anderen MusikerInnen abgesprochen werden muss, sich dennoch Rhythmus, Melodie und Bassline synchron, aber eigenständig weiter entwickeln lassen, entsteht eine Freiheit, die sie schätzt und eine Spiellust und Experimentierfreude, die zu hören ist. Ihre schöne, luftige Stimme und ihr charmantes jazzig-warmes Klavierspiel reichert sie mit Breaks und rhythmisch vertrackten Wechseln an (was nicht verwunderlich ist, sie hat Jazz studiert). 8 Songs und ebenso viele kurze Interludes sind daraus entstanden, und für drei ihrer Lieder hatte sie befreundete Kreativköpfe (u.a. Julia Kadel) zu Besuch. Ab 15.09. ist sie auf Tour durch Deutschland und Österreich.
VÖ: 15.09.2017 | Springstoff | 16 Tracks | Infos
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4) MARIA BAPTIST TRIO – „Poems Without Words“
Jazz (Deutschland)
Mit 6 begann die Tochter eines Swingpianisten Klavier zu spielen, mit 11 zu komponieren. Schon in ihrer Jugend wollte sie aus dem engen Korsett der Klassik ausbrechen, war von Keith Jarrett’s Livealbum „The Köln Concert“ überwältigt. Diese Faszination hält bis heute an. Maria Baptist, die inzwischen als Professorin für Komposition, Improvisation, Arrangement und Tonsatz in Berlin lehrt und schon bekannte Orchester dirigiert hat, pendelt nicht nur zwischen New York und Berlin, sondern auch zwischen der Freiheit, aus dem Moment heraus zu improvisieren, und der Befriedigung, die sie beim Komponieren empfindet, wenn sie wie eine Architektin ihre Komposition konstruiert. Mit einem ihrer Projekte hat sie nun ihr neues Album veröffentlicht. Das „Maria Baptist Trio plus One“ – ihre eigens zusammen gestellte Lieblingsformation bestehend aus Fabian Timm am Bass, dem Saxophonisten Jan von Klewitz und dem Drummer John Betsch, mit dem sie schon seit den 90er Jahren zusammen spielt – war für einen Tag (!) im Studio und hat Baptist‘s „Gedichte ohne Worte“ aufgenommen. „Kompakt und erfrischend“ sei diese Zeit gewesen, wie sie im Interview erzählt. Es sind großartige Titel für Trio und Quartett, aber auch ein sehr schönes für Piano und Saxophon ("Turn Up The Silence“), in denen sie die Extreme von quirligen Uptempo-Nummern ("Running") bis hin zu ruhigen Stücken („The Moon stood still“) auslotet.
VÖ: 25.08.2017 | Maria Baptist Music | 9 Tracks | Infos
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5) NOSOYO – „Resonate“
Alternative | Pop | Indie (Deutschland)
Es war einmal eine 6köpfige Band namens Nosoyo mit Sitz in Amsterdam, doch als der Musiker Daim de Rijke dazustößt, funkt es musikalisch zwischen ihm und der Frontsängerin Donata Kramarz gewaltig, sodass die beiden sich auf den Weg nach Berlin machen, um fortan als Duo die Welt aus den Angeln zu heben. Und das ist ihnen gelungen. Mit ihrem puristischen Indiepop, den sie mit wenigen Mitteln auf die Bühne bringen, haben sie nicht nur 5 Mio. Spotify-Klicks erzielt und das Nachwuchs-Casting des diesjährigen W-Festivals gewonnen, sie sind auch als beste Newcomer für einen VIA! VUT Indie Award nominiert. Ihr Bandname ist Programm: „No so yo“ heißt im Spanischen „Ich bin nicht ich“ und es beschreibt sowohl das sich selbst Verlieren beim Musikmachen als auch das konstante sich Weiterentwickeln: "... wir sind beide überzeugt davon, dass man sich aussuchen kann wer man ist". Die Arbeitsteilung funktioniert perfekt, die Sängerin und Gitarristin ist die Songideengeberin, der Schlagzeuger de Rijke greift die Ideen auf, nimmt sie auseinander und setzt sie musikalisch um. Herausgekommen sind 11 eingängige tolle Songs, frei nach dem Prinzip „Weniger ist mehr“, und sehr hitverdächtig. Kramarz hat eine großartige, soulige Stimme, begleitet sich selbst mit knackigen Riffs an Gitarre und Bass und de Rijke steuert abwechslungsreiche Beats bei, ergänzt von Keys und Backgroundvocals, die den Sound fett machen.
VÖ: 25.08.2017 | Freudenhaus Records | 11 Tracks | Infos
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6) KATHRINE WINDFELD BIG BAND – “Latency”
Jazz (Dänemark)
Grade mal 30, hat die dänische Pianistin, Komponistin, Arrangeurin und Bigbandleaderin Kathrine Windfeld für ihr Debüt „Aircraft“ (2015) bereits einen Danish Music Award gewonnen. Mit ihrer Bigband spielt sie seit 2014 als ständiges Orchester in The Standard Jazz Club in Kopenhagen, wo sie mit Jazzgrößen wie Mike Stern (USA), Edda Magnason (SWE) und Nancy Harms (USA) gespielt und deren Musik für den jeweiligen Abend arrangiert hat. Nach der Schule hatte sie zuerst Dirigieren und Arrangieren für Bigband an der Uni in Kopenhagen studiert. In dieser Zeit spielte sie in dem experimentellen Quintett “Gespenst”, wo sie ihre Liebe zum Jazz und zur Improvisation entdeckte und was ihren Kompositionsstil maßgeblich prägte. Daraufhin studierte sie 2 Jahre Jazzpiano und wurde 2012 am Konservatorium in Malmö (Jazzperformance) zugelassen. 2014 stellte sie dann ein 15köpfiges Dreamteam zusammen, mit dem sie jetzt, nach dem fulminanten Debüt, die „schwierige No.2“ in die Welt entlassen hat. Es enthält weniger klassische Swingthemen, ist moderner und zeitgemäßer als die erste Platte. Die Bigband ist extrem gut eingespielt und ungeheuer dynamisch. Besonders stark sind für mich die Stücke, in denen Windfeld als Pianistin stärker in den Vordergrund tritt wie bei den eher melancholischen Stücken „Roadmovie“ und „Leaving Portland“. Spannend wird es nochmal beim letzten Stück, dem brumseligen „Wasp“ mit einem grandiosen Solo von Ida Karlsson am Tenorsax und einer Bläsersection, die alle Register zieht.
VÖ: 08.09.2017 | Stunt Records | 8 Tracks | Infos
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Auf MELODIVA findet Ihr weitere CD-Reviews von CAROLL VANWELDEN, CENTER, ULITA KNAUS, TUIJA KOMI, DUO HAND IN HAND, BEDOUINE, MARTA COLLICA, FEIST, SILKE EBERHARD TRIO u.v.m.... sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine: http://www.melodiva.de.
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Wer diesen Newsletter trotz seines überaus informativen, sorgfältig recherchierten und interessanten Gehalts in Zukunft lieber nicht mehr bekommen möchte, kann sich hier austragen.
Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas:
Hildegard Bernasconi, Mane Stelzer und
die Vorstandsfrauen: Lexi Rumpel und Gabi Rummel
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fon: +49 (0)69-4960-848
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ein Projekt des Trägervereins: Frauen machen Musik e.V.,
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