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Hallo Ihr lieben Melodiven & Freundinnen & Freunde!



Die Tage werden kürzer und schon kündigt sich herbstlicheres Wetter an - wer sich von Sommerfreude und exotischem Flair noch nicht verabschieden mag, sollte ihren/seinen Namen in unsere Lostrommel werfen, um die Chance zu ergreifen, BÊ IGNACIO's neues Album "Tropical Soul" (Label: Kennen UK) zu gewinnen! Wenn Ihr eins davon haben möchtet, schickt uns bis 18.09.2016 eine Mail mit dem Betreff "Verlosung" und Eurer Postadresse an musik@melodiva.de. Ab Ende September ist sie damit auf Tour in Deutschland. Und jetzt wünschen wir Euch viel Spaß mit den CD-Tipps,

Eure MELODIVEN

 
 
THEMEN – AUSGABE SEPTEMBER 2016

1) KAMA QUARTET - "A Love Supreme - Universal Tone" (Jazz)
2) LINA MALY – "Nur zu Besuch" 
(Pop | Singer/Songwriter
3) LEWIS & LEIGH – „Ghost“
(Americana
4) IZABELLA EFFENBERG TRIO - "Iza"
(Jazz
5) TORUN ERIKSEN – “Grand White Silk”
(Jazz | Pop)

 
 
 
 
 
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1) KAMA QUARTET - "A Love Supreme - Universal Tone"

Jazz (Deutschland)

Die CD beginnt mit einem schier endlosen, kraftvollen Tusch und schon zeigt das KaMa aka Katharina Maschmeyer Quartet, wo der Hammer hängt. Nach drei Studioalben und einer Live-Vinyl LP veröffentlichen sie erstmalig ein Tribute Album, das jede Menge Wums hat. Inspiriert von John Coltrane’s vierteiliger Suite „A Love Supreme“ knüpfen die vier an den Jazzrock-Fusion Sound des legendären Mahavishnu Orchestras um John McLaughlin an (das Cover ist dessen erstem Studioalbum „The Inner Mounting Flame“ nachempfunden). Musik ohne Ego, ohne Kalkül, spirituell, frei und ungebändigt, „the universal tone“, wie es Carlos Santana ausgedrückt hat - das ist das Konzept der Band um die Saxofonistin Katharina Maschmeyer und den Jazzrock-Gitarristen Nils Pollheide. „Wir haben es einfach geschehen lassen, dem „Universal Tone“ seinen Raum gelassen und ihm nicht durch zu viel Plan und Verkopftheit im Weg gestanden“, sagt Pollheide in einem Interview. Der vielseitige Gitarrist und die ausdrucksstarke Saxofonistin Maschmeyer, die auf dem Album auch eine wunderschön dunkle Bassklarinette spielt, agieren als sich toll ergänzende TonangeberInnen, ohne das Ganze zu sehr zu dominieren. Neben viel furios-rockigem Jazz wird es zwischendurch auch kontemplativ („Psalm“) – für mich die eigentlichen Highlights des Albums. Das liegt nicht zuletzt auch am Gastmusiker und „Bruder im Geiste“, am weltberühmten Percussionisten Nippy Noya, der seine musikalischen und spirituellen Erfahrungen mit in die Aufnahmesession brachte und in „Pursuance“ einen starken Auftritt hat. Er hatte außerdem die Idee für den Track „My Zen For You“; eine eindrückliche Improvisation, mit der das Album nach satten 63 Minuten auf leise Weise schließt.

VÖ: 02.09.16 | Neuklang | 7 Tracks | http://www.katharina-maschmeyer.com
 
 
 
 
 
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2) LINA MALY – "Nur zu Besuch"

Pop | Singer-/Songwriter  (Deutschland)    

Dass einen eine Künstlerin von den ersten Versen an um den Finger wickelt, dass man ihr gebannt an den Lippen hängt und ungläubig die Augen aufreißt, kommt ja jetzt nicht so oft vor (ich glaube, das ist mir zuletzt bei Käthe passiert). Als ich Lina Maly gehört habe, war das der Fall. Gerade mal 19 Jahre jung ist die Hamburgerin, hat soeben ihr Abi gemacht und ist schon bei Warner unter Vertrag. Ob sich das als Glück erweist, sei dahin gestellt. Auf ihrer Platte finden sich jedenfalls die von mir so geliebten Akustik-Versionen von "Schön genug", "Nur zu Besuch" und "Meine Leute", die sie - nur von einem in die Jahre gekommenen Klavier begleitet - singt. Das tut sie sehr tiefgründig-fragil, in sich gekehrt, ergreifend und ehrlich, und trifft mit ihren Texten den Nerv unserer Zeit und die Sorgen ihrer Generation mit erstaunlicher Treffsicherheit. Daneben gibt es die Band-Versionen der Songs sowie elf weitere Lieder, die für meinen Geschmack etwas zu sehr nach deutschsprachigem Einheits-Radiopop klingen. Vielleicht geht dabei ein bisschen was von ihrem Charakter verloren, aber trotzdem bleibt "Nur zu Besuch" ein beeindruckendes Debüt.

VÖ: 26.08.2016 | Warner | 17 Tracks | http://lina-maly.de/

 
 
 
 
 
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3) LEWIS & LEIGH – „Ghost“

Americana (Großbritannien/USA)

Lewis & Leigh sind ein echtes Dreamteam: nicht nur passen sie optisch gut zusammen, sie harmonieren musikalisch auf das Vortrefflichste und heißen auch noch ähnlich. Hinter dem Duo Lewis & Leigh verbergen sich nämlich die Musikerin Alva Leigh aus Nashville und der Musiker Al Lewis aus Wales. Ehemals SolokünstlerInnen, wurden sie 2014 in London von einem Freund miteinander bekannt gemacht und begannen dann, gemeinsam Songs zu schreiben. Drei EP’s später wurden sie schon für die UK Americana Awards nominiert. Dabei hatten beide gar nicht vor, sich explizit diesem Stil zu widmen. Lewis arbeitete gerade an einem walisisch-sprachigen Album, als sie sich trafen, Leigh - die in Mississippi mit kirchlichem Harmoniegesang und "roots music" aufgewachsen ist - war musikalisch gerade auf der Suche. „Friends back home say it’s funny that I came all the way to England to play Americana music. But I think you can find roots of Americana music on this side of the pond too. Songs that reflect your life aren’t bound to one place or one style, and I think it’s great to see it taking off in the UK”. Mit ihren zärtlich miteinander verschlungenen Stimmen singen sich die beiden jedenfalls direkt ins Herz. Die Songs sind berührend, manchmal zum Heulen schön, ohne schmalzig zu geraten. Dunkle E-Gitarrenklänge und ein melodischer Bass spenden eine Prise Folk Noir, alles sehr sparsam eingesetzt. “Es ist ein ziemlich persönliches Album geworden. Es geht um Menschen, die wir lieben, Menschen die wir verloren haben, aber auch um unsere Träume und Hoffnungen.” Ein Album für "the lost and lonely", aber nicht nur für die.

VÖ: 26.08.2016 | Ferryhouse Productions | 10 Tracks | http://www.lewisandleigh.com/

 
 
 
 
 
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4) IZABELLA EFFENBERG TRIO – “Iza”

Jazz (Polen/Deutschland)

Nach ihrem Debüt „Cuéntame“ im letzten Frühjahr folgt schon gleich der neuste Streich der polnisch-stämmigen Jazzvibraphonistin. Waren die Tracks auf ihrem Debüt nur teilweise von ihr selbst komponiert, besteht „Iza“ gänzlich aus Eigenkompositionen. Und während auf „Cuéntame“ viele bekannte Größen der Jazzszene mitwirkten, hat sie sich diesmal mit Jochen Pfister am Klavier und Pawel Czubatka am Schlagzeug/Marimbola auf eine kleine Einheit konzentriert, das Jazztrio. Derart reduziert, wirkt die Musik sehr transparent, nie überladen. Die Kompositionen sind klar und lassen Raum für viel Phantasie. Bei „Night Voyage“ scheint die Musik eine rasante Fahrt durch nächtliche Metropolen zu machen, um schließlich auf einer Anhöhe zu enden, wo man den zauberhaften Sternenhimmel und die Lichter der Stadt überblicken kann. Schön auch, wie sich Klavier, Marimbola und Vibraphon in „So ist das“ die Bälle zuspielen oder wie in „Kanon“ aus einer einfachen Melodie ein komplexes Jazzstück wird. In „El beso de Despedida“ scheinen die drei einen Abschiedskuss auszumalen, voller Trauer und Hoffnung auf ein Wiedersehen. Ganze fünfzehn Stücke kredenzt das Trio den ZuhörerInnen und die vergehen wie im Flug. Übrigens: das Izabella Effenberg Trio kommt mit Gastmusikerin Nicole Johänntgen (Saxophon) zu unserem nächsten MELODIVA Club Concert am 06.10.2016 in die Frankfurter Fabrik und eröffnet damit das Fabrik Jazz Festival.

VÖ: 16.09.2016 | Unit Records | 15 Tracks | http://izabellaeffenberg.com

 
 
 
 
 
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5) TORUN ERIKSEN – “Grand White Silk”

Jazz | Pop (Norwegen)

Ein vielschichtiges Album bietet Torun Eriksen mit ihrem fünften Werk, das sie in enger Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen musikalischen Weggefährten Kjetil Dalland erstmals komplett selbst produziert und arrangiert hat. Die Künstlerin mit der schönen, luftigen Stimme präsentiert darauf zehn poetische Songs, die vom Älterwerden, von Winter und Dunkelheit, von Neuem und den immer zu hohen Ansprüchen, die man an sich selbst stellt, handeln. Es ist gar nicht so leicht, ihre Musik zu beschreiben, denn mal wechseln sich schöne Winterballaden mit schräg Experimentellem ab und dann wieder Gospelchöre mit jazzy tunes. Was das Ganze zusammenhält, ist ihre unnachahmlich eindringliche Art zu singen, mit ungewöhnlichen Melodiebögen, das sind ihre klugen Texte, die so gut beobachten. Begleitet wird sie nicht nur von Kjetil Dalland (git/b/progr), sondern auch vom Schlagzeuger Andreas Bye und dem Keyboarder David Wallumrød, der mit Vintage-Equipment wie dem sog. Prophet 5-Synthesizer oder dem Clavinet D6 ungewöhnliche Soundscapes erzeugt. Drei minimalistische Songs empfehlen das Album auch für die kommenden Wintertage: „Winter Today“ und „Darkness“ singt sie nur von Dalland, den Titelsong nur von Wallumrod am Piano- bzw. Synthesizer begleitet – hier zeigt sich, was für eine große Sängerin sie ist. Kein Wunder, dass sie als Norwegens Antwort auf Joni Mitchell gehandelt wird.

VÖ: 09.09.2016 | Jazzland Recordings | 10 Tracks | http://www.toruneriksen.no/

 
 
 
 
 

Auf MELODIVA findet Ihr weitere CD-Reviews von MI SOLAR, JASMIN TABATAI, JULIA EHNINGER, CRYSTAL CASTLES, BARBARA DENNERLEIN, HALEY BONAR, NICOLE BADILA, YELENA ECKEMOFF QUARTETT u.v.m. ... sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine: http://www.melodiva.de.



Wenn Ihr Tipps & Infos für den nächsten Monat habt, meldet Euch wie immer bei uns unter musik@melodiva.de!
 


Wer diesen Newsletter trotz seines überaus informativen, sorgfältig recherchierten und interessanten Gehalts in Zukunft lieber nicht mehr bekommen möchte, kann sich hier austragen.

Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas: 
Hildegard Bernasconi, Mane Stelzer und 
die Vorstandsfrauen: Lexi Rumpel und Gabi Rummel


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