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Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte,
die September-CD-News dürften vor allem Jazzfans interessiert haben - in der Oktober-Auswahl wartet jetzt wieder eine breitere Genre-Vielfalt auf Euch. Von bewegendem Indierock zu bayrischem Wortwitz, mit interessanten Instrumenten-Kombinationen und Kooperationen. Witzigerweise stammen fast alle Alben aus Deutschland, was auch nicht oft vorkommt. Ich hoffe, es ist die eine oder andere Neuentdeckung für Euch dabei.
Im letzten Abgehört-Newsletter hatte ich Euch SARA BAX vorgestellt, die mit ihrem Album "She's The Poem" (VÖ: 12.09.) Menschen zum Strahlen bringen möchte, "damit sie die Magie und Liebe dieser Welt spüren können" . Wir verlosen ihre CD bis 26.10.2025 unter allen, die uns die richtige Antwort auf folgende Gewinnspielfrage per Mail schicken: "Welche der hier vorgestellten Bands besteht aus Viola, Violine und Bass?"
Viel Spaß beim Lesen und Lauschen, Eure Mane & das MELODIVA Team
Übrigens: Die hier vorgestellten Alben stelle ich am Freitag, 31.10. um 13 Uhr in der Sendung "Abgehört" bei Radio Rebell vor (und ihr könnt sie und weitere Folgen auf Mixcloud nachhören)!
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THEMEN-AUSGABE OKTOBER 2025
1) FLOCK OF DIMES – „The Life You Save" (Indierock | Folk | Country ) 2) SUSANNE PAUL’S MOVE STRING QUARTET – „bloom“ (Jazz | Klassik) 3) WE ARE ALVA! – „Proud Snail“ (Indie | Pop | Jazz) 4) WEHNERMEHNER – „Misquotation“ (Jazz) 5) ANNE PE – “Songs And Lines“ (Folk | Indie) 6) MARTINA SCHWARZMANN – “Macht was sie will“ (Kabarett | Folk)
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1) FLOCK OF DIMES – „The Life You Save"
Indierock | Folk | Country (USA) Flock Of Dimes ist das Soloprojekt der Multi-Instrumentalistin und Produzentin Jenn Wasner (Wye Oak, Bon Iver). Mit „The Life You Save“ veröffentlicht sie ihr drittes Album und es ist ihr wohl persönlichstes. Die schonungslos ehrlichen Lyrics über Schuld, Sucht, Co-Abhängigkeit und erlittene Traumata wiegen schwer, die Musik bewegt. Wasner reflektiert darin die Probleme, denen sie in ihrer Kindheit ausgesetzt war, schält aber auch ihre eigene Rolle und Unzulänglichkeiten heraus. „Dieser Song ist eine Absicht, eine Beschwörung, ein Gebet. Er sagt: Ich akzeptiere, was geschehen ist, aber ich weigere mich, es über mein Leben bestimmen zu lassen. Wir alle kommen unbescholten auf diese Welt, und unsere Lebensumstände bestimmen das Gewicht, das wir für den Rest unseres Lebens tragen müssen. Für manche ist dieses Gewicht viel größer als für andere. Dieser Song ist ein Mantra für alle, die daran glauben wollen, dass wir die Umstände, über die wir keine Kontrolle hatten, überwinden können,“ schreibt sie über den Song „Afraid“. „I did not enter this world afraid | And I refuse to leave it this way“, singt sie entschlossen in diesem Song. Dass man einen anderen Menschen nicht retten, nur für ihn da sein kann, besingt sie im wunderbaren „River In My Arms“. Ihre Songs sind zeitlos schön, leben von Wasners großer Erzählkunst und Gitarrenspiel, eingekleidet in einen Mix aus dunklem Folk Noir, Country und Rock. Video
VÖ: 10.10.2025 | Sub Pop Records | 12 Tracks | Infos
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2) SUSANNE PAUL’S MOVE STRING QUARTET – „bloom“
Jazz | Klassik (Deutschland)
„bloom“ ist das dritte Album von Susanne Pauls MOVE String Quartet. Lange hatte die Cellistin und Komponistin nach Musiker*innen gesucht, die „die klassische Klangkultur draufhaben, aber auch richtig rocken können. Am wichtigsten war mir, dass sie mit einem Jazz-Approach ans Musikmachen herangehen, dass jeder auf seinem Instrument einen eigenen Sound entwickelt hat und mit viel Persönlichkeit spielt“. In Héloïse Lefebvre (Violine), Marie-Theres Härtel (Viola) und Carlos Bica (Bass) hat sie drei eigenständige Jazzsolist*innen gefunden. Die meisten der 12 neuen Kompositionen stammen aus der Feder von Paul und Bica. Es geht los mit „Clockworks“, in dem die vier eine Art groovigen Kanon kreieren, gefolgt vom bassgetriebenen „Valsa B“ voller nervöser Energie und „Just Saying“ mit seinen harmonischen Klangteppichen. Das ist präzise gezupfte, gestrichene und perfekt aufeinander abgestimmte Klangkunst, nuancenreich, mit viel Gefühl gespielt. Eine geniale Version von Radioheads „Just“ und das wohlig-warme, fast schon countryeske „West“ runden das Programm ab. Die vier schaffen es, das Beste aus beiden Welten – Klassik und Jazz – zu vereinen. Absolute Empfehlung! Video
VÖ: 15.10.2025 | JazzHausMusik | 12 Tracks | Shop | Infos
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3) WE ARE ALVA! – „Proud Snail“
Pop | Jazz | Indie (Deutschland) Musik zu machen, „die berührt, Spaß macht und Haltung zeigt“ - das ist die Mission, die das Freiburger Quintett we are Alva um die Singer-Songwriter*innen Jan & Jannike verfolgt. Die beiden haben einen nicht gerade geradlinigen, aber umso lehrreicheren Weg hinter sich. Nachdem sie sich 2011 im Jazzstudium in Freiburg kennen- und lieben gelernt hatten, zogen sie zuerst ins trubelige Dublin, dann nach Lanzarote, wo sie während der Pandemie die ersten gemeinsamen Songs aufnahmen. Seit einigen Jahren sind sie zurück in Freiburg und mit Mitstreiter*innen an Streichern, Bass und Beats zum Quintett herangereift, wodurch sie ihren schönen Stimmklang und die prägnanten Leitmelodien auf E-Gitarre und Piano zu eindrucksvollen Klangwelten erweitern konnten. Die durch die Bank cleveren, durchdachten Arrangements mit ihren vielen liebevoll eingesetzten Details dürften Pop- und Jazzfans gleichermaßen begeistern. Da sind eher leichtfüßige Songs wie das optimistische „All I Really Want“, das übermütig die Liebe feiert. Das Herzstück des Albums „Proud Snail“ macht mit einem Augenzwinkern Mut zur Langsamkeit, zum Aussteigen aus dem alltäglichen Hamsterrad. Das Beste kommt zum Schluss: „A Place I’d Call My Home“ erzählt vom Nach-Hause-Kommen, das man nur erleben kann, wenn man weggeht. Auch das letzte Stück „light“ ist ein grandioser Track, der Schwermut und Befreiung in sich trägt. „Proud Snail“ ist ein Debüt, das zeigt: was lange währt, wird endlich gut. Video
VÖ: 10.10.2025 | 8 Tracks | Shop | Infos
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4) WEHNERMEHNER – „Misquotation“
Jazz (Deutschland) „In unseren Konzerten löten wir die Grenzen unserer eigenen Musik mindestens einmal auseinander und ganz andersrum wieder zusammen. Gemeinsam verstricken wir uns dabei in fanatischen Spielregeln und missverstandenem Jazz, lösen kommunikative Knoten mithilfe versöhnlicher Kurzschlusshandlungen“, schreiben Max Wehner an der Posaune und Raissa Mehner an der Gitarre auf ihrer Homepage. Die Musiker*innen aus Köln haben sich 2019 im Musikstudium kennengelernt und machen seitdem gemeinsame Sache als Forscher*innen des Zusammenspiels. Auf „Misquotation“ versammeln sie nun eine breit aufgestellte musikalische Sammlung, die von wehnermehners verschiedenen musikalischen Hintergründen – von Klassik, elektronischer und Popmusik zu Progressive Rock, Dub, experimenteller Groovemusik und Jazz - gespeist wird: 5 freie Improvisationen, 5 Eigenkompositionen und Neuinterpretationen von klassischen und Jazzkompositionen befinden sich auf der neuen Scheibe. Die beiden haben ein Faible für „sperrig erscheinende Ideen“, erlauben sich gegenseitig maximale Freiheit ohne Tabus bis auf eins: es gilt ein absolutes Effektpedal-Verbot. Die 14 Tracks sind verspielt, manchmal ein bisschen crazy. Anspieltipps: „Not The Same“, „Aaba hallo“. Video
VÖ: 15.10.2025 | JazzHausMusik | 14 Tracks | Infos
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5) ANNE PE – “Songs And Lines“
Folk | Indie (Deutschland) Ein unkonventionelles, zauberhaftes Workbook hat die Sängerin und Multiinstrumentalistin Anne Pe mit einigen Musikern und dem Produzenten Julius Münnig veröffentlicht. Pe arbeitet im Schwarzwald als Musiktherapeutin und bietet Klangreisen und Singkreise an. Ihre Spiritualität und Liebe zur Natur finden sich auch in den 13 poetischen Songs ihres Albums „Songs And Lines“ wieder. Es ist einiges ungewöhnlich an dieser Scheibe. Pe wechselt manchmal mitten im Lied die Sprachen und es gibt außergewöhnliche harmonische Wendungen, was zum Zauber dieses Albums mitbeiträgt. „John Bear“ ist so ein abgefahrener Alien, der von Folk nach Indierock wechselt und mit interessanten Akkordwechseln überrascht. Auch „Green“ unternimmt wunderliche Ausflüge in immer neue Gefilde. Bei einigen Stücken hat sich Pe zusätzlich von zwei besonderen Gästen begleiten lassen. Zum einen bereichert der Sänger und Kora-Musiker Moussa Cissokho die Musik. Er kommt aus einer berühmten Musikerfamilie im Senegal, gilt als ‚Griot‘, lebt aber in Österreich. Mit ihm wird Pe die neue Platte live vorstellen. Für „Brothers And Swans“ hat sie den 85jährigen Meistertrommler und ‚König der Djembé‘ Famoudou Konaté in Guinea besucht, um mit ihm einen gemeinsamen Song aufzunehmen. Video
VÖ: 10.10.2025 | Feuerfuchs Records | 13 Tracks | Shop | Infos
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6) MARTINA SCHWARZMANN – “Macht was sie will“
Kabarett | Folk (Deutschland) Martina Schwarzmann ist eine Musikkabarettistin, die bereits unzählige Preise gewonnen hat. Zum Beispiel bekam sie den Deutschen Kabarettpreis, den Deutschen Kleinkunstpreis Sparte Musik und den Kulturpreis Bayern Sonderpreis, um nur einige zu nennen. In den sozialen Medien ist sie nicht zu finden; wer sie erleben will, muss in ihren gut gefüllten Tourkalender schauen und ein Konzerticket oder ihr neues Doppelalbum erwerben. Das ist unbedingt zu empfehlen, denn ihr neues Programm "Martina Schwarzmann macht was sie will" ist total witzig! Die Kombination aus bayrischem Kabarett und ihren Liedern ist großes Kino. Ob sie unangenehmen Zeitgenossen mit Voodoo beizukommen versucht, sich die vom Klimawandel zerstörte Zukunft ohne den Menschen ausmalt, den Edeka auf ihrem Dorf als sozialen Begegnungsort skizziert oder über die "Midlifescheiße" sinniert - Schwarzmanns Wortkunst und Geschichten aus ihrem Alltag als Künstlerin mit vier Kindern auf dem Dorf sind zielsicher beobachtet und voll auf die Zwölf abgefeuert. Manchmal recht derb, manchmal sogar rührend ("I wui da sei"), aber immer empathisch, lebensfroh und menschenfreundlich. VÖ: 26.09.2025 | Südpolentertainment | 12+18 Tracks | Shop | Infos
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Auf MELODIVA findet Ihr weitere neue CD-Reviews zu SKUNK ANANSIE, AL ANDALUZ PROJECT und MAYA FADEEVA sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine.
Wenn Ihr Tipps & Infos für den nächsten Monat habt, meldet Euch wie immer bei uns unter musik@melodiva.de!
Wer diesen Newsletter trotz seines überaus informativen, sorgfältig recherchierten und interessanten Gehalts in Zukunft lieber nicht mehr bekommen möchte, kann sich hier austragen. Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas:
Verena Höfle, Belqis Schuber, Hildegard Bernasconi & Mane Stelzer und
die Vorstandsfrauen: Nina Hacker und Katrin Zurborg.
Copyright – http://www.frauenmusikbuero.de,
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fon: +49 (0)69-4960-848
IMPRESSUM: FRAUEN MUSIK BÜRO,
ein Projekt des Trägervereins: Frauen machen Musik e.V.,
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