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Liebe Melodiven, Freundinnen & Freunde!



am 20.10. kommt die CD "Völuspá" (Prolog Rec) von der Schweizer Band SÍD  auf den Markt, die isländische Mythologie in ein Gewand aus experimentellem Jazz kleiden. Lasst Euch das nicht entgehen und schickt uns eine Mail mit dem Betreff "Verlosung" und Eurer Postadresse, wir verlosen 3 CD's unter allen, die uns bis 22.10.2017 anschreiben. Viel Spaß beim Lesen & Lauschen!

Eure Mane & das MELODIVA-Redaktionsteam

 
 
THEMEN – AUSGABE OKTOBER 2017

1) NERINA PALLOT – „Stay Lucky“
(Pop | Soul )
2) LAIA GENC & LIAISON TONIQUE – “Birds”
(Jazz)
3) LAURA PERRUDIN – “Poisons And Antidotes”
(Jazz | Electro | Neo-Soul)
4) SLØTFACE – “Try Not To Freak Out”
(Pop | Punk)
5) PATTY MOON – “Head For Home” 
(Singer-/Songwriter | Pop)
6) BENDER & SCHILLINGER “Dear Balance”
(Alternative Pop)

 
 
 
 
 
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1) NERINA PALLOT – „Stay Lucky“

(Pop | Soul) (USA)    

Wow, was für ein Opener! Schon bei den ersten Takten von Nerina Pallot’s neuem, sechstem Album „Stay Lucky“ klebe ich förmlich an ihren Lippen. Ein melancholisches Klavier, ein warm-smoother Bass und dann diese wunderschöne Stimme, durchlässig und sehnsuchtsvoll. Eigentlich reicht mir der Song „Juno“ schon, aber wie sich herausstellt, gibt es noch mehr Schätze zu entdecken: „Man Didn’t Walk On The Moon“ ist eine Reminszenz an Fleetwood Mac’s „Dreams“ und bringt die Zeit der ersten Liebe zurück, „All Gold“ erinnert mich an Abba’s „The Winner Takes It All“. Neben Balladen, die ganz intim mit einem charmanten, alten Klavier beginnen und sich dann mit der Band in schwärmerische Höhen aufschwingen, gibt es auch tanzbare Nummern („Bring Him Fire“), in denen Pallot’s soulige Stimme voll zur Geltung kommt. Das grandiose „The Heart Is A Lonely Hunter“ beschwört eine unerfüllte Liebe herauf, „Bird” glänzt mit einem Gospelchor. Die String-Arrangements von Sally Herbert (Florence & The Machine, Bat For Lashes) steuern mit den Bläsern, Synthies und Backgroundvocals ein cooles 70s-Feeling bei, sorgen manchmal aber für ein Quentchen zu viel Seichtigkeit. Pallot hat bereits 22 Jahre Musikbusiness hinter sich mit Major Labels, die zu viel reinquatschten und nicht mit 100 000 verkauften Alben zufrieden waren. Jetzt mit 43 Jahren veröffentlicht sie auf ihrem eigenen Label Idaho Records und sagt: „Ich bin jetzt erst wirklich bei mir angekommen“.

VÖ: 13.10.2017 | Idaho Records | 10 Tracks | Infos

 
 
 
 
 
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2) LAIA GENC & LIAISON TONIQUE – “Birds”

Jazz (Deutschland)

„Birds“ heißt das neue Album des Jazztrios Liaison Tonique, das seit 2004 die Kompositionen der Pianistin Laia Genc präsentiert. Diese „stärkende Verbindung“ ist das Herzstück der umtriebigen Wahlkölnerin und es zeigt – in wechselnden Besetzungen – das künstlerische Schaffen einer Musikerin, die den Jazz vor allem schätzt, weil sich mit ihm Geschichten immer wieder neu erzählen lassen. Mit „Birds“ nehmen sie und ihre Mitstreiter Markus Braun am Bass und Jens Düppe am Schlagzeug uns mit auf eine Reise in ihr Inneres. Genc‘s Stücke handeln von Freiheit, Verwandlung und Vergänglichkeit, in zweien hat sie das auch in Worte gekleidet und ist am Gesang zu hören, was durchaus stimmig ist. Wir hören, wie der Julimond zur blauen Stunde, ein Schmetterlingskuss und die Stille unter dem Meer klingen und das ist so spannend und abwechslungsreich in Szene gesetzt wie ein kapitelreiches Hörbuch, das man unbedingt bis zum Schluss hören möchte. Genc’s Pianospiel ist sehr gefühlvoll, mal dunkel und wehmütig, mal hell und schillernd, berührend gar („Allemande“). Sie wollte mit ihrem Album den Zauber einfangen, wie er nur in intensiven Momenten bei Livekonzerten entsteht – das ist ihr und ihrem Ensemble gelungen.

VÖ: 06.10.2017 | Double Moon Records | 12 Tracks | Infos

 
 
 
 
 
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3) LAURA PERRUDIN – “Poisons And Antidotes”

Jazz | Electro | Neo-Soul (Frankreich)

Die Bretonin Laura Perrudin kreiert nur mit ihrer elektrischen chromatischen Harfe, ihrer Stimme und einem Loop-Gerät bestrickende Soundlandschaften. Jetzt legt sie, nach ihrem hochgelobten Debüt „Impresions“ (2015) ihr neues Album „Poisons And Antidotes“ vor, das 12 sehr unterschiedliche, von Jazz, über Electro und Experimental zu New Soul und Folk changierende Songs präsentiert. Wer sie live sieht und hört, staunt über die vielfältigen Klangmöglichkeiten dieses Instruments, mit dem sie erstaunliche Geräusche hervorbringen kann. Tatsächlich – frau glaubt es kaum – ist auf dem Album kein anderes Instrument zu hören. Ihr Stil ist eigenwillig, gleich der erste Track „Inks“ mit seinen Industrial-Klängen und sperrigen Popgesängen ist nicht gerade ein leichter Einstieg, führt aber in das Thema der Scheibe ein: Gifte und Gegengifte, Substanzen, die gleichzeitig Schaden und Nutzen bringen können - Kunst, die aus dem Schrecken entsteht. In manchen Stücken scheint ein lauernder, bedrohlicher Unterton in der Luft zu liegen („The Trap“, „Heliotopie“), Industrial Sounds und hallige Gesänge erzeugen bizarre Klangcollagen. Perrudin verabreicht aber auch Schlafmittel für süßen Schlaf und luftig-leichte Soulperlen wie „The Ceiling’s Maze“ oder „Diurnal Fireflies“. Bei zwei Songs gibt sie William Blake (1757-1827) eine Stimme, der als Künstler und Visionär arm und weitgehend unbeachtet lebte, heute aber als einer der bedeutendsten Dichter der englischen Lyrik gilt.

VÖ: 22.09.2017 | L’autre distribution | 13 Tracks | Infos

 
 
 
 
 
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4) SLØTFACE – “Try Not To Freak Out”

Pop | Punk (USA)    

Patti Smith would never put up with this shit” heißt es im rockigen Opener “Magazine” der norwegischen Newcomer-Band Sløtface, das dazugehörige Video zeigt eindrucksvoll ihre Absage an unsinnige Schönheitsideale, die von der Gesellschaft vorgegeben werden. Damit spricht sie Millionen, nicht nur jungen Frauen aus der Seele, denn diese Ideale verstandesmäßig abzulehnen ist das eine – uns perfekt zu fühlen, wie wir sind, fällt vielen von uns schon viel schwerer. Die Band um die Sängerin und Texterin Haley Shea kommt aus Stavanger und lernte sich in der lokalen Punkszene kennen. Ihren Durchbruch erzielten sie mit ihrem Video „Sponge State“, auf dem sie im Førde Fjord bei einer Demonstration gegen ein Bergbauunternehmen zu sehen sind. Jetzt hat die Newcomer-Band nach zwei vielbeachteten EP’s ihr Debüt veröffentlicht und war auch in Deutschland auf großen Festivals auf Tour. Der rote Faden, der sich laut Shea durch’s Album zieht, ist wohl das Gefühl vieler Leute in den Zwanzigern: sich niemals am richtigen Platz zu fühlen, nie das Gefühl zu haben, das Richtige zu tun. Ängste, nicht gut genug zu sein, und der Abschied vom Leben als Teenager sind Themen ihrer Texte. Die Musik ist erfrischend rau, jung, ungestüm und rockig mit einer kleinen Prise Punk; von schnellen Nummern wie dem Partykracher („Pitted“) oder dem großartigen „Pools“, bei denen keine/r mehr stillsitzen mag, zu entspannten Tracks wie „Galaxies“ und „Sun Bleached“. Mitreißend.

VÖ: 15.09.2017 | Propeller | 10 Tracks | Infos

 
 
 
 
 
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5) PATTY MOON – “Head For Home”

Singer-/Songwriter | Pop (Deutschland)    

Sechs Jahre ist es her, dass die Forchheimerin ihr letztes Album herausgebracht hat. Zeit, in der sie eine Tochter bekommen und sich von ihrem langjährigen musikalischen Partner getrennt hat. Und obwohl sie als alleinerziehende Mutter nicht viel Zeit für ihre Musik aufbringen konnte, taten diese Veränderungen der Umsetzung ihrer Ideen keinen Abbruch: “Die Songs klingen jetzt genau so, wie ich sie in meinem Kopf gehört habe. Und die jeweiligen Stimmungen sind präsenter, klarer, weniger durch Produktionsdetails verkleidet als früher“, sagt die Pianistin und Sängerin Patty Moon über ihr neues Werk, das sie erstmals im Alleingang produziert hat. Als „Schwarzwälder Antwort auf isländische Pop-Melancholiker“ könnte man sie bezeichnen, ist sie doch bereits seit ihrem ersten Album (2004) als Spezialistin für traumverlorene Musik bekannt. Auch ihre vierte CD ist ein sehr gelungener, typischer Patty Moon-Longplayer, auf dem sie ihrem Stil treu bleibt: den eigenen Seelenzuständen und inneren Dämonen (Monsters!) in bildreichen Texten und verspielten Melodien und Arrangements Ausdruck zu verleihen. Im Mittelpunkt stehen ihre unverwechselbare Stimme und ihr eindringliches Klavierspiel, von Bass und Schlagzeug dezent begleitet. Eine schöne neue kammermusikalische Note mit Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass steuern MusikerInnen der Freiburger Hochschule bei, bei „Human“ haben zwei Hörner und ein Chor ihren Auftritt.

VÖ: 06.10.2017 | Traumton Records | 10 Tracks | Infos

 
 
 
 
 
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6) BENDER & SCHILLINGER – “Dear Balance”

Alternative Pop (Deutschland)

Bender & Schillinger gehören zu den Ensembles, die nach weit mehr klingen, als nach nur zwei Personen. Die beiden Stimmen des Duos aus Mainz allein haben schon ihren eigenen Reiz, Linda Bender und Chris Schillinger verfügen über zwei schöne Klangfarben, die für ungemeine Abwechslung sorgen und zusammen großartig klingen. Doch sie können mehr: mit trickreichem Einsatz eines Loop-Geräts, Gitarren, Marimbaphon, Keys, Schlagzeug und Effektgeräten erzeugen sie einen reichen, ganz eigenen Gesamtklang, der eine große Liebe zum Detail offenbart. Da sind die eindringlich-sehnsuchtsvolle Basslinie und das ausgetüftelte Arrangement in "Transition"; die genialen, mehrstimmigen Gesänge auf "Safe Inside" und "Goodbye" und Folksongs, die auch von Simon & Garfunkel sein könnten. Diese "DIY-Maschine auf Hochtouren", wie sie sich selbst nennen, solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen.

VÖ: 06.10.2017 | Duokat Records | 8 Tracks | Infos

 
 
 
 
 

Auf MELODIVA findet Ihr weitere CD-Reviews von CANDICE GORDON, ALEJANDRA RIBERA, OFF TIME CONNECTION, KLEZMEYERS, ZARA MCFARLANE, sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine: http://www.melodiva.de.



Wenn Ihr Tipps & Infos für den nächsten Monat habt, meldet Euch wie immer bei uns unter musik@melodiva.de!
 


Wer diesen Newsletter trotz seines überaus informativen, sorgfältig recherchierten und interessanten Gehalts in Zukunft lieber nicht mehr bekommen möchte, kann sich hier austragen.

Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas: 
Hildegard Bernasconi, Mane Stelzer und 
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