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Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte, Musik wirkt auf allen Ebenen des Gehirns, sie hat einen direkten Zugang zu unseren Emotionen 1. Wie die Musik der jungen Musikerin MESKEREM MEES (22) aus Belgien. Sie wurde zum Montreux Jazz Talent Award 2021 ernannt und wird dort eine Residenzwoche mit Künstlern wie Marcus Miller, José James und Shabaka Hutchings (der übrigens in der Jury war) verbringen. Nur mit Stimme, akustischer Gitarre und Cello hat sie ein poetisches Debütalbum aufgenommen, das schon jetzt das Zeug zum Klassiker hat. Wir verlosen 2 Exemplare ihres Albums "Julius" (VÖ: 12.11./Mayway Records) unter allen, die uns bis 23.11.2021 eine Mail mit der Antwort auf folgende Gewinnspielfrage schicken:
"Auf welchen römischen Dichter bezieht sich der Titel einer hier vorgestellten CD?"
Die Antwort findet ihr wie immer im Newsletter. Vergesst nicht den Betreff "Verlosung" und eure Postadresse! Bleibt gesund und passt schön aufeinander auf.
Liebe Grüße,
Mane
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THEMEN – AUSGABE NOVEMBER 2021
1) FEE. – “FEE. & hr-Bigband Live”(Jazz | Singer-/Songwriter) 2) THE BUTTSHAKERS – „Arcadia“ (Soul | Funk) 3) MAREIKE WIENING QUINTET – “Future Memories” (Jazz) 4) TASHA – “Tell Me What You Miss The Most” (Folk) 5) AIMEE MANN – „Queens Of The Summer Hotel”(Pop) 6) NATALIA M. KING – “Woman Mind Of My Own” (Blues)
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1) FEE. – “FEE. & hr-Bigband Live”
Jazz | Singer-/Songwriter (Deutschland) Manchmal hat so eine Pandemie auch etwas Gutes. Da flattert schon mal eine ungewöhnliche Einladung ins Haus. Die Singer-/Songwriterin FEE. ist seit einigen Jahren nicht nur in Hessen ein Begriff und hat schon Konzerte für Katie Melua, Milow und Alice Merton eröffnet. Ihre Alben „Ein Zimmer Küche Bad“ (2016) und „Nachtluft“ (2020) präsentiert sie mal ganz allein, mal mit Band. Im Herbst 2020 wurde sie zur Reihe „Act Local – Fokus Rhein-Main“ eingeladen, die jungen Jazzbands mit Live-Streams aus dem hr-Sendesaal in der Coronakrise eine Plattform bieten wollte. Um so überraschender, dass die Wahl auf FEE. fiel, die nun nicht gerade als Jazzmusikerin bekannt ist. Der popaffine Pianist und Komponist Rainer Tempel wurde damit beauftragt, ihre Songs neu für die hr-Bigband zu arrangieren. Ein gar nicht so einfaches Unterfangen, den luftig leichten Songs durch ein großes Orchester nicht den Charme zu nehmen. Tatsächlich muss ich mich in die nun vorliegende Liveaufnahme vom Januar 2021 erstmal einhören. Spannend ist sie aber dann doch bis zum Schluss, und bekannte Solisten an Trompete (Axel Schlosser, Martin Auer), Posaune (Hansjörg Fink, Günter Bollmann), Saxofon (Heinz-Dieter Sauerborn, Tony Lakatos, Steffen Weber), Piano (Volker Engelberth) und Bass (Hans Glawischnig) würzen die Songs mit ihren Soli.
VÖ: 05.11.2021 | o-tone Music | 9 Tracks | Infos
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2) THE BUTTSHAKERS – „Arcadia“
Soul | Funk (Frankreich) Die französische Band wurde von der Sängerin Ciara Thompson gegründet, die 2008 aus den USA nach Frankreich übersiedelte. Nach ihrem letzten Album "Sweet Rewards" ist nun der soulige Nachfolger "Arcadia" erschienen, benannt nach der „idealen Welt“ Arkadien des römischen Dichters Vergil. Der so benannte Sound-track ist cool und lässig, wütend und laut. Thompson schaut in ihren Texten mit jahrelangem Abstand auf die alte Heimat und ihre Kehrseiten. Im Opener „Back In America“ sind das die Obdachlosen in den Straßen, ist es der Ort ihrer Kindheit, den sie nicht wiedererkennt. „Not In My Name“ ist eine Abrechnung mit den Lügen und dem Hass, die vor allem seit der Trump-Ära verbreitet werden, und ein Aufruf, das nicht länger hinzunehmen: „… wir wollten eine Hymne, die zu diesem Geist passt. Wir wollten eine Hymne, die zu dieser Stimmung passt. Es ist eine Art Schlag in die Magengrube, unsere Version von „Power to the People“, um diesen dumpfen Schrei zu symbolisieren“. Auch die privaten Lügen in Liebesbeziehungen bekommen ihr Fett weg, es geht um Sehnsucht nach Liebe und Wahrhaftigkeit in ihren Lyrics. Knackige funky E-Gitarrenriffs, ordentlich Gebläse, soulige Chöre, vorwärtstreibende Beats und über allem Thompsons starke Stimme machen das Ganze zu einem kraftvollen Statement.
VÖ: 05.11.2021 | Underdog Records | 10 Tracks | Infos
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3) MAREIKE WIENING QUINTET – “Future Memories”
Jazz (Deutschland) „Future Memories“ ist das zweite Album der Schlagzeu-gerin Mareike Wiening und ihrer US-amerikanischen Band. Das Quintett hat sie 2014, zu Zeiten ihres Master-konzerts an der New York University zusammengestellt, da lebte sie schon zwei Jahre in der Metropole. Aber anders als bei der Entstehung ihres Debüts ist ihr Lebensmittelpunkt seit 2019 in Köln, weit entfernt von ihren Bandkollegen. “Nun musste ich mir meine Band, den Sound, die unterschiedlichen Charaktere vorstellen, quasi ‚aus dem Kopf heraus‘ komponieren. Erst auf Tour konnten wir richtig an den Kompositionen arbeiten und diese entwickeln,” beschreibt Wiening den kooperativen Produktionsprozess, der in einer Studioaufnahme, kurz vor dem Ausbruch der Pandemie gipfelte. Bei ihren Kompositionen spielen neben dem Konzept der „emotio-nalen“ Harmonik und Melodik – bei dem jeder Ton mit einem Gefühl verknüpft ist – Eindrücke von ihren Reisen eine Rolle: Gespräche mit ihren Bandkollegen über Musik, wenn sie auf Tour sind, aber auch Landschaften und Kulturen. Der wunderbar fließende Opener „Northern Sail“ bezieht sich auf Norwegen, wo Wiening ihre Kindheit verbracht hat. Damit beschreibt sie ihr Gefühl von Freiheit, der Verbundenheit mit dem Wasser und der Natur. „El Escorial“ fängt die festive Atmosphäre in einem spanischen Dorf ein. In “An Idea Is Unpredictable” verarbeitet sie vor allem ihren Umzug zurück nach Europa und den Wiedereinstieg in das deutsche Leben.
VÖ: 12.11.2021 | Greenleaf Music | 8 Tracks | Infos
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4) TASHA – “Tell Me What You Miss The Most”
Folk (USA) Die in Chicago lebende Künstlerin/Poetin Tasha schenkt uns mit ihrem zweiten Album „Tell Me What You Miss The Most“ ein wunderschönes, melancholisches Kleinod. Es ist eine Einladung, sich den eigenen Gefühlen zu stellen und ehrlich zu sich selbst zu sein, tiefste Vertrautheit zu sich selbst (wieder) zu finden. Und vielleicht das Wichtigste: den Moment zu empfinden. Ihre Texte bettet sie in verträumten Folk Noir, mit ihrer warmen, gefühlvollen Stimme und ihrem E-Gitarrespiel im Zentrum, drum herum Flöten und Chöre, Violinen und Glockenspiel. Da ist Überschäumendes über eine neue Liebe, über diesen ganz besonderen „Zu schön, um wahr zu sein“-Moment („Perfect Wife“), Beziehungsver-strickungen („Dream Still“), in denen reden nur noch zerreden bedeutet. Über Zurückweisungen und Abschiede, aber auch eine kurze glückliche gemeinsame Zeit. Jede*r kennt sie, diese vielen verschiedenen Zustände, die das Leben und die Liebe mit sich bringen. „These are swaying songs”, sagt die Musikerin und lädt dazu ein, sich von ihrer Musik wiegen zu lassen. Am Anfang und am Ende stehen zwei „Bedsongs“ – nicht der schlechteste Ort, um Achtsamkeit zu üben. VÖ: 05.11.2021 | Cargo Records | 10 Tracks | Infos
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5) AIMEE MANN – „Queens Of The Summer Hotel”
Pop (USA) Ein Musical der besonderen Art liefert die US-amerikanische Künstlerin Aimee Mann mit ihrem neuen Album. Es basiert auf den Kompositionen, die sie für die Bühnenadaption des Psycho-Dramas „Girl, Interrupted“ von Susanna Kaysen geschrieben hat. Die Schriftstellerin hatte in den 60er Jahren 18 Monate in einer psychatri-schen Klinik verbracht und in ihrem Buch das Leben mit den anderen Insassinnen, Pflegerinnen und Ärzt*innen beschrieben. Aimee Mann warf sich kopfüber in einen intensiven Schreibprozess: „Ehrlich gesagt fühlte ich mich fast besessen, als ich diese Platte schrieb, denn ich habe noch nie so schnell und intensiv geschrieben. Ich fand das Material sehr interessant und offensichtlich sehr persönlich. Ich hatte bestimmte Vorstellungen davon, wie die Hintergrundgeschichte der Charaktere aussehen könnte, und habe viele gemeinsame Erfahrungen einfließen lassen, um bestimmte Charaktere, die in den Memoiren besprochen werden, mit Leben zu füllen“. Die 15 "Hintergrundgeschichten" singt sie mit ihrer markanten, tiefen Stimme, ihr langjähriger musikalischer Partner Paul Bryan hat den Songreigen mit Piano, Rhythmusgruppe, Holzbläsern und Streichern perfekt orchestriert. VÖ: 05.11.2021 | Super Ego Records | 15 Tracks | Infos
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6) NATALIA M. KING – “Woman Mind Of My Own”
Blues | Soul (USA)
Mit „Woman Mind Of My Own“ legt die amerikanische Sängerin und Gitarristin Natalia M. King ihr sechstes Album auf. Nach einem Anfang als Straßenmusikerin in Paris und mehreren Alternative-, Rock- und Jazzalben wendet sie sich darauf dem Blues zu. Ihr Schlüsseler-lebnis war ein Abend in Nîmes, wo sie den Wim Wenders Film „The Soul of Man“ sah und zum ersten Mal den Bluesmusiker Skip James hörte. Ein neues Ausdrucks-mittel – ihr Ausdrucksmittel – war gefunden. „Woman Mind Of My Own“ ist ein beeindruckendes Album, „very rootsy, bluesy, with all types of facettes“, wie sie selbst sagt. Da sind Coming-Out Songs wie „AKA Chosen“, Liebeslieder wie „Sunrise to Sunset“ oder „Forget Yourself“, mit dem sie sagt: Lass mich dir helfen, dich für einen Moment zu vergessen. Ein Highlight ist für mich auch „So Far Away“, in dem mittendrin ein perlendes Klavier seinen überraschenden Auftritt hat. Es klingt, als hätte King das letzte noch fehlende Puzzleteil ihrer künstlerischen Persönlichkeit entdeckt.
VÖ: 05.11.2021 | Dixie Frog | 9 Tracks | Infos
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Wer diesen Newsletter trotz seines überaus informativen, sorgfältig recherchierten und interessanten Gehalts in Zukunft lieber nicht mehr bekommen möchte, kann sich hier austragen. Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas:
Hildegard Bernasconi, Maria Bätzing, Marie Koppel & Mane Stelzer und
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