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Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte, dass Krisen manchmal auch Chancen bieten, ist eine alte Weisheit – bei einigen unserer heute hier vorgestellten Künstlerinnen, aber auch bei der Multiinstrumentalistin und Komponistin MASCHA JUNO aka Maria Schneider hat sie sich bewahrheitet. Sie war bisher als Vibraphonistin, Percussionistin und Sängerin vor allem für andere (Dota Kehr, Klassisches Orchester der Elbphilharmonie, Andromeda Mega Express Orchestra u.a.) aktiv und geht im Juni mit Agnes Obel auf Tour. Durch die pandemiebedingte Konzert-pause 2020 kam sie erstmals dazu, ein eigenes Projekt anzugehen und im heimischen Wohnzimmer einzuspielen. Das Ergebnis ist das Album „Uno“ (VÖ: 29.04.22 | Akker-bouw) mit einem bemerkenswerten Klangreichtum, der ihre verschiedenen Talente und musikalischen Erfahrungen widerspiegelt. Und es zeigt: manchmal braucht es nur eine Krise und eine gehörige Portion Mut!
Wir verlosen 2 Expl. ihres Albums an alle, die uns die Antwort auf folgende Quizfrage bis 22.05.2022 per Mail zusenden: Welches Album erzählt in einem Song von farbenblinden Vögeln? Habt noch einen schönen Mai! Ich sende euch sonnige Grüße,
eure Mane
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THEMEN – AUSGABE MAI 2022
1) NTJAM ROSIE – „Home Cooking“ (World) 2) GUÐRIÐ HANSDÓTTIR – „Gult Myrkur“ (Singer-/Songwriter | Folk) 3) BABY OF THE BUNCH – “Pretty But It Has No Use” (Indierock | Wave | Punk) 4) PHRAIM – „Hysteria“ (Jazz) 5) MESCHIYA LAKE & THE NEW MOVEMENT – “Looking The World Over” (Jazz) 6) JOHANNA BORCHERT – „Amniotic” (Jazz)
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1) NTJAM ROSIE – „Home Cooking“
World (Niederlande) „From the intimacy of my home I’ve cooked up some of my innermost thoughts, deepest feelings and special memories, into a lovely collection of songs”, kündigt Ntjam Rosie ihr neues Album an. Nach dem flippigen Vorgänger „Family & Friends“ (2020) bringt die nieder-ländische Musikerin ein echtes “Homemade”-Album heraus: rootsy, charmant und mitreißend lebensfroh. Rosie nutzte die Pandemie und das erzwungene Inne-halten, um sich auf sich zu besinnen und erstmals ein Album allein zuhause aufzunehmen. Es knüpft an ihre Heimat Kamerun an und verströmt so viel Wärme und Geborgenheit wie ein Essen in einer Großfamilie oder unter Freund*innen. Warme E-Gitarrenklänge, schöne Chor-Gesänge mit einem Hauch von Zap Mama, Clap-pings, Audioschnipsel von ihrer Großmutter – es sind wenige Zutaten, aber mit viel Liebe „gekocht“ und herrlich unperfekt. Weil die 11 Songs nicht unter Zeitdruck im Studio aufgenommen wurden und sich langsam entfalten durften, klingen sie wunderbar intim, als säße man mit ihr am Küchentisch beim gemeinsamen Gemüse schnippeln. Mein Sommer-Soundtrack ist gebongt... VÖ: 29.04.2022 | o-tone music | 11 Tracks | Infos
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2) GUÐRIÐ HANSDÓTTIR – „Gult Myrkur“
Singer-/Songwriter | Folk (Färöer Inseln) Guðrið Hansdóttirs neue 6. Platte ist warmer Sommer-regen, Balsam für die Seele und Gänsehautmusik in einem. „Gult Myrkur“ heißt übersetzt so viel wie „Gelbe Dunkelheit“, gemeint ist damit aber ein Lichtstrahl in der Dunkelheit, ein Hoffnungsschimmer in schwierigen Zeiten. Hansdóttir hat 2020 ihren Vater verloren, ihre Trauer verarbeitet sie in dem Song ”Hús” (Haus). Gemeinsam mit dem färingischen Vokalquartett Kata und dem isländi-schen String Quartet "erzählt" sie von der Leere, die er zurückgelassen hat, vom leeren Haus, das voller Erinnerungen ist. Die „färingische Folkfee“, in ihrer Heimat ein Superstar und preisgekrönt, hat auf ihrem neuen Werk erstmals mit der Dichterin Lív Maria Róadóttir Jæger zusammengearbeitet. „Ich bin froh, Liv mit an Bord zu haben. Sie versteht meine Ideen, hört zu, reflektiert und schreibt die schönsten Gedichte“, schwärmt die Künstlerin. Neben der gelben gibt es noch die blaue Dunkelheit, die für Vertrauen steht. Der Song „Blátt Myrkur“ handelt von dysfunktionalen Beziehungen und Verletztlichkeit. In anderen Songs geht es um das Überwinden von Hindernissen, Streit, um Liebe und Hass. Neben Hansdóttirs fast überirdisch schöner Stimme sind noch weitere weibliche und männliche Stimmen zu hören. Hansdóttir gibt mit akustischer Gitarre die Leitmelodien vor (ihre skills hat sie übrigens u.a. von ihrem Vater, der selbst ein bekannter Gitarrist ist und ihr ab dem 14. Le-bensjahr Unterricht gab), dazu kommen Klavier, Streicher, Harmonium und dezentes Programming. Unwiderstehlich.
VÖ: 22.04.2022 | Nordic Notes | 9 Tracks | Infos
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3) BABY OF THE BUNCH – “Pretty But It Has No Use”
Indierock | Wave | Punk (Deutschland) Baby of the bunch, kurz botb, sind eine queere Band aus Leipzig, Dresden und Berlin. Seit 6 Jahren entert das Vierer-Kollektiv die Bühnen mit seinem „Riot Wave“ genannten speziellen Sound, der Indierock, Punk, New Wave und Pop mixt und überall kleine Überraschungen versteckt. Jetzt ist ihr Debüt erschienen. Bronte Klippell singt darauf von Liebe vom Anfang bis Ende: vom sich-gerade-Kennenlernen auf einer Party bis zum Moment der Erkenntnis, nicht füreinander bestimmt und nicht mehr glücklich zu sein und der Trauer, dass man die Liebe nicht festhalten konnte (mein Lieblingssong der Platte: „Stay“). Die Band träumt von einem anderen Leben in den 70ern, feiert das Bandleben und das Gemein-Sein, und philoso-phiert über verschwendete Energien: „A boat with no wind | is a sad story of waste | It’s picturesque | It’s pretty and it has no use“ („Watching Paint Dry“). Die Musik mit ihren treibenden Gitarren und catchy basslines macht gute Laune und Bock auf wildes Tanzen. Schade, dass ihre Releasetour schon zu Ende ist.
VÖ: 22.04.2022 | Revolver Distribution Services | 11 Tracks | Infos
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4) PHRAIM – „Hysteria“
Jazz (Schweiz/Österreich) Gar nicht hysterisch klingt das neue, dritte Album des Quartetts Phraim. Die Musiker*innen aus der Schweiz und Österreich – Nina Reiter (voc/comp/lyrics), Viola Hammer (p/comp), Marc Mezgolits (bg/comp) und Peter Primus Frosch (dr) – präsentieren darauf einen kontrast-reichen Contemporary Jazz mit klugen Arrangements, packenden Grooves, furiosem Pianospiel und verträum-ten Zwischenspielen. Im Fokus steht Nina Reiters klare, kräftige und immer souverän geführte Stimme, die auch im Musicalbereich brillieren könnte. Ihre Lyrics sind von der Confessional Poetry beeinflusst, einem Genre der Lyrik, das intime Einblicke in die Psyche der Poetin ge-währt und sich auch mit psychischen Krankheiten auseinandersetzt. Das Kollektiv bettet die poetischen Texte in wundervoll farbenreiche Musik ein, spielt ungeheuer dynamisch und mitreißend. Und die Platte hält jede Menge Ohrwürmer bereit! Meine persönlichen Highlights: „Colourblind Birds“ mit seinen tollen Soli und das groovige „Tall“. VÖ: 13.05.2022 | QFTF | 8 Tracks | Infos
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5) MESCHIYA LAKE & THE NEW MOVEMENT – “Looking The World Over”
Jazz (USA) “Jazz is a spectrum – you go from Ellington to really silly tunes and I think we captured a bit of that on the record, the full spectrum of Jazz”, sagt Meschiya Lake über ihr neues, selbst produziertes Album. Sie hat eine bewegte Vergangenheit, begann als Neunjährige öffentlich zu singen, lebte als Zirkusnomadin und Straßenmusikerin, gründete ihre eigene Band (Little Big Horns Jazz Band) und wurde mehrmals als beste Sängerin ausgezeichnet. Für ihre neue CD hat sie sich 2019 in Berlin ein internatio-nales Jazzensemble zusammengestellt: „The New Movement“. Die neue Bewegung ist mehr als eine Band, sie soll ein safe space für alle, vor allem für LGBTQ, PoC und Frauen sein (gleichwohl besteht die Band aus Männern). Auch den Originalsongs, die sie neu interpre-tiert, begegnet sie mit Respekt. „We need to recognize, and honor, that this music, and dance, were made by black people”, schreibt sie in den Liner Notes. “… the people that made the music you are dancing to had to go in the back door of the venue, they weren’t allowed to go in the front. It’s important to know history so that you can stop generational trauma, heal from it and not do it again”. Die Songs von Duke Ellington, Memphis Minnie u.a. ergänzt sie mit eigenen, die sie mit ihrem Coproducer François Perdriau geschrieben hat. Das Ganze klingt herrlich old school und manchmal ein bisschen schräg. Meschiya Lake versetzt ihr Publikum mühelos in einen Nachtclub der 30er Jahre. VÖ: 06.05.2022 | Sungroove Records | 9 Tracks | Infos
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6) JOHANNA BORCHERT – „Amniotic”
Jazz (Deutschland) Um Urthemen kreist das neue Album der Pianistin, Sängerin und Komponistin Johanna Borchert: Schwan-gerschaft und Geburt, die Kraft des Mondes und den Rhythmus des Meeres. Es ist ihr erstes Konzeptalbum, angestoßen von einer Begegnung mit dem Produzenten Neill Cardinal Furio, der sie 2016 hochschwanger spielen sah und ihr vorschlug, neun Songs über neun Monate im Bauch einer Mutter zu schreiben. Fünf Jahre nach dieser Begebenheit und schwanger mit dem zweiten Kind stellte Borchert mit ihm als Co-Produzenten ein solches Album fertig. "Amniotic" (Fruchtwasser) ist intensiv und kontemp-lativ, Borchert führt uns mit ihrer charakteristischen tiefen Stimme von der kleinen Welt des Mutterleibs bis ins unendliche Weltall. Auf den 12 neuen Songs sind außerdem ihre Lieblingsmusiker (Schlagzeuger Peter Bruun, Bassist Simon Toldam, Gitarrist Mika Forsling) aus Kopenhagen zu hören, mit denen sie alles live und mit wenigen Overdubs aufgenommen hat. "Improvisation am Klavier ist meine große Leidenschaft, das Schreiben von Songs kam dann später dazu, weil ich immer mehr auch meine Stimme eingesetzt habe", sagt Borchert. Ihre groß angelegten Kompositionen und Improskizzen spinnen eine Traumwelt, in der man sich gern verliert.
VÖ: 29.04.2022 | enja & yellowbird | 12 Tracks | Infos
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