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Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte,

ein Album über das „Entstehen, das Wachsen, das Vertrauen und die Sehnsucht“ - wie wohltuend klingt das in diesen vom Krieg in der Ukraine überschatteten Zeiten, in denen scheinbar sichere Fundamente bedrohlich schwanken. Das Debüt der Niederländerin JESSICA DE BOER war schon im Februar CD-Tipp bei uns, jetzt haben wir die Möglichkeit, eine CD von ihr zu verlosen. Wer das tolle Jazz-Album gewinnen möchte, schicke uns bis 22.03.22 eine Mail mit dem Betreff "Verlosung" und der Postadresse. Und natürlich die Antwort auf unsere heutige Preisfrage: "Um welchen bekannten Kate Bush Song geht es in einer der folgenden CD-Tipps?"

LOVE & PEACE & liebe Grüße von

Mane

 
 
THEMEN – AUSGABE MÄRZ 2022

1) GINA SCHWARZ & ANGELO DA SILVA – “Fusão”
(Jazz)
2) BLACK SEA DAHU
– “I Am Mother”
(Indie | Folk)
3) 
CÉCILE MCLORIN SALVANT – “Ghost Song”
(Jazz)

4) RITVA NERO
– “Immortal Tradition”
(Metal | Folk)
5) SOMI
– “Zenzile: The Reimagination Of Miriam Makeba”
(World | Jazz)
6) OLIVIA TRUMMER - "For You"
(Jazz)

 
 
 
 
 
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1) GINA SCHWARZ & ANGELO DA SILVA – “Fusão”

Jazz (Österreich)

Da haben sich zwei gefunden. Ein besonderes Zwiege-spräch kommt dieser Tage von der österreichischen Kontrabassistin Gina Schwarz. Uns ist sie vor allem durch ihre Jazzensembles - Soloprojekte und mit ihrer all female Formation Playground4 – bekannt. Jetzt hat sie mit dem brasilianischen Gitarristen und Wahlösterreicher Angelo da Silva das Duoalbum „Fusão“ veröffentlicht, auf dem die beiden zu einem einzigen, 10-saitigen Instrument regel-recht verschmelzen. Schon bei den ersten Klängen tauchen zauberhafte Bilder vor dem inneren Auge auf. Die von beiden komponierten Stücke entführen uns in eine Nacht im Mondschein, den Regen in Spanien, einen Ausflug über Land, nach Venedig und Santiago. Warmer Bassklang trifft auf helle Gitarrenmelodien, sehnsüchtig, melancholisch und leidenschaftlich. Dabei wechseln sich fein abgestimmtes Zusammenspiel und Soli ab, und wenn beide ihre Resonanzkörper bearbeiten, bereichern per-kussive Elemente zusätzlich den Sound. Dieser schöne Zwieklang beschert wohlige Schauer der besonderen Art – wie ein warmer Sommerregen in der Natur.

VÖ: 11.03.2022 | Galileo MC | 9 Tracks | Infos

 
 
 
 
 
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2) BLACK SEA DAHU – “I Am Mother”

Indie | Folk (Schweiz)

Weniger ist ja bekanntlich oft mehr, das trifft auch auf das verspielt lässige Album der Züricherin Janine Cathrein zu. Mit ihrer Band Black Sea Dahu, der auch ihre Geschwis-ter Vera und Simon angehören, hat sie aus losen Ideen, die in den letzten Jahren vor allem auf Tour entstanden sind, ihr zweites Album entwickelt. Da ist zunächst Cathreins markante, tiefe Stimme, die das gewisse Etwas hat und hin und wieder von Backingvocals genial ver-stärkt wird. Die Band untermalt mit klug und minimalis-tisch eingesetzten Begleitinstrumenten wie Cello, Geige, E-Gitarren, Bass, Keys und Schlagwerk. Ihre persönli-chen Songs handeln von Empathie, Akzeptanz, Selbster-mächtigung und allen Arten von Beziehungen mit all ihren Zwischentönen. „In meiner Welt gibt es kein 1+1=2! So einfach ist es eben nicht. Die Dinge gehen nicht auf, und ich versuche, das mit meiner Musik zu erzählen,“ schreibt die Songwriterin. Dunkle, bittersüße Stimmungen prägen das Album. „Glue“ handelt von Janines Großmutter, die an Demenz erkrankt ist; es spiegelt aber auch den maro-den Zustand der Welt und unsere Mitschuld daran wieder. „Affection“ handelt von einer Beziehung, in der ihr Ver-trauen schwer enttäuscht wurde. In „I Am Mother“ geht es um Identität: was macht mich aus und wer beeinflusst mich? „I am my lover | I weigh half when he is gone | Need him more than I let on | We’re all caught up inside | I weigh half when he is gone”. "I Am Mother" ist Indie-Urbanfolk vom Feinsten.

VÖ: 25.02.2022 | s/r | 7 Tracks | Infos

 
 
 
 
 
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3) CÉCILE MCLORIN SALVANT – “Ghost Song”

Jazz (USA)

Die 32jährige Jazzsängerin, Komponistin und dreifache Grammygewinnerin Cécile McLorin Salvant veröffentlicht mit „Ghost Song“ ihr sechstes Album. Ihr Repertoire umfasst eine enorme Bandbreite, sie ist klassisch ausgebildet und fühlt sich in Jazz, Blues und Folk bis Musiktheater und Varieté zuhause. Songs von anderen interpretiert sie nur, wenn sie sich von ihnen tief berührt fühlt. Das sind auf ihrem neuen Album Coversongs von Kurt Weill bis Sting, aber auch irische Traditionals. Daneben präsentiert sie sieben eigene Songs. Alle haben als gemeinsame Klammer die Auseinandersetzung mit „Geistern“, Abschied und Tod. Zu Beginn singt sie ein sog. Sean-nós-Stück - einen traditionellen irischen A Cappella-Song allein in einer Kirche. Dabei könnte ich ihr stundenlang zuhören, aber der Song leitet gekonnt über zu Kate Bushs „Wuthering Heights“, das ja bekanntlich von einem Geist handelt, die ihren Geliebten zu sich holen will. Trost und Hoffnung kommen bei „Optimistic Voices“ aus dem Musical „Wizard of Oz“ auf, das wie-derum in das Gregory Porter Stück „No Love Dying“ übergeht. Auch der Titelsong überwindet das Leid, wenn Salvant mit dem Geist der verlorenen Liebe tanzt. Am Ende steht mit "Unquiet Grave" wieder ein Traditional. Salvants Stimme kann so gut wie alles, ist aber ver-mutlich deshalb so wundervoll, weil sie damit ihre innersten Geheimnisse offenbart.

VÖ: 04.03.2022 | Nonesuch Records | 12 Tracks | Infos

 
 
 
 
 
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4) RITVA NERO – “Immortal Tradition”

Metal Folk (Finnland)

Ritva Nero ist eine finnische Band um die Sopransaxo-fonistin Sanna Salonen, die ihren ersten Auftritt 2017 bei Salonens Bachelor-Abschlusskonzert an der Sibelius-Akademie Helsinki, der finnischen Musikhochschule hatte. Mit „Immortal Tradition“ releast die Band jetzt einen furiosen Mix, den sie treffend Party-Metal-Folk nennt. Folk meets Metal: explosive Metalwucht geht mit Sopran-saxofon, Nykelharpa und finnischem Dudelsack eine wahnwitzige Verbindung ein. Das Ganze hat Hand und Fuß und durchaus Gehirnschmalz. Salonen ließ sich in ihren Songs nämlich von Folktänzen des 19. Jh. inspirie-ren, die von Ethnomusikolog*innen aufgezeichnet und in Archiven bewahrt und auch heute noch in finnischen und der karelischen Grenzregion zu Russland gepflegt werden. Im Booklet finden sich interessante Hintergründe zu Polka, Mazurka, Trepatska und Maanitus (letzteres ist z.B. ein Tanz von vier Paaren, bei dem sich die Beteilig-ten abwechselnd mit ausgefallenen Tanzschritten und Tricks umwerben). Folkfans und Metalfreund*innen mit Vorliebe für irre schnelle, treibende Tracks werden an diesem Soundtrack gleichermaßen ihre Freude haben wie Tanzwütige, die sich endlich mal wieder austoben wollen. Ab in den Moshpit!

VÖ: 25.02.2022 | Nordic Notes | 9 Tracks | Infos

 
 
 
 
 
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5) SOMI – “Zenzile: the Reimagination of Miriam Makeba”

World | Jazz (USA)

Somi ist eine amerikanische Jazz- und Worldmusik-Künstlerin, Theaterautorin, Schauspielerin und Aktivistin mit Wurzeln in Ruanda und Uganda. Kürzlich wurde sie für ihr Livealbum „Holy Room" mit der hr Bigband für einen Grammy nominiert und war damit die erste afrikanische Frau (!), die jemals in einer Jazz-Kategorie ausgezeichnet wurde. Ihre letzten beiden Alben wurden mit dem NAACP Image Award prämiert. Mit ihrem neuen 5. Studioalbum "Zenzile: The Reimagination of Miriam Makeba" verneigt sie sich jetzt vor einer Legende: der 2008 verstorbenen „Mama Africa“ Miriam Makeba. Die Südafrikanerin hatte in ihren 31 Jahren im Exil weltweite Triumphe gefeiert und gehört zu den bedeutendsten Gesichtern Afrikas. Somi gewann für ihre ungewöhnliche Hommage Mitstreiter*innen wie Gregory Porter, Angeli-que Kidjo, Msaki und Ladysmith Black Mambazo und interpretiert darauf 17 bekannte und weniger bekannte Miriam Makeba Aufnahmen völlig neu. „Zenzile [Makebas wahrer Vorname] ist mein Versuch, die kompromisslose Stimme einer afrikanischen Frau zu ehren, die unweiger-lich Raum für meine eigene Reise und die unzähliger anderer afrikanischer Künstler*innen geschaffen hat. Kurz gesagt, ich schulde ihr etwas. Das tun wir alle! (...) Dieses Projekt ist eine Reaktion darauf, dass sie auf die schwar-ze Liste gesetzt wurde und ihre Stimme in den USA irgendwie anhaltend aus dem kollektiven Bewusstsein gelöscht wurde", so Somi. Mega!

VÖ: 04.03.2022 | Salon Africana  | 17 Tracks | Infos

 
 
 
 
 
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6) OLIVIA TRUMMER - "For You"

Jazz (Deutschland)

"Baby, take a break | remember how to smile" heißen die ersten Zeilen von "Thirsty In The Bathtub" auf Olivia Trummers neuer CD "For You". Im Trio mit ihrem Lebens-partner Nicola Angelucci (dr) und Rosario Bonaccorso (db) hat die Jazzsängerin, Pianistin und Komponistin gerade ihr neuntes Album veröffentlicht. Das verspricht ein entspanntes Hörvergnügen, bei dem einem ganz warm ums Herz wird. Ihre 11 Songs sind als Einladung zum "fühlbaren Gedankenaustausch" zu verstehen. Sie kreisen um die Botschaften des Herzens, das Vertrauen in die eigene Intuition. Trummer lenkt den Blick auf die Achtsamkeit, aufs genaue Erspüren, was die Seele wirklich braucht und was im Leben entbehrlich ist. Ihre gefühlvoll schwingende Stimme und ihr warmes Spiel auf den Tasten - einer Wurlitzer und einem Flügel, den bereits Duke Ellington spielte - stehen im Mittelpunkt dieses songbasierten Jazz. Tolle Akzente kommen von den Gastsolisten Fabrizio Bossa (Trompete) und ihrem langjährigen "Caipi"-Bandkollegen Kurt Rosenwinkel an der E-Gitarre.

VÖ: 18.02.2022 | Warner  | 11 Tracks | Infos

 
 
 
 
 

Auf MELODIVA findet Ihr weitere aktuelle CD-Reviews wie MARIA SOLHEIMS "The Bird Has Flown" oder BLOOD RED SHOES' "Ghosts On Tape" sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine.



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Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas: 
Hildegard Bernasconi, Maria Bätzing, Marie Koppel & Mane Stelzer und 
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