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Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte,

wer in und um Berlin wohnt, kann sich auf ein ganz besonderes Spektakel freuen, das am 04.04. im Lido stattfindet: Die Berliner Band HOLLER MY DEAR hat sich für ihre einmalige Show befreundete Künstler*innen der Berliner Szene wie Tanga Elektra, Teresa Bergman, Yazzkimo, Loop Motor, Kristin Lahoop u.a. eingeladen und verspricht einen Abend voller Musik und Zirkus, mit großartigem Bühnenbild & Licht, Gaumenfreuden fürs Publikum und allem Pipapo (Tickets)! Werft euren Namen in unsere Lostrommel, denn wir verlosen 2 x 2 Karten für dieses Wahnsinns-Event. Schickt uns einfach eine Mail mit dem Betreff "Verlosung" und eurer Postadresse (Einsendeschluss: 24.03.2019). Und jetzt wünschen wir euch viel Spaß mit unseren CD-Tipps.

Liebe Grüße,

Eure Mane vom MELODIVA-Redaktionsteam

 
 
THEMEN – AUSGABE MÄRZ 2019

1) YOUN SUN NAH – „Immersion“
(Jazz
2) BERNADETTE LA HENGST – „Wir sind die Vielen“
(Pop)
3)
MISS PEPPER BLUE – „Traumtag“
(Jazz | Chamber)
4)
SUSAN WOLF – “I Have Visions”
(Folk | Country | Singer-/Songwriter)
5) KITTY SOLARIS –
“Cold City”
(Indie | Rock | Pop)
6)
SARAH-JANE SUMMERS – “Owerset”
(Folk)

 
 
 
 
 
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1) YOUN SUN NAH – „Immersion“

 Jazz (Südkorea/USA)

Youn Sun Nah ist für ihren ausdrucksstarken und facettenreichen Gesang bekannt. Kein Wunder, denn sie war schon in vielen musikalischen Welten zuhause, hat mit Klassik und Musical angefangen und in den 90ern Jazz und französischen Chanson in Paris studiert. Auf ihrem mittlerweile zehnten Werk „Immersion“ (deut. Versenkung) taucht die stimmgewaltige koreanische Sängerin tief in die Songwelt des Folk und Soul ein. Dafür hat sie eigene Lieder geschrieben wie den großartigen Opener „In My Heart“ oder das wendungsreiche „The Wonder“. Außerdem finden sich gekonnte Neu-Interpretationen von bekannten Songs, deren Botschaft sie in ihren Versionen zu neuer Dringlichkeit verhilft. Das zuletzt von Phil Collins bekannte, poppig geschmetterte „You Can’t Hurry Love“ wird von Nah entschleunigt und weicht einer reifen, ernsteren Gelassenheit. Marvin Gaye’s Hit „Mercy Mercy Me“ ist kaum noch zu erkennen, wird von ihr dennoch adäquat inszeniert, behandelt er doch eine Umweltzerstörung, wie man sie hinter Gaye’s ausgelassenem Hit nicht vermuten würde. Einen passenden Produzenten hat sie in dem Pianisten Clément Ducol gefunden, der schon für Camille und Melody Gardot tätig war, was sich auch im dunklen, melancholischen „Schmelz“ mancher Stücke zeigt („Isn’t It A Pity“). Nicht selten lässt sie die elegant wirkende Haltung aber auch fahren und fährt aus der Haut, wie bei ihrer Version von Johnny Cashs „God’s Gonna Cut You Down“. Herausragend!

VÖ: 08.03.2019 | Warner | 13 Tracks | https://www.younsunnah.com/

 
 
 
 
 
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2) BERNADETTE LA HENGST – „Wir sind die Vielen“

Pop (Deutschland) 

Krautrockchansons meet ArabPop auf der Straße des Lover’s Soul“ verspricht der Promotext des 6. Soloalbums der Berliner Musikerin Bernadette La Hengst. Schon das Cover, auf dem sie ungeschminkt und nicht-gephotoshopped zu sehen ist, ist ein Statement. Seit 2000 ist sie solo unterwegs und macht dabei mit politischen Aktionen von sich reden, von der Dorfoper gegen Landflucht bis zur #unteilbar-Demo. Wo sie ist, versammelt sie Menschen um sich herum und kämpft mit phantasievollen Projekten für Gemeinschaft, Vielfalt und Klimaschutz. So auch auf ihrem neuen Album. „I Need Air“ und „I Am An Island“ hat sie zur Weltklimakonferenz in Polen geschrieben und mit einem Kinder- und Jugendchor aufgenommen. Der Titelsong „Wir sind die Vielen!“ ist in Zusammenarbeit mit anderen Künstler*innen als Aktion gegen Rechts entstanden. Mit Musiker*innen aus Marokko und dem Libanon wie der Oudspielerin Youmna Saba hat sie Roadmovies kreiert, die von ihren Eindrücken einer Reise von Madrid bis Casablanca erzählen. Eindrucksvolle Höhepunkte liefern „Mutterland“ und „Das Leben muss scheitern“, das sie mit der Saxophonistin Samantha Wright und der Posaunistin Sonja Beeh eingespielt hat (Kolleginnen des David Bowie-Musicals „Lazarus“, wo La Hengst in den letzten Monaten für die Leadgitarre zuständig war). Hoffnungsfrohe Liebeslieder kann sie auch: „Verstummen“ beschließt das reichhaltige Album, in dem so viel Wichtiges gesagt wird. Protestsongs mit Herz und Hirn, zu denen sich auch noch vortrefflich abrocken lässt.

VÖ: 15.03.2019 | Trikont | 13 Tracks | http://lahengst.com

 
 
 
 
 
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3) MISS PEPPER BLUE – „Traumtag“

Jazz | Chamber (Deutschland) 

Zu einer Tagträumerei laden Gitta Schäfer und Johanna Schmidt mit ihrem neuen Album ein. Auf „Traumtag“ spielen Saxophon und Klavier dicht miteinander verwobene Kompositionen, mal verträumt und unbeschwert wie der gelungene Opener „Lune“, dann sperrig und rhythmisch komplex („Neuner“) oder rasant und mitreißend wie das Stück „Pegasus“. Dass die beiden nicht alles so ernst zu nehmen scheinen, deutet sich auch an; da heult das Saxophon mal wie ein Wolf („Vollmond im Birnbaum“), bei „Drahtesels Achter“ ertönt eine Fahrradklingel. Es ist die Kombination, die Beschränkung auf die zwei Instrumente, die das Album so besonders macht. Nichts fehlt oder ist überflüssig, das Zusammenspiel im Dialog grandios, die Kompositionen vielschichtig. Schmidt hat neben Piano auch Geige studiert und ist außerdem im Klezmer und Tango unterwegs. Seit 2000 widmet sie sich verstärkt der Komposition und Improvisation, die meisten Stücke auf der CD stammen von ihr. Gitta Schäfer studierte Jazz und Klassik in Aachen und ist Mitbegründerin mehrerer Jazz- und Avantgarde-Bands („Ankle to Nose“, „Travail Sonique“ u.a.). Mit „Traumtag“ haben die beiden Musikerinnen eine abwechslungsreiche Klangreise geschaffen, die Geschichten vom Mond erzählt und zu bewegten Stimmungen einlädt.

VÖ: Januar | 9 Tracks | www.misspepperblue.de

 
 
 
 
 
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4) SUSAN WOLF“I Have Visions”

Folk | Country | Singer-/Songwriter (Österreich)

“Follow The Light” ist das Motto der Österreicherin Susan Wolf, die sich vor einigen Jahren mit der Diagnose einer heimtückischen Krankheit (MS) konfrontiert sah, ihren Lebensmut darüber aber nicht verloren hat. Vorher unter dem Namen Soe Tolloy bekannt und als Gastsängerin mit Größen wie Katie Melua, Mick Hucknall und Giant Sand auf Tour, hatte sie bereits zwei Alben veröffentlicht, die Musik aber dann an den Nagel gehängt. Nach Jahren der Abstinenz wagt sie sich jetzt gestärkt wieder in die Welt und präsentiert zehn neue Songs, die sie in Dänemark mit den Multiinstrumentalisten Nikolaj Heyman und Peter Dombernowsky produziert hat. Ihr eigentliches Debütalbum, wie sie es selbst bezeichnet, weil sich erst die Musik, die sie heute macht, wirklich richtig anfühlt. Ihrem neuen Werk wohnt denn auch Hoffnung inne, es erzählt von Liebe, Geborgenheit, Schicksalsannahme und Vertrauen, malt aber auch viele dunkle Farben und klingt tief melancholisch. Dobro, Pedal Steel, Wurlitzer und Dulcitone baden ihre schöne Stimme in warme Klänge. Für Fans von Folk Noir und Country.

VÖ: 22.02.2019 | Jazzhaus Records | 10 Tracks | www.susanwolf.net

 
 
 
 
 
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5) KITTY SOLARIS – “Cold City”

Indie | Rock | Pop (Deutschland)

Berliner Alteingesessene klagen ja oft, dass sich ihre Stadt in den letzten Jahrzehnten zum Negativen verändert hat: wie verrückt herausgeputzt, zieht sie nach wie vor Menschenmassen magisch an und was kommt dabei heraus? Horrende Mieten, Gentrifizierung und ein viel beklagter Verlust von Charme und Identität. Die Berliner Musikerin kann im wahrsten Sinn mehr als ein Lied davon singen und tut das auf ihrer neuen, sechsten Platte "Cold City". Darauf beschreibt sie als Chronistin die Umbrüche, die sie erlebt hat, die Innenansichten einer Stadtbewohnerin, das unperfekte, dreckige Berlin. Sie nimmt uns mit auf einen coolen "Night Trip" (glasklar mein Favorit!) oder zeigt uns, wie es sich anfühlt, als gut gelaunter "Tourist In My Own Town" durch die Stadt zu streifen. Angeregt durch ihre Songs schwelge ich in Erinnerungen an Streifzüge durch das "alte" Berlin vor der Wende mit seinen Graffitis, den Punkkneipen, düsteren Clubs und der rotzigen Musik, mit Iggy Pop, Velvet Underground, The Go-Betweens und Blondie im "Walkman" (wer es nicht mehr kennt: das war ein mobiles Kassettenabspielgerät). Die Songs mit ihrem ganz eigenen rauen, aber einnehmenden Charme, mit ihren schrammeligen Gitarren und dem immer etwas zerbrechlich wirkenden Gesang wirken wie eine kleine Underground-Insel inmitten dieser geleckten Stadt, in der alle so hip sein wollen.

VÖ: 15.02.2019 | Solaris Empire | 12 Tracks | http://www.kitty-solaris.de/
 
 
 
 
 
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6) SARAH-JANE SUMMERS – “Owerset”

Folk (Schottland/Norwegen)

“Owerset” (deut. Übersetzen) ist ein Projekt, das die schottische Geigerin Sarah-Jane Summers 2018 im Auftrag des Celtic Connections Festivals in Glasgow ins Leben gerufen hat. Seit 2010 lebt sie in Norwegen und hat einen Master in norwegischer traditioneller Musik sowie freier Improvisation. Mit ihrem Ensemble aus Jazz- und Folkmusiker*innen - Bridget Marsden (Fiddle), Leif Ottosson (Akkordeon), Hayden Powell (Trompete), Juhani Silvola (Gitarre) und Morten Kvam (Kontrabass) - geht sie schottischen und norwegischen Musiktraditionen auf den Grund und stellt sie in einen neuen Kontext. Im ersten Stück vertonen die fünf die Invasion der Wikinger und anderer Stämme, die im 8./9. Jdt. die Hebriden überfielen und die gälische Kultur begründeten. In ihren Kompositionen ließ sich Summers denn auch von altnordischen Wörtern inspirieren. Da geht es mal um das Gefühl, auf einer Insel umgeben von Nebel aufzuwachsen. Oder sie nimmt alte Hochzeitsriten, Wahrsagerinnen, weinende Kinder und Bärte als Aufhänger für ihre Stücke. Manchmal geht es um den Austausch zwischen Kulturen und Sprachen, in „Owerset II“ wird z.B. eine im schwedischen Stil gespielte Polka in eine schottische Spielweise „übersetzt“. Es ist ein ganz besonderer „blend“, der im Zusammenspiel entsteht: wunderschöne Folkweisen, von manchmal atemberaubend schnellen Fiddlen gespielt, werden vom warmen Bass, akzentuierten Akkordeon-, Trompeten- und Gitarreneinsätzen begleitet.

VÖ: 08.03.2019 | Eighth Nerve Audio | 12 Tracks | https://www.sarah-janesummers.com/

 
 
 
 
 

Auf MELODIVA findet Ihr weitere CD-Reviews von LISA LESTANDER, GEMMA RAY, JULIA EHNINGER QUARTETT, MARIE & JEAN-CLAUDE SÉFÉRIAN sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine: http://www.melodiva.de.



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Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas: 
Hildegard Bernasconi, Maria Bätzing, Marie Koppel & Mane Stelzer und 
die Vorstandsfrauen: Gabi Rummel, Katrin Zurborg und Uta Wagner.


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