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Liebe Melodiven, Freundinnen & Freunde!
Bei diesem Newsletter hatte ich das Vergnügen, mit unserer derzeitigen Praktikantin Saliha Maachi zusammen zu arbeiten. Wir haben wieder schöne Musik für Euch gesammelt! Außerdem gibt es natürlich wieder was zu gewinnen: Die Frankfurter Jazzband OFF TIME CONNECTION (Kornelia Kopf/p, Doris Hebauf/sax, Imogen Gleichauf/dr, Thomas Legrand/b) hat ihr neues Album "Set Me Free" mit elf tollen Eigenkompositionen herausgebracht und wir dürfen sie verlosen! Schickt uns wie immer eine Mail mit dem Betreff "Verlosung" und Eurer Postadresse (Einsendeschluss: 26.03.2017). Wir wünschen Euch viel Glück!
Liebe Grüße, Saliha & Mane & das MELODIVA-Redaktionsteam
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THEMEN – AUSGABE MÄRZ 2017
1) LES AMAZONES D’AFRIQUE – „République Amazone“ (World | Rock | Reggae) 2) JULIA HÜLSMANN TRIO – “Sooner And Later” (Jazz) 3) AWA LY – „Five And A Feather“ (RnB | Soul | World) 4) WILD CHILD - „Fools“ (Alternative | Indie) 5) VAGABON - „Infinite Worlds" (Rock) 6) MAIJA KAUHANEN – “Raivopyörä” (Folk | World)
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1) LES AMAZONES D’AFRIQUE – „République Amazone“
World | R'n'B | Soul (Westafrika)
“We are sick of seeing women suffer because of violence. In the family, in the war zones, we want this practice to stop. We are united to help women move forward”, sagt Mariam Doumbia im Namen des Musikerinnen-Kollektivs Les Amazones Afriques, in dem sich die Crème de la Crème der Musikerinnen Westafrikas zusammengeschlossen hat. Mit den Einnahmen ihres Debütalbums unterstützt das Kollektiv das Panzi Hospital im Kongo, das 40.000 Frauen und Mädchen Hilfe bietet, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind. Das Besondere am Album: es ist nicht einfach eine Compilation, die zufällig passende Veröffentlichungen der Künstlerinnen präsentiert. Die Songtexte wurden teils gemeinsam geschrieben und performt wie z.B. in „I Play The Kora“, wo die Supergroup ein selbstbewusstes Statement für Gleichberechtigung setzt, denn das traditionelle Griot-Instrument war bis in die jüngste Zeit Männern vorbehalten. Künstlerinnen der älteren Generation wie die 59jährige Kandia Kouyaté, die für ihre traditionellen Lobgesänge in ganz Mali bekannt ist, MouneÏssa Tandina, eine der wenigen Trommlerinnen Mali’s und Mariam Doumbia vom renommierten Duo Amadou und Mariam, treffen im Kollektiv auf junge Musikerinnen wie die HipHop-Künstlerin Nneka aus Nigeria oder Inna Modja, die vor allem in Frankreich ein Star ist. Diese Begegnung klingt spannend und durch die Zusammenarbeit mit dem Produzenten Liam Farrell aka Doktor L erstaunlich homogen. Ein Soundtrack zwischen R&B, Dub, Reggae, Wüstenblues und Soul, lässig und mitreißend zugleich.
VÖ: 10.03.2017 | Real World Records | 12 Tracks | Infos
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2) JULIA HÜLSMANN TRIO – “Sooner And Later”
Jazz (Deutschland)
Die Pianistin und Komponistin Julia Hülsmann erhielt 2016 den SWR-Jazzpreis als Musikerin, "die dem Jazz in Europa richtungsweisende Impulse gibt“; in den letzten Jahren hat sie vor allem durch Kollaborationen mit SängerInnen von sich reden gemacht. Nun hat sie im Trio mit Marc Müllbauer (Bass) und Heinrich Köbberling (Schlagzeug) das dritte Instrumental-Album aufgelegt und damit beweisen die drei MusikerInnen wieder einmal, dass sie ein genial eingespieltes Team sind. Kein Wunder, denn sie spielen auch noch in anderen Formationen zusammen und waren auf zahlreichen Reisen in den USA, Kanada, Peru, Zentralasien und China zusammen unterwegs. Ein Reisesouvenir ist z.B. „Biz Joluktuk“, das auf eine Melodie zurückgeht, die die Band während eines Konzerts von einer jungen Geigerin in Kirgisien gehört hatte. Über „Thatpujai“ ist bekannt, dass es als Hommage an die 2003 gestorbene Jazzpianistin Jutta Hipp gedacht ist. Hülsmann hat dafür einzelne Phrasen von Hipp’s Soli in einen neuen Zusammenhang gestellt. In „All I Need“ entführen die drei einen Radiohead Song mal eben kurz in den Jazz. Mir gefällt, wie die Band sich die Bälle zuspielt, die Soli sich ineinander verzahnen. Abwechslung entsteht zusätzlich, weil auch Müllbauer und Köbberling Kompositionen beisteuern. So folgt auf einen temporeichen Track von Hülsmann („Soon“) die rhythmisch komplexe Köbberling Komposition „Later“ – was den Titel erklären könnte. Das Album entlässt sein Publikum mit dem eruptiven Stück „Der Mond“, gar nicht schläfrig und leise.
VÖ: 24.02.2017 | ECM | 12 Tracks | Infos
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3) AWA LY – „Five And A Feather“
RnB | Soul | World (Italien)
Eine Stimme wie Samt, warm und dunkel, schmeichelt sich beim Album „Five And A Feather“ sofort in die Ohren. Sie gehört der in Frankreich geborenen Künstlerin Awa Ly, die als Schauspielerin und Musikerin in Italien lebt, und deren Eltern beide aus dem Senegal stammen. Sie wuchs als Kind mit Soul, Blues und afro-kubanischer Musik aus dem Plattenschrank ihrer Eltern auf, ein Einfluss, der auch auf ihrem vierten Album hörbar ist. Im starken Opener singt sie von einer Geschichtenerzählerin, Schamanin gar, die ihr vorher in einem Traum erschienen ist und mit ihren Geschichten trösten und heilen kann. Anfangs wird sie nur von einer Trommel begleitet, dann baut sich der Rest der Band „Rivière Noire“ hinter ihr auf – einer Band um das Produzententeam Jean Lamoot und Pascal Danae - und damit auch ein ungewöhnlicher Gesamtklang mit Klangfarben aus aller Welt. Kora, Senza (ein Lamellophone ähnlich der Mbira) und Kontrabass, eine wunderschöne chinesische Laute namens Ehru, Blechbläser und eine Steel-Guitar kommen sparsam zum Einsatz und ergeben ein harmonisches Ganzes. Der zweite, hitverdächtige Song „Let You Down“ ist ein genialer Abgesang an den Ex-Lover, „You Will Be Mine“ schäumt frohgemut voller Zuneigung über, im Song „Here“ hat der Rapper Faada Freddy einen Gastauftritt. „Five And A Feather“ ist eine stimmungsvolle Hommage an Liebe und Freundschaft, die dann besonders eindrucksvoll wird, wenn sie von ihren Gegenteilen und seelischen Abgründen erzählt. Awa Ly kommt ab 1. April nach Deutschland, um ihr Album live vorzustellen.
VÖ: 24.02.2017 | Naïve | 11 Tracks | Infos
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4) WILD CHILD - „Fools“
Alternative | Indie (USA)
Wild Child besteht aus den beiden Musikerinnen Kelsey Wilson (Gesang, Violine) und Sadie Wolfe (Cello) sowie Alexander Beggins (Gesang, Ukulele), Matt Bradshaw (Trompete), Evan Magers (Keyboard), Chris D’Annunzio am Bass und Drew Brunetti an den Drums. Die Band kommt ursprünglich aus Austin in Texas, dort haben sie sich 2010 gegründet. Mit "Pillow Talk" (2011) schlug ihr Debütalbum gründlich ein, nach dem zweiten Album "The Runaround" wird jetzt die dritte CD "Fools" veröffentlicht. Das Album "Fools" setzt sich mit den Herausforderungen und Schmerzen am Ende einer (Liebes)-Beziehung auseinander. Darauf weisen auch Songtitel wie "Take it" oder "The Cracks" (deut. "Risse") hin. Besonders zeichnet sich das Album durch den zweistimmigen Gesang aus, welcher bewusst platziert und als ein wunderschönes Stilmittel eingesetzt wird. Die Mischung aus Ukulele, Cello und Violine sorgt in der Verbindung mit Kelsey's fast mädchenhafter Stimme für besonders fröhliche, leicht melancholische Gute Laune-Musik. In dem Song "Meadows" (deut. "Wiese") sind ein paar schöne, rhythmische Changes eingebaut, davon könnte das Album etwas mehr vertragen. So wirken die Songs an manchen Stellen für mein Empfinden etwas zu langweilig und lieb. Alles in allem ist "Fools" aber ein schönes Musikstück. Wild Child schafft es, ein trauriges Thema in Watte einzupacken, so dass am Ende keine pure Verzweiflung, sondern Kraft und Lust auf das Neue steht. Zu den Highlights zählen der Song "Break Bones" und "Saving Face".
VÖ: 10.03.2017 | Dualtone Music | 12 Tracks | Infos
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5) VAGABON - „Infinite Worlds"
Rock (USA)
„Infinite Worlds“ ist das Debütalbum der 24jährigen amerikanischen Multiinstrumentalistin, Producerin und Sängerin Laetitia Tamko. Seit 2014 ist sie als Vagabon unterwegs und hat bereits die EP „Persian Garden“ veröffentlicht. Die ursprünglich aus Kamerun stammende Musikerin lebt seit ihrer Jugend in den Vereinigten Staaten. Ihre Musik ist von Musikstilen West-Afrikas inspiriert. Der erste Track des Albums „The Embers“ beginnt mit sanftem Gesang, es folgt ein sehr rockiger Part. Thematisch geht es darum, dass sie sich selber als einen „small fish“ bezeichnet, der von einem Hai gefressen wird; dort beschreibt sie das Gefühl, sich in der Gegenwart der Anderen unbedeutend zu fühlen. Der zweite Track „Fear And Force“ behandelt den Verlust eines Geliebten, der nach Vermont zieht und den sie sich zurückwünscht. Der vierte Track „Mal À L’aise“ stellt einen totalen Kontrast zum Vorangegangenen da; der Sound ist fast loungig, es gibt keine klar zu erkennende Songstruktur, der Gesang bleibt hintergründig. Der Song „100 Years“ wird RockliebhaberInnen sehr glücklich machen, während „Cold Appartment“ genau das verkörpert, was Vagabon’s Stärken ausmacht: eine gekonnte Mischung aus kraftvoll–schöner Stimme und wunderbar platzierten Rockelementen. Ganz aktuell ist Vagabon auf Tour durch Nordamerika, über sich selber sagt sie: „A lot of it is about finding space for myself, whether it is physical, emotional, social.“ Das Album „Infinite Worlds“ bietet einen vielfältigen Einblick in die Arbeit einer begabten Musikerin.
VÖ: 24.02.2017 | Father/Daughter Records | 8 Tracks | Infos
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6) MAIJA KAUHANEN – “Raivopyörä”
Folk | World (Finnland)
Die finnische Musikerin Maija Kauhanen ist ein Phänomen: sie ist nicht nur Mitglied in mehreren finnischen Worldmusik-Ensembles, singt in der Popband Malmö, und hat als Solomusikerin an der Kantele bereits diverse Preise gewonnen. Sie ist auch als One-Woman-Band unterwegs und spielt die Saarijärvi-Kantele, unterlegt sie mit organischen Beats an Schlagzeug und Percussion, singt dazu und das alles zur gleichen Zeit! Jetzt ist ihr erstes Solo-Album erschienen und es trägt den unaussprechlichen Namen „Raivopyörä“, was so viel heißt wie „Wütender Wirbel“. Im gleichnamigen Lied geht es um die Verheiratung eines jungen Mädchens mit einem Mann, der sich als gewalttätig entpuppt und seine Angetraute schließlich ermordet. Ein anderes Stück handelt vom Gang eines Mädchens zum Altar in eine ungewisse Zukunft („Alttarille“): „her small toes are sent off on their journey“ heißt die letzte Liedzeile in der englischen Übersetzung, die es im Booklet zu lesen gibt. Die Musik wird unheilvoll-schräg wie in einem Horrorfilm und entlädt sich in einer schrillen Klangexplosion. Doch das ist schon das einzig Morbide auf diesem Album. Meist ist ihre Musik unbändig und freudig wie in „Sinisilmä“ (Blue Eyes), wo sie eine junge Liebe besingt. Auch ihre instrumentalen Stücke gefallen mir gut, mal wird es mitreißend ("Floating"), dann wieder meditativ wie im letzten Stück, das den Nachthimmel herbeimalt. Allein dem wunderschönen Klang der Kantele lauschen zu können, ist schon ein Grund, in das Album reinzuhören. Wer kann, sollte sich ihre einzigen Deutschlandkonzerte am 18. & 19. Mai (Folkbaltica) ansehen.
VÖ: 17.03.2017 | Nordic Notes | 7 Tracks | Infos
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Auf MELODIVA findet Ihr weitere CD-Reviews von EVA MAYERHOFER, LIVE MARIA ROGGEN & HELGE LIEN, URSINA, u.v.m. ... sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine: http://www.melodiva.de.
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