|
|
| |
Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte, was für ein lähmendes Wetter! Europa schwitzt unter dem sog. "Hitzedom" und stellt unrühmliche Rekorde auf. Wer kann, genießt bei diesem Wetter im abgedunkelten Zimmer ein kühles Getränk und geht in den Siesta-Modus. Warum dabei nicht die neuste Musik hören? Hier kommen ein paar Empfehlungen für euch. Leider haben wir viel zu wenig Zeit, um all die CDs anzuhören und zu besprechen, die uns netterweise zugeschickt werden; EPs können wir gleich gar nicht in unseren Reviews berücksichtigen. „Standing On The Moon“ (VÖ: 5.6.) von PORT NOO, dem Soloprojekt von Hannah Permanetter, wollen wir euch aber nicht vorenthalten. Sie hat nach sieben Jahren Babypause & Cafégründung zum Glück wieder zur Musik zurückgefunden. Gerade ist sie auf Tour mit ihrer „glorreichen Truppe großartiger Frauen“ Rebecca Motzel, Paula Leitner, Barbara Mayer und Martina Barakoska. Wer kein Ticket mehr ergattert, hat die Chance, ihre Indiefolk-EP zu gewinnen: Wir verlosen eine Kassette (!) & EP unter allen, die uns bis 28.06.2026 per Mail die Antwort auf folgende Frage schicken: "Welche hier vorgestellte Künstlerin ließ sich in ihrem Album von ausgedehnten Reisen inspirieren?" Vergesst nicht eure Postadresse mitzuteilen!
Sweaty greets von Clara & Mane aus der MELODIVA-Redaktion
|
|
|
|
| |
THEMEN-AUSGABE JUNI 2026
1) TO ATHENA – „Have I Lost My Magic?“ (Indie | Folk | Pop) 2) ECCA VANDAL - „Looking For People To Unfollow“ (Alternative Rock | Punk | HipHop) 3) MODERN WOMAN - „Johnny’s Dreamworld“ (Postpunk | Avantgarde | Folk) 4) CARLA KÖLLNER BIG BAND – „not obsessed but kinda into it“ (Jazz) 5) SOPHIE ABRAHAM – „The Beauty In Between“ (Jazz | Klassik) 6) NAÏSSAM JALAL – „Landscapes Of Eternity“ (World | Jazz | Klassik )
|
|
|
|
| |
|
1) TO ATHENA – „Have I Lost My Magic?“
Indie | Folk | Pop (Schweiz)
„Wenn die Magie verloren scheint: To Athena singt von Heilung und Hoffnung“, heißt es in der Ankündigung zum dritten Studioalbum von To Athena, der Schweizer Indiemusikerin Tiffany Limacher. Die "Heilung" kommt prompt, denn das ist meine neue Lieblingsplatte! Von Harfe, Streichern und einem warmen Bandsound umhüllt, singt sie mit ihrer wundervollen Stimme und einem hoffnungsvollen Blick nach vorn von echter Verbindung und menschlicher Wärme. Ihr Gesang auf Schwyzerdütsch und Englisch ist pure Emotion: Mal zärtlich & intim wie in „Collide“, mal mit rauem Timbre und kraftvoll wie im Song „Dänke“ (das wär im Übrigen mal ein wirklich großartiger Song für den ESC!) oder tief berührend („Weird Kid“, „Rival“). „Hebe“ ist mein persönliches Highlight, eine zärtlichere Bitte um eine Umarmung gibt es nicht. Von ihren Schweizer Kolleg*innen Sophie Hunger und Black Sea Dahu ist die Band nicht weit weg, denkt euch einfach noch eine Prise Beatles-Vibes dazu. Wer in der Schweiz lebt oder im Sommer Urlaub macht, sollte sich die kommenden Livekonzerte nicht entgehen lassen, wenn sie mit ihrem 9-köpfigen Pop-Orchester auf der Bühne steht. Video
VÖ: 22.05.26 | Mouthwatering Records | 12 Tracks | Shop | Infos
|
|
|
|
|
|
| |
|
2) ECCA VANDAL - „Looking For People To Unfollow“
Alternative Rock | Punk | HipHop (Australien) Ecca Vandal ist eine australische Künstlerin mit Wurzeln in Sri Lanka, die treffend als „Genre-Chamäleon“ beschrieben wird. Mit ihrem zweiten Album „Looking For People To Unfollow" bietet sie ganze 17 Tracks voller Energie und Empowerment und zeigt dabei ihre vielen Facetten. Selbst beschreibt sie das Album als einen Aufruf zur Reduktion und Expansion: loszulassen, was sich nicht „echt“ anfühlt und Raum in einer Welt einzunehmen, die immer wieder erwartet, dass man sich selbst kleinmacht. Von verzerrten Gitarren und rohem Punk-Sound bis hin zu elektronischeren Beats und Hip-Hop-Elementen, ist auf diesem Album alles zu finden. Auch stimmlich ist Ecca Vandal sehr wandelbar und zeigt, dass sie nicht nur cleane Vocals beherrscht, sondern auch stilistisch etwas „härtere“ sowie Rap. Ein weiterer Bonus am Rande ist die sehr ansprechende visuelle Ästhetik, die sich auch in den Musikvideos wiederfindet. Für mich aktuell einer meiner Top-Releases dieses Jahres. Zu meinen Favoriten gehören "Bleed But Never Die" und "Cruising To Self-Soothe". Video
VÖ: 22.05.2026 | Loma Vista Recordings | 17 Tracks | Shop | Infos
|
|
|
|
|
|
| |
|
3) MODERN WOMAN - „Johnny’s Dreamworld“
Post-Punk | Avantgarde | Folk (Großbritannien) Das Album „Johnny’s Dreamworld“ der Londoner Band Modern Woman ist mir zunächst aufgrund der Mischung aus Titel und Bandnamen ins Auge gestochen. Als ich gelesen habe, dass sie Post-Punk, Avantgarde und Folk miteinander verbinden, konnte ich mir darunter zunächst nicht viel vorstellen. Nach dem ersten Mal Hören war ich jedoch positiv überrascht. Falls man mit dem Genre der sogenannten „weird girl fiction“ vertraut ist, kann man vielleicht nachvollziehen, warum mich das Album daran erinnert. Unvorhersehbare Vocals, die teils so wirken, als würde man einem musikalisch unterlegten Monolog lauschen, treffen auf Instrumentals, die ebenso abwechslungsreich sind und sich nur schwer in ein Genre „quetschen“ lassen. Man kann die Einflüsse von Björk heraushören, die die Sängerin Sophie Harris sehr geprägt hat. Zudem erinnert mich der Stil stellenweise etwas an die Band Wet Leg. Zusammenfassend würde ich die Platte als ein gelungenes Werk bezeichnen, das vielleicht keine Easy-Listening-Hintergrundmusik ist oder zum ausgelassenen Tanzen einlädt, aber bei dem es sich sicherlich lohnt, wirklich genauer zuzuhören. Meine persönlichen Favoriten sind der Titeltrack und "Neptune Girl". Video
VÖ: 01.05.2026 | One Little Independent | 9 Tracks | Shop | Infos
|
|
|
|
|
|
| |
|
4) CARLA KÖLLNER BIG BAND – „not obsessed but kinda into it“
Jazz (Deutschland) „I wrote a jazz album and asked people to play some jazz on it“, schreibt die Posaunistin, Arrangeurin, Komponistin und Bandleaderin Carla Köllner aus Essen lakonisch über ihr Album. Sie verfügt bereits über einen kostbaren Erfahrungsschatz mit zahlreichen Meilensteinen, vom Bundesjugendjazzorchester über Studienjahre u.a. mit einem Master Big Band an der HfMDK in Frankfurt, bis hin zur Mitwirkung in der WDR Big Band, Luise Volkmanns „Été Large“ oder bei Nina Chuba, TILAR und AnnenMayKantereit, um nur einige zu nennen. Dennoch hat sie immer wieder gehadert mit sich und dem harten Musikgeschäft, jedoch nie aufgegeben und stattdessen ein Debütalbum veröffentlicht. „Persistence“ heißt denn auch eins der Stücke, die man auf dem neuen Longplayer mit dem vielsagenden Titel „not obsessed but kinda into it“ (Nicht besessen, aber irgendwie doch begeistert) findet. Darauf lässt sie ihre 9 Kompositionen von zahlreichen vertrauten Weggefährt*innen – Lisa Buchholz (flgh), Paula Steimer (as/fl/cl), Caris Hermes (b), Carlotta Ribbe (vib) u.a. – kraftvoll umsetzen und mit ausdrucksstarken Soli krönen, die sich elegant mit den Orchesterparts verzahnen. Fette Beats, tolle Klangfarben und mitreißende Arrangements! Video
VÖ: 15.05.2026 | Jazz Jazz | 9 Tracks | Shop | Infos
|
|
|
|
|
|
| |
|
5) SOPHIE ABRAHAM – „The Beauty In Between“
Jazz | Klassik (Österreich) Das Leben ist schrecklich und schön und alles dazwischen. Um die Schönheit dieses „Dazwischen“ und „die Kraft der Zwischenräume“ geht es im neuen, zweiten Album der Cellistin Sophie Abraham, Kulturpreisträgerin des Landes Niederösterreich (2024) und Österreichische Staatsstipendiatin für Komposition (2025). Auf „The Beauty In Between“ verarbeitet sie wie schon beim Vorgänger „Brothers“ leidvolle persönliche Erfahrungen. Vor zwei Jahren starb ihr Vater und hinterließ eine große Lücke. Auf dem Albumcover ist sie denn auch im freien Fall zu sehen und beginnt ihr Werk mit dem einnehmenden Opener „Roadtrip“, den sie ihm gewidmet hat. Das Titelstück ist ein Liebeslied an ihre Schwester, eine Musikerin, die seit vielen Jahren nicht mehr auf der Bühne stehen kann, weil sie an MS erkrankt ist, und dennoch ihr Leben intensiv lebt und eine eigene Lücke gefüllt hat. Es sind diese Leerstellen, aus denen neue, interessante Entwicklungsräume erwachsen, die Abraham mit Cello, Stimme und Effekten erforscht - aber auch das Improvisierte und Fluide, das sich der Einengung und Ausgrenzung entzieht und eine Gesellschaft erst "reich" werden lässt. Genauso reich ist ihre Musik: Eingängige Melodien, sphärische, schwebende Klänge und groovige Riffs wechseln sich ab und schaffen fantasievoll gestaltete Atmosphären. Im „Stille Remix“ werden ihre Cellomelodien sogar tanzbar. Video
VÖ: 05.06.2026 | cracked anegg records | 9 Tracks | Infos
|
|
|
|
|
|
| |
|
6) NAÏSSAM JALAL – „Landscapes Of Eternity“
World | Jazz | Klassik (Frankreich) Auf ihrem neuen Album breitet die vielfach mit Jazz- und Kompositionspreisen ausgezeichnete französische Musikerin Naïssam Jalal eine kontemplative Klangreise aus. Mit ihren „Landschaften der Ewigkeit“ lädt sie uns ein, in die klassische Musik Nordindiens (Hindustani) einzutauchen. Um diese spirituelle Musik zu erkunden, reiste sie in den letzten 6 Jahren monatelang durch Indien, traf lokale Musiker*innen und lernte bei Meistern dieser Musik. Die Kompositionen orientieren sich meist an Ragas, melodischen Strukturen, die als Grundlage für Improvisationen dienen und denen spezifische Emotionen und bestimmte Tageszeiten zugeordnet werden. Am Anfang steht bei allen fünf Tracks ein Akkord, das gleiche Klangfeld, auf dem sich unterschiedliche Kompositionen entwickeln. Jalal zeichnet damit ihre Erlebnisse und Gefühle auf Reisen nach: die typische Stimmung der Morgendämmerung im Reisfeld, den sanften Regen auf einem stillen Fluss, ein Bad im Mondlicht oder ein Gefühl der tiefen Dankbarkeit. Mit ihrem Ensemble an Piano, Tabla, Tanpura & Sarod (beides Langhalslauten) und Schlagzeug entwickelt sie die in der Tradition verankerten Ideen weiter. Jalals musikalischer Ausdruck ist einzigartig: sie spielt Flöte und singt manchmal gleichzeitig, ist ganz bei sich, wenn sie improvisiert. Ihre Songs sind Gebet, innere Einkehr und expressiver Ausdruck zugleich. Video
VÖ: 24.04.2026 | Les Couleurs Du Son | 5 Tracks | Shop | Infos)
|
|
|
|
|
|
| |
Auf MELODIVA findet Ihr weitere neue CD-Reviews: Tina Adomako hat sich “Rosendals Garden“ des YELENA ECKEMOFF TRIO und “A Beautiful Buzz“ von SAMANTHA MARTIN & DELTA SUGAR für uns angehört. Fee Kuhn empfiehlt “Burn The House Down“ von GHALIA VOLT und Clara Hofmann das Album “Ghostwood“ der Nürnberger Band HI MOM. Ein Blick auf unsere News, Reports und den gut bestückten Kalender mit Konzert- und Workshopterminen lohnt sich ebenfalls!
Wenn Ihr Tipps & Infos für den nächsten Monat habt, meldet Euch wie immer bei uns unter musik@melodiva.de!
Wer diesen Newsletter trotz seines überaus informativen, sorgfältig recherchierten und interessanten Gehalts in Zukunft lieber nicht mehr bekommen möchte, kann sich hier austragen. Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas:
Verena Höfle, Belqis Schuber, Hildegard Bernasconi & Mane Stelzer und
die Vorstandsfrauen: Nina Hacker und Katrin Zurborg.
Copyright – http://www.frauenmusikbuero.de,
http://www.melodiva.de
fon: +49 (0)69-4960-848
IMPRESSUM: FRAUEN MUSIK BÜRO,
ein Projekt des Trägervereins: Frauen machen Musik e.V.,
Roßdorferstr. 24, 60385 Frankfurt, Vereinsregister Frankfurt Nr.: 9878
|
|
|
 |
|