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Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte,
eines sollten wir aus den letzten zwei Jahren Pandemie gelernt haben: wenn der minutiös durchgetaktete Alltag immer wieder mit Zwangspausen unterbrochen wird, entsteht eine neue Ressource - Zeit! Was für die einen vertane Zeit war, erwies sich für andere als einzigartige Chance, endlich etwas in Ruhe reifen zu lassen und ohne Erwartungsdruck Neues auszuprobieren. Selbst Musiker*innen aus weit entfernten Teilen der Welt konnten sich dank filesharing zusammenschließen und gemeinsam an neuen Alben arbeiten. Und wir können uns jetzt Monate später freuen, dass dabei so großartige neue Musik entstanden ist. Denn ohne Musik würden wir - mal ehrlich - doch alle verrückt werden...
Deshalb legen wir heute nach und das wunderbare Debüt „Grow“ der niederländischen Jazzsängerin JESSICA DE BOER in die heutige Lostrommel. Diese hatte ich euch schon in den Feb-CD Tipps vorgestellt. Wir verlosen eine CD unter allen, die uns bis 19.06.2022 eine Mail schreiben, ihre Adresse mitteilen und die heutige Preisfrage beantworten: "Wie nennt man das traditionelle Instrument, das neben 4 Spielsaiten noch 5 weitere Resonanzsaiten aufweist?"
Ein schönes verlängertes Wochenende wünscht euch
eure Mane
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THEMEN – AUSGABE JUNI 2022
1) JAGUN – „Transatlântico“ (Jazz | Bossa Nova | Folk) 2) MOLLY'S MOON – „Dusk“ (Folk | Country) 3) ANNBJORG LIEN – “Janus” (World | Folk) 4) MAIJA KAUHANEN – „Menneet“ (Folk | World) 5) VIVIANE – „Quando Tiveres Tempo“ (Folk | World | Jazz) 6) ELIS NOA– „I Was Just About To Leave” (Pop | Electro)
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1) JAGUN – „Transatlântico“
Jazz | Bossa Nova | Folk (Deutschland) 1995 unternahm die Sängerin Eva Jagun ihre erste Reise nach Rio de Janeiro, seitdem ist sie von Rhythmen und Sprache des Bossa Nova fasziniert. Gemeinsam mit dem Schweizer Musiker Manuel Zacek (Git/Bass) bildet sie den Kern der Berliner Band Jagun und hat bereits zwei Alben mit ihm produziert, an denen auch viele brasiliani-sche Musiker*innen beteiligt waren. Aber anders als bei den Vorgängeralben konnte die neue CD nicht mit einer Liveband im Studio umgesetzt werden - die Coronapan-demie erforderte eine ganz neue Arbeitsweise via File-sharing. Sage und schreibe 40 Musiker*innen nahmen ihre Takes im Homestudio auf und schickten sie über die transatlantische Verbindung nach Berlin. Diese Produk-tionsweise ermöglichte es Jagun, jedem Song eine individuelle Besetzung zu geben und die Ingredienzen aus einer ungewöhnlichen Klangvielfalt zu wählen. Viele Songs sind von der brasilianischen Musikkultur und der blumig-metaphorischen Sprache des Bossa Nova inspiriert, es sind aber auch nicht minder schöne, folkigere Klänge zu hören („Coming Home“, „The Chance“, „I Wanna“). Eva Jagun singt auf Englisch, Brasilianisch und Deutsch von Abschieden, Entbehrun-gen, Sehnsucht und den vielen Facetten der Liebe. Ihre warme und weiche Stimme verleiht dem Soundtrack eine Unbeschwertheit, die wie geschaffen ist, einen lauen Sommerabend lang kleine Fluchten aus dem Alltag zu genießen VÖ: 17.06.2022 | Jagun Records | 12 Tracks | Infos
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2) MOLLY'S MOON – „Dusk“
Folk | Country (Deutschland) Auch dem Stuttgarter Duo Molly’s Moon schenkte die Coronapandemie so viel freie Zeit, dass es ein neues Album aufnehmen konnte. Darauf sind 13 wunderschöne Akustikperlen von Anna-Lena Michel (Vocals & Lyrics) und Multiinstrumentalist Frank Rapke zu hören, die sich zwischen Folk und Country bewegen. Man mag sich mit ihnen zusammen an ein Lagerfeuer setzen, den melancholischen Gitarrenklängen und mehrstimmigen Gesängen lauschen und bei den ohrwurmverdächtigen Refrains mitsingen. Es sind Songs vom Heimkommen, der Liebe, dem Herzschmerz und den Dingen, auf die es im Leben ankommt. Michel und Rapke sind beide Ausbilder*innen bei JAS Education, einer Akademie, an der man sich zur/zum Profimusiker*in, Schauspieler*in und Musicaldarsteller*in ausbilden lassen kann. Das erklärt vielleicht ihr Händchen für eingängige Melodien und für das, was einen guten Song ausmacht, aber auch die Vielseitigkeit ihres Repertoires. Kleine Highlights kommen von besonderes Klangfarben und wenn sich die beiden Stimmen („Secret To Keep“, „Wise Man’s Lullaby“) mischen. Zeitlos schöne Musik. VÖ: 20.05.2022 | 13 Tracks | Infos
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3) ANNBJORG LIEN – “Janus”
World | Folk (Norwegen)
Seit Jahrzehnten hat Annbjorg Lien einen bedeutenden Einfluss auf die norwegische Musikszene und ist als Botschafterin und Erneuerin Traditioneller Musik bekannt. In ihrem neuen Album taucht sie tief in die Folkmusik-Tradition aus dem norwegischen Setesdal ein. Das Album „Janus“ ist das Resultat ihres Doktorats an der Universität Agder und verbindet traditionelle Musik mit neuen Einflüssen. Im Mittelpunkt steht die Hardangerfiedel, eine Kastenhalslaute, die vor allem in der Volksmusik im Süden Norwegens verwendet wird (Filmfans kennen sie aus den Soundtracks von "Herr der Ringe" oder Fargo). Sie besitzt neben den vier Spielsaiten, die gestrichen werden, noch fünf weitere Resonanzsaiten aus Stahl oder Messing, die unter dem Griffbrett verlaufen und beim Spielen mitschwingen. Mit Perlmutt, Verzierungen und Schnitzereien sieht sie außerdem wunderschön aus, jede*r Geigenbauer*in hat Ihren/seinen eigenen Style. Lien greift die charakteristischen Eigenarten, die Spiel-techniken, Stimmungen und traditionellen Melodien und Motive auf und nutzt sie für neue Kompositionen. Dabei mischt sie moderne Instrumente wie E-Gitarren, E-Bass und Schlagzeug mit weiteren Klangfarben aus dem Folkinstrumentarium und ist in zwei Songs auch am Gesang zu hören. Augen zu und wegträumen.
VÖ: 22.04.2022 | Heilo | 8 Tracks | Infos
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4) MAIJA KAUHANEN – „Menneet“
World | Folk (Finnland) Maija Kauhanen, das "One-Woman-Orchestra" von Finnland, hat im Mai ihr zweites, komplett in Eigenregie aufgenommenes Album herausgebracht. Mit dabei sind diverse Kanteles (Kastenzithern), mal fünf-, mal 23-, mal 39-saitig, die sie mit Fingern, Plektren und Bögen bespielt; außerdem ihre schöne Stimme und allerlei Percussion, darunter jede Menge "random metal kitchen stuff" vom Flohmarkt. Das neue Album ist das Ergebnis einer neun Monate währenden Auszeit in einem Nationalpark, wo sie in einer Kommune lebte. Dort nahm sie sich die Freiheit, mit neuen Klangwelten und Techniken zu experimentieren, zu improvisieren, zu komponieren und zu schreiben, aber auch im See zu schwimmen und in die Sauna zu hüpfen. "Käärme" (Schlange) zeigt ein Thema ihrer Introspektive: "In diesem Lied frage ich mich, ob Anforderungen, die mich einschränken, von außen oder aus meinem eigenen Kopf kommen. Ich habe viel darüber nachgedacht, wie es ist, nett zu sein und anderen Menschen zu gefallen. Es geht um den Moment, in dem man die Kritiker herausfordern will, aber noch zögert: Traue ich mich?", erzählt sie. In ihren Songs geht es überhaupt viel um Mut, den es braucht, um Grenzen zu setzen und die eigenen Träume zu verfolgen. Kauhanen packt sie in kraftvolle, große Weite erzeugende Klangräume ein. Das Album schließt mit "Turvapaikka" an einem zauberhaften, sicheren Ort.
VÖ: 13.05.2022 | Nordic Notes | 8 Tracks | Infos
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5) VIVIANE – „Quando Tiveres Tempo“
Folk | World | Jazz (Portugal) "Wenn du Zeit hast" heißt das neue Album der portugiesischen Sängerin, Songwriterin und Flötistin Viviane auf Deutsch übersetzt. Sie kann bereits auf eine vier Jahrzehnte währende Karriere zurückblicken. Zum einen mit ihrer in Portugal sehr erfolgreichen Poprock-Band "Entre Aspas", aber auch als Solokünstlerin, die schon sechs Alben veröffentlicht hat. Ihre Musik ist aufgrund ihrer portugiesischen und französischen Wurzeln von Fado, Chanson, Tango, Jazz-Manouche und anderen mediterranen Einflüssen beeinflusst. Bei Fado und einer portugiesischen Sängerin denkt man unwillkürlich an Melancholie, an die "Saudade", aber das Album strahlt hauptsächlich Lebensfreude aus. Viel Atmosphäre kommt von der portugiesischen Gitarre (Tó Viegas), und das Flair von verspielter, grooviger Straßen- und Zirkusmusik zaubert eine charmante Stimmung.
VÖ: 03.06.2022 | o-tone music | 10 Tracks | Infos
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6) ELIS NOA– „I Was Just About To Leave”
Pop | Electro (Österreich) Nicht selten finden Bands an Hochschulen zusammen - beim Wiener Electronic Soul-Duo Elis Noa war das der Fall. Aaron Hader und Elisa Godino lernten sich während ihrer gemeinsamen Studienzeit an der Jazzabteilung der Wiener Musikuniversität kennen und lieben. Zwei EPs und die Debüt-LP „What Do You Desire?“ (2020) liegen hinter ihnen, sie waren beim Reeperbahn Festival, Waves Festival, Popfest Wien u.a. zu Gast und ihre Musik wurde über 1 Million auf verschiedenen Plattformen abgespielt. Jetzt ist ein neues Album erschienen und es ist wie der Vorgänger ein Konzeptalbum, diesmal über das Loslassen, die Selbstakzeptanz, die Wertschätzung der eigenen Person und die Fähigkeit, die richtigen Entscheidungen für sich selbst zu treffen. Intim, intensiv und sehr gefühlvoll ist diese Musik, sie kreuzt Electro, Pop und Soul, berührt, macht aber auch Lust zu Tanzen. Wer die Chance hat, sie im Sommer auf einem Festival zu sehen, sollte sich unbedingt ein Ticket sichern.
VÖ: 27.05.2022 | Las Vegas Records | 11 Tracks | Infos
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Wer diesen Newsletter trotz seines überaus informativen, sorgfältig recherchierten und interessanten Gehalts in Zukunft lieber nicht mehr bekommen möchte, kann sich hier austragen. Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas:
Hildegard Bernasconi, Maria Bätzing, Marie Koppel & Mane Stelzer und
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