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Liebe Melodiven, Freundinnen & Freunde!



Songs europäischer Komponisten aus Film und Fernsehen mit einer Jazzband auf die Bühne zu bringen - das hatte sich die Jazzsängerin STEFANIE SCHLESINGER in mehreren Nächten der Filmmusik in München seit 2004 zur Aufgabe gemacht. Ihre Lieblingssongs hat sie jetzt auf ihrem neuen Album "Reality" verewigt (VÖ: 16.06.2017, Hipjazz Records). Wir verlosen 3 Exemplare unter allen, die uns bis 20.06.2017 eine Mail mit dem Betreff "Verlosung" und ihrer Postadresse zuschicken. Viel Spaß beim Lesen & Lauschen!

Eure Mane & das MELODIVA-Redaktionsteam

 
 
THEMEN – AUSGABE JUNI 2017

1) DENAI MOORE – „We Used To Bloom“
(R'n'B | Soul | Indie)
2)
CAMILLE – “Ouï”
(A Cappella | Pop)
3) TH€ $OUND OF MON€¥ - „More? Why not!”
(Pop | Rock | Indie)
4) REBECA LANE – „Alma Mestiza“
(HipHop)
5) REBECCA TRESCHER ENSEMBLE 11 –
“Floating Food”
(Jazz
6) ANNE VANSCHOTHORST – „Beautiful World“
(Soundtrack)
7) ALMA - „Oeo” (World)

 
 
 
 
 
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1) DENAI MOORE – „We Used To Bloom“

R'n'B | Soul | Indie (Großbritannien)

Die 23jährige Denai Moore ist in Jamaika als Tochter eines Sessionmusikers und umgeben von der Gospelmusik der örtlichen Kirchen, später im Londoner Stadtviertel Stratford aufgewachsen. Schon als Teenie machte sie auf sich aufmerksam, ihre Debüt-EP brachte ihr 2013 einen Auftritt bei Jools Holland und ihr erstes Album „Elsewhere“ (2015) viele Anfragen von bekannten Musikern und Produzenten ein. Jetzt erscheint ihr zweites Album und das zeigt eine bemerkenswerte Reife. „Es wäre so viel leichter gewesen, ganz schnörkellos ein Album aufzunehmen. In meinen Augen ist es jedoch sinnlos, etwas ohne die Absicht zu beginnen, am Ende eine bessere Version von sich selbst geworden zu sein“, sagt Moore dazu. In ihren Songs reflektiert sie ihre Erfahrungen und gewinnt Erkenntnisse wie die, nicht alles wissen und kontrollieren zu können, die eigenen hohen Ansprüche loszulassen und sich selbst zu akzeptieren. Es geht um Wachstum, sich selbst verstehen zu lernen, aber auch um das Frau-Sein und eine "starke weibliche Energie". Ihre Songs zeigen ihre Liebe zum Gospel, wunderschöne Refrain-Chöre wie im tollen „Desolately Devoted“ setzen ihrer beeindruckenden, souligen Stimme noch die Krone auf. Die Musik ist sparsam, coole, stockende Beats und Industrial Synthies, Trompete und E-Gitarre bereiten den Boden für Moore‘s tollen Gesang.

VÖ: 09.06.2017 | Because/Warner | 10 Tracks | http://www.denaimoore.com

 
 
 
 
 
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2) CAMILLE – “Ouï”

A Cappella | Pop (Frankreich)

Sechs Jahre mussten Fans der eigenwilligen französischen Künstlerin warten, jetzt hat sie endlich ein neues Werk veröffentlicht. Es beginnt erhaben und wie gewohnt eindrucksvoll. In „Sous Le Sable“ (Unter dem Sand) singt Camille zu einer Trommel und dunkel-sphärischen Klängen in ihrer markanten Art, ihrer ganz eigenen Art, Silben zu betonen und die Stimme fast schon perkussiv zu gebrauchen. Nach dem mit vielen Stimmen verschachtelten "Lasso" folgt das zarte, wunderschöne „Fontaine De Lait“ (Brunnen aus Milch), für mich klar das schönste Stück auf ihrem Album. Dazu erklärt Camille: "In diesem Track ist alles im Fluss. Ich dehne französische Worte so, dass sie sich geradezu flüssig anfühlen." Ungewohnt ist, sie in Englisch singen zu hören („Seeds“), aber auch das ist stimmig und berührend. Spätestens zu Beginn von „Nuit Debout“ ist dann deutlich zu hören, wo das Album aufgenommen wurde: in La Chartreuse, einem ehemaligen Kloster in Avignon, das heute KünstlerInnen beherbergt. Ein Jahr hat es gedauert, bis sie ihr neues Album “Ouï” mit ihren langjährigen Weggefährten, dem Komponist und Multi-Instrumentalist Clement Ducol und Ton- und Mixing-Ingenieur Maxime Leguil aufgenommen hatte. Es braucht nicht viel, im Grunde nur einen vielseitigen analogen Moog-Synthesizer, um die schier unerschöpflich wirkenden Gesangs-Ideen der Französin umzusetzen und zu begleiten. In „Piscine“ mag man ihr „aller a la mer“ lautstark mitsingen. Überhaupt ist das Album vor allem für A Cappella-Fans unbedingt zu empfehlen.

VÖ: 02.06.2017 | Because/ Warner Music | 11 Tracks | http://www.camilleofficiel.fr/

 
 
 
 
 
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3) TH€ $OUND OF MON€¥ - „More? Why not!”

Pop | Rock | Indie  (Deutschland)

Auf diese ver-rückte (!) Idee muss frau erstmal kommen: frau nehme 12 Titel ihrer Lieblingsplatten, würfele die Buchstaben wild durcheinander bis neue Titel entstehen, und nehme die musikalisch-atmosphärische DNA der Platten als Basis für neue Songs. So geschehen bei der Band „The Sound Of Money“ um die Gitarristin und Sängerin Claudia Kaiser – auch bekannt als Autorin des amüsanten Band-Tagebuchs „Rocken und Hosen“ und Mitglied der fast-all female group Die Moulinettes – und den Musiker und Label- und Studiobetreiber Albert Pöschl. Pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum des Summer of Love 1967 präsentieren sie jetzt mit weiteren MusikerInnen ihr Konzeptalbum mit dem Untertitel „An Anagrammatic Exorcism Of The 60s“. Und der macht ungeheuren Spaß. Aus „Pet Sounds“ wird „Nude Spots“, aus „Highway 61 Revisited“ „I Had 1680 Wives“ und das Anagramm von “Something Else” von den Kinks wird bei Kaiser & Co. zu „The Smile’s Gone“. Die Musik beschwört die sonnige Zeit des Disco-Folk und Psycho-Pops herauf, mit einem Augenzwinkern werden Geschichten von der ach so freien Liebe erzählt und Textzeilen durch den Kakao gezogen:  „Have you come / To Taj My Mahal / I am scared! / Can you cancel my independence?“ oder „Nobody knows how double I’ve seen / Nobody’s nose smells cheeses“. Bläser, Bongos, Synthies, Streicher und Zither (!) gehören genauso zum Gesamtkunstwerk wie das geniale Artwork des Animationsfilmers Andreas Hykade, der auf Front- und Rückseite der CD seine ganz eigenen Versionen der 12 Original-Albumcover zeigt. Heute stellen sie ihr komisches Kaleidoskop im Milla in München vor - wer kann, sollte hingehen!

VÖ: 16.06.2017 | BB*ISLAND | 12 Tracks | http://thesoundofmoney.org

 
 
 
 
 
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4) REBECA LANE – „Alma Mestiza“

HipHop (Guatemala)    

HipHop hat mir geholfen, mich von den Verletzungen aus einer gewalttätigen Beziehung zu heilen, aber auch von der Vergangenheit meiner Familie“, sagt die Rapperin und aktive Feministin Rebeca Lane in einem TV-Beitrag. Sie stammt aus Guatemala und hat im Bürgerkrieg ihre Tante verloren, die wie 45.000 andere Menschen spurlos verschwand. Nach ihr benannt, macht sie sich schon früh für die Aufarbeitung der Gräueltaten des Bürgerkrieges stark, die bis heute als kollektives Trauma nachwirken. Sie studiert Soziologie, engagiert sich mit anderen jungen Leuten politisch und kulturell für die indigene Bevölkerung und entdeckt den HipHop als Ausdrucksmittel. Zunehmend nutzt sie ihn, um gegen den starken Machismo und die grassierende Gewalt gegen Frauen anzukämpfen, die sie als Folge der Tatsache sieht, dass die Täter des Krieges bis heute straffrei geblieben sind und immer noch im politischen Geschehen mitmischen. Damit ist sie erfolgreich, sie spielt auf wichtigen Festivals, gibt Rap-Workshops für Frauen und gründet die Vereinigung „Somos Guerreras“ (Wir sind Kriegerinnen), ein Netzwerk von lateinamerikanischen Rapperinnen, das sich in der HipHop-Szene Gehör verschafft. Mit ihrem dritten Album „Alma Mestiza“ hat sie jetzt ein kraftvolles Manifest veröffentlicht. Besonders stark sind für mich „Somos todo“ (Wir sind alle) und „Este cuerpo es mio“ (Mein Körper gehört mir), auch wenn es für mich als Spanischunkundige nicht so leicht ist, mir ihre Musik in diesem sprachlastigen und –gewaltigen Genre zu erschließen. Mit ihrer dritten CD kommt sie in Kürze für einige Konzerte nach Deutschland.

VÖ: 09.06.2017 | flowfish.records | 14 Tracks | http://www.rebecalane.com

 
 
 
 
 
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5) REBECCA TRESCHER ENSEMBLE 11 – “Floating Food”

Jazz (Deutschland)

“Floating Food” ist das zweite Album der Klarinettistin und Komponistin Rebecca Trescher und ihrem (elfköpfigen) Ensemble 11. Trescher stammt aus Tübingen, lebt aber jetzt in Nürnberg, wo für sie eigens der Master-Studiengang Jazz-Klarinette eingerichtet wurde. Noch dazu hat sie Komposition und Arrangement studiert und ist momentan Teilnehmerin der Masterclass Komposition für große Ensembles in München. Sie ist eine, die es ganz genau wissen will, für die aber dennoch der Weg das Ziel ist.  „Absolute Musik, die (…) ein Gefühl von Freude hinterlässt“ wollte die junge Musikerin auf ihrem neuen Album kreieren. Sie kann mit ihrem Ensemble über eine Fülle von Klangfarben verfügen, die mitnichten der klassischen Besetzung eines Jazzensembles entsprechen: neben Klavier, Vibraphon und Harfe spielen Saxophone, Klarinetten, klassische Flöte, Stimme und Violoncello mit. Eine "fragile" Besetzung also, die ihren Klarinettenklang unterstützt und nicht niederspielt. In ihren transparenten Kompositionen bleibt viel Raum für die SolistInnen und für Phantasie bei den HörerInnen. Themen schöpft sie aus Beobachtungen im Alltag und aus der Natur. Zum Titel „Floating Food“ hat sie z.B. der Film „We feed the world“ inspiriert, eine Doku über die Verschwendung unserer natürlichen Ressourcen. Der vierteiligen "Floating Food Suite" folgen das sich langsam aufbauende, fantastische Stück „Der frühe Vogel“ und Spannung zum Schluss mit „Malachit“.

VÖ: 02.06.2017 | Enja | 9 Tracks | www.ensemble11.com

 
 
 
 
 

6) ANNE VANSCHOTHORST – „Beautiful World“

Soundtrack (Niederlande)

Alles, was mich beeindruckt, wird von meinen 47 Saiten übersetzt. Die Stücke erzählen eine Geschichte über die Suche und das Verlangen nach einer schönen Welt“, schreibt die niederländische Harfinistin und Komponistin Anne Vanschothorst über ihr neues, zweites Werk. Auf diesem hat sie elf „harPoems“ versammelt, „Soundskulpturen“, auf denen sie von Vergänglichkeit („Why“), Angst vor Veränderung und Zweifeln („Terra Incognita“), vom Verlorensein, aber auch vom Zustand, in dem gerade alles gut ist, erzählt. Zu ihren „Harfenmonologen“ hat sie jeweils ein bis zwei weitere MusikerInnen geladen: eine Klarinette (Michael Moore), eine Stimme (Rebecca Sier), Cello (Jan Willem Troost), Schlagzeug/Percussion (Arthur Bont), Keyboard und Bass (Thijs de Melker). Daraus sind musikalische Zwiegespräche entstanden, die sich Zeit lassen und viel Ruhe ausstrahlen; Musik zum Innehalten, Nachdenken, Träumen und genau Hinsehen, wo die Schönheiten der Welt verborgen sind.

VÖ: Frühjahr 2017 | Harp And Soul Music | 11 Tracks | https://www.harpandsoul.com/

 
 
 
 
 
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7) ALMA – "Oeo"

World (Österreich)

Wer sich das Bandfoto der fünf MusikerInnen von Alma anschaut, käme wohl nicht auf den Gedanken, dass es sich um ein Quintett aus Geigen, Bass und Akkordeon handelt, das traditionelle Volksmusik spielt, muten die fünf doch eher wie eine Electropop-Band an. Genau genommen kleiden Julia und Marlene Lacherstorfer, Evelyn Mair, Marie-Theres Stickler und Matteo Haitzmann die Volksmusik ja auch in ein modernes Gewand und haben in diesem Jahr bereits den Deutschen Weltmusik-Sonderpreis RUTH abgeräumt. Die fünf musizieren seit 2011 zusammen und veröffentlichen mit „Oeo“ bereits ihr drittes Album. Los geht es mit den „Möderndorfer Sommervalsen“ von Julia Lacherstorfer, die viele Stücke auf dem Album geschrieben hat. Darin hält sie die wunderschöne Kindheits-Erinnerung an Sommerabende am Lagerfeuer auf dem elterlichen Hof fest. Danach folgen das charmante „Hep!“, das sie in einer Woche voller „Fiddle-Wahnsinn“ bei einem Workshop geschrieben hat, und das Titelstück „Oeo“, in denen die fünf den traditionellen Jodler von seinen Konsonanten befreien und auch sonst noch so manche Verschiebung anstellen. Auch andere Stücke wie der „Kiahmelcher & Landler“ und „Tracking Schmalnauer“ verarbeiten traditionelles, österreichisches, aber auch anderes Liedgut wie „Questa Mattina“ aus Apulien. Weitere Themen sind Kitsch, Nacktschnecken und eine Person namens Renate,  kurzweilig im Booklet in Szene gesetzt.

VÖ: 16.06.2017 | col legno music | 12 Tracks | http://www.almamusik.at

 
 
 
 
 

Auf MELODIVA findet Ihr weitere CD-Reviews von NORDIC NOTES VOL.4, CARMEN SOUZA, YELENA ECKEMOFF, VANESSA COLLIER, LUCID,  MIRIAM KAUL, ROBYN BENNETT & BANG BANG u.v.m.... sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine: http://www.melodiva.de.



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