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Hallo Ihr lieben Melodiven & Freundinnen & Freunde!
Allein im Büro ist es ganz schön langweilig, so hab ich mir die Zeit mit schöner Musik versüßt. Um Euch daran teilhaben zu lassen, verlosen wir jetzt 2 Expl. der wunderbaren MARGARET GLASPY CD "Emotions And Math" (s.#3). Wenn Ihr eine davon haben möchtet, schickt uns bis 17.07.2016 eine Mail mit dem Betreff "Verlosung" und Eurer Postadresse an musik@melodiva.de. Und jetzt viel Spaß mit den CD-Tipps und einen friedvollen, sonnigen Sommer wünscht Euch
die MELODIVA Mane
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THEMEN – AUSGABE JULI 2016
1) THE BREATH – “Carry Your Kin” (Rock | Ambient | Folk) 2) ANA TIJOUX – “Vengo” (HipHop | World) 3) MARGARET GLASPY – „Emotions And Math“ (Rock | Blues | Indie) 4) IYEOKA – “Gold” (Reggae | Soul | R'n'B) 5) MAARJA NUUT - "Une Meeles" (Folk | World | Electro) 6) LEYLA MCCALLA - "A Day For The Hunter, A Day For The Pray" (Folk | Blues)
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1) THE BREATH – “Carry Your Kin”
Rock | Ambient | Folk (Großbritannien/Irland)
“Carry Your Kin” ist das Debüt der irischen Sängerin Rioghnach Connolly und ihrer Band - Gitarrist Stuart McCallum, Pianist John Ellis und Luke Flowers am Schlagzeug - und es hat mich vom ersten Song an mit seiner sphärischen und fast schon erhabenen Musik in seinen Bann gezogen. Connolly singt dazu mit berührender und ausdrucksstarker Stimme von Leben und Tod, Frauenrechten, der ersten Liebe, Mutterschaft und Politik. Man kann sich verlieren in diesen ungewöhnlichen, fast schon hypnotischen elektronischen Soundlandschaften zwischen Rock, Ambient und Folk mit spannenden Wendungen und interessanten Choreinlagen. „Our Own Way“ ist gar zum Heulen schön. Für den grandiosen Mix ist übrigens der „Sound-Guru“ Tchad Blake verantwortlich, der mehrere Grammies gewonnen und schon zahllose KünstlerInnen von Peter Gabriel bis U2 abgemischt hat. Gaaaaanz großes Kino.
VÖ: 17.07.2016 | Real World Records | 9 Tracks | http://thebreathmusic.com/
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2) ANA TIJOUX – “Vengo”
HipHop | World (Chile/Frankreich)
Global Rap mit starker „message“ erwartet Euch bei der CD “Vengo“ von der vor allem in Chile bekannten MC Ana Tijoux. Seit 2006 ist sie solo unterwegs, wurde schon mit dem Vorgänger „1977“ extrem erfolgreich und in ihrer Heimat bereits zum Superstar. Mit „Vengo“ geht sie nun noch einen Schritt weiter und stellt die Musiktraditionen Lateinamerikas in den Mittelpunkt. So gehen fette Beats und Bläsersätze mit traditionellen südamerikanischen Instrumenten (Flöten, Percussion), Melodien und Rhythmen eine geniale Verbindung ein. Wer des Spanischen mächtig ist, ist bei Tijoux’s Album klar im Vorteil, denn das wunderschön gestaltete Booklet mit seinem „Revolutions“-Artwork enthält keine Übersetzung. So bleiben einem die Texte über Migration, Armut, Feminismus und die wachsenden Bedrohungen durch den globalen Kapitalismus verborgen. Doch die Leidenschaft, die in den Liedern steckt, ist auch so spürbar. Tijoux muss es wissen, denn sie hat selbst eine Migration erlebt. Aufgewachsen ist sie in Frankreich, wohin ihre Familie vor dem Regime von Pinochet von Chile aus geflohen war. 1993 kehrte sie mit 16 Jahren mit HipHop im Gepäck, gleichsam als „zweiter Haut“, nach Chile zurück. Die Revolutionärin nimmt man ihr deshalb gleich doppelt ab. „Vengo“ ist ein tolles 17 Tracks-Hörvergnügen, das selbst HörerInnen begeistern dürfte, die sonst keinen Rap mögen.
VÖ: 24.06.2016 | Flowfish Records | 17 Tracks | http://anitatijoux.cl/web/
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3) MARGARET GLASPY – „Emotions And Math“
Rock | Blues | Indie (USA)
“Emotions And Math” ist das Werk der 27jährigen Margaret Glaspy, das sie selbst produziert hat. Kaum zu glauben, dass es ihr erstes ist, so eigenwillig klingt es bereits, vielleicht gerade, weil sie keinen gradlinigen Weg beschritten hat: “It’s taken a minute but I’m so glad that I waited to record my debut. I went through so many different phases before I got to where I am now. It feels like it took 26 years to make this album." Sie ist in einer Kleinstadt in Kalifornien aufgewachsen, nach der Highschool zieht es sie in den Osten. Sie besucht das Berklee College of Music in Boston ein Semester lang, jobbt mehrere Jahre, singt in anderen Bands und feilt derweil an ihrem Songwriting. Ihre erste Single „You And I“ reißt den Rolling Stone bereits zu Lobeshymnen hin. Im Mittelpunkt der 12 Songs ihres Debüt-Albums stehen ihre markante Stimme und ihr interessantes E-Gitarrenspiel. Zwar vom Folk und vor allem von Joni Mitchell’s „Blue“ nachhaltig beeinflusst, klingen ihre Songs viel rauher, roher, bluesiger und erdiger. Die Mitmusiker, die sie ins Sear Sound Studio nach NYC eingeladen hat, agieren zwar frei, aber im Hintergrund. In ihren Songs redet sie Tacheles über Themen der Twenty-Somethings, es geht um Selbständigkeit, Beziehungsprobleme, unschöne Kindheitserinnerungen und zerplatzte Träume. Der Rolling Stone lobt „Selbstbewusstsein, Pop-Appeal und Bockigkeit“ an ihr – ich habe selten so ein überzeugendes Debüt gehört.
VÖ: 17.06.2016 | ATO Records | 12 Tracks | http://margaretglaspy.com/
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4) IYEOKA – “Gold”
Reggae | Soul | R’n’B (USA)
Von der Apothekerin zur Poetry Slammerin und schließlich zur Solokünstlerin – die US-Amerikanerin Iyeoka mit nigerianischen Wurzeln hat einen wahrlich interessanten Werdegang hingelegt. Spätestens seit ihrem Album „Say Yes“ (2014) dürfte klar sein, dass es richtig war, ihren ursprünglichen Beruf aufzugeben; damit gelang ihr nämlich der Durchbruch. Ihr Video “Simply Falling” wurde bis heute über 38 Mio. angeschaut. Jetzt ist ihr viertes Studioalbum erschienen. „Gold“ enthält 13 überaus abwechslungsreiche Songs, die Tiefgang haben und mitunter auch tanzbar sind. Die Scheibe beginnt mit einem Reggae-Track mit coolem Bass und Bläsersätzen, hier zeigt sich gleich Iyeoka’s spezieller Gesangsstil, wenn sie von Nächstenliebe mehr spricht als singt. Es folgen mehrere mitreißende Gute Laune-Tracks, zu denen sich tanzen und ohrwurmverdächtige Hooklines schmettern lässt; das fröhliche „Gold“ gefällt mir in diesem Reigen noch am besten. Einen ernsten Hintergrund hat der Afrobeat-Track „Akomen Of Udomi“, er ist den 2014 von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram verschleppten Schülerinnen in Nigeria und der “Bring Back Our Girls”-Bewegung gewidmet. Auch der eindringliche und hoffnungsfrohe „Sweet Song“ thematisiert ein wichtiges und heute immer noch aktuelles Thema: hier spricht/singt sie vom Leben mit der „falschen“ Hautfarbe, wie sie es selbst erlebt hat. Das „Wait For It“ ist ein starkes Gebet mit dröhnendem Bass, für mich einer der Highlights der Scheibe. Fazit: „Gold“ ist ein gelungener Mix aus Reggae, Afrobeat, Soul und R’n’B mit inspirierenden, hingebungsvoll gesungenen Lyrics und treibenden Basslines.
VÖ: 01.07.2016 | Underground Sun | 13 Tracks | https://iyeoka.com/
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5) MAARJA NUUT - "Une Meeles"
Folk | World | Electro (Estland)
Es hat ein bisschen gedauert, bis mich Maarja Nuut’s „Une Meeles“ (In The Hold Of A Dream) verzaubert hat. Vielleicht liegt es an der Jahreszeit und dass die außergewöhnliche Folkmusik mehr in den Winter zu passen scheint. Es kommt jedenfalls nicht von ungefähr, dass Simon Le Bon (Duran Duran) über ihre Musik sagt: “…that's what it sounds like when the snow sings.” Dann las ich, dass die in Estland geborene Künstlerin allein für diesen Sound verantwortlich ist, indem sie nämlich, mit Geige und Loop-Station ausgerüstet, Sounds übereinander schichtet und Klanggebilde erstellt wie in einer meditativen Improvisation - wow! Das klingt nach anderen Bewusstseinszuständen. Nuut sagt dazu: "For me, music and the images and stories hidden in it offer an opportunity to travel from one reality to another, visit a place where everything is possible.” Die Lyrics in estnischer Sprache verströmen ihren ganz eigenen Charme, manchmal sind es aber auch mehrstimmige Lautmalereien wie in „Õdangule“. Es hat einige Jahre gedauert, bis die junge Künstlerin ihren Stil fand; mit 15 begann sie zu musizieren und war zuerst vier Jahre lang Teil eines achtköpfigen Worldmusik-Projekts, bis sie sich entschloss, als Solokünstlerin aufzutreten. Bereits ihr Debüt „Soolo“ (2013) fand weltweit Beachtung. Für "Une Meeles" hat sie erneut traditionelle Erzählungen ihrer Heimat mit persönlichen Stories vermengt und mit Sounds unterlegt. Wer Entschleunigung sucht und sich in tranceähnlichen Zuständen wohl fühlt, sollte in Nuut’s Zweitling unbedingt reinhören.
VÖ: 10.06.2016 | Maarja Nuut | 12 Tracks | http://www.maarjanuut.com/
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6) LEYLA MCCALLA - "A Day For The Hunter, A Day For The Pray"
Folk | Blues (USA)
Nach „Vari-Colored Songs“ (2013) folgt nun Leyla McCalla’s zweites Album, das sie mit diversen GastmusikerInnen wie Marc Ribot, Rhiannon Giddens und Sarah Quintana aufgenommen hat. McCalla ist eine US-Amerikanerin mit haitianischen Wurzeln und Multiinstrumentalistin. Auf ihrer CD spielt sie Cello, Tenorbanjo und Gitarre und lässt sich in ihren Songs von den Musiktraditionen Haitis und der kreolischen Kultur ebenso inspirieren wie von amerikanischem Jazz und Folk. Ihre leidenschaftlichen Lieder auf Englisch, Französisch und Haiti-Kreolisch kommen mal fröhlich, leicht und beschwingt daher, mal bluesig und dunkel. Wie es sich für den Blues gehört, thematisiert sie soziale Gerechtigkeit und ein "pan-afrikanisches Bewusstsein". Eine sehr sympathische und warm-akustische Musik wie ein Sommertag auf dem Land.
VÖ: 27.05.2016 | PIAS/Jazz Village | 12 Tracks | http://leylamccalla.com
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Auf MELODIVA findet Ihr weitere CD-Reviews von LINES FOR LADIES FEAT. SHEILA JORDAN & KRISTIN KORB, SABINE KÜHLICH & LAIA GENÇ, KRISCH/HÖFLER/ELGART, GINA SCHWARZ UNIT FEAT. JIM BLACK, ANNE HARTKAMP, HER u.v.m. ... sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine: http://www.melodiva.de.
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Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas:
Hildegard Bernasconi, Mane Stelzer und
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