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Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte,

die Hitze hat unsere Stadt noch fest im Griff, aber zum Glück soll ein Wetterwechsel bald Abkühlung & Regen bringen. Diese Aussicht dürfte vor allem für jene eine Wohltat bedeuten, die derzeit wie ich nachts wachliegen und sorgenvolle Gedanken wälzen. Frau* kann es sich ja aussuchen, Probleme gibt es genug - Kriege, Rechtsextremismus, die verheerenden Folgen der Klimakrise, Femizide... und scheinbar sind wir als Menschen nicht in der Lage, diese zu lösen, obwohl wir es könnten. Viele Künstler*innen (me too) verarbeiten ihre Ohnmacht, Wut und Trauer in ihrer Musik; so auch einige, deren neue Alben ich euch heute ans Herz legen möchte. Meist kommen sie zu einem ähnlichen Schluss: auch in den dunkelsten Zeiten haben wir einander und finden Schönheit und Freude. Feiern wir also das Leben in seiner Fülle! Jetzt erst recht.

Wer sich engagieren will: Am 8. August könnt ihr ab 14 Uhr ein Statement für Feminismus, Vielfalt und eine umweltfreundliche Verkehrswende setzen. Dann startet die ERSTE FANCY WOMEN BIKE RIDE auf dem Goetheplatz in Frankfurt. Diese Bewegung wurde 2013 erstmals in der türkischen Stadt Izmir organisiert, um Frauen sichtbarer im Verkehr zu machen. Damals waren 300 Frauen dabei, mit eleganten und ausgefallenen Kleidern und auf bunt geschmückten Fahrrädern. Heute begeben sich jedes Jahr zehntausende Menschen in hunderten Städten weltweit auf eine bunte, fröhliche und feministische Fahrradtour. Mitfahren können alle – im Mittelpunkt stehen aber Frauen, Familien mit Kindern sowie LGTBQIA-Personen. Ausgefallene Kleidung, bunte geschmückte Räder und Musik am Rad sind besonders willkommen! Seid ihr dabei?

Viel zu sagen hat auch die Sängerin Carina Castillo aus Rostock mit musikalischen Wurzeln bis nach Lateinamerika, die unter dem Bandnamen CARIA gemeinsam mit Musiker und Produzent Philipp Krätzer ihr erstes Album "Mädchen wie ich" (29.05.) veröffentlicht hat. Der Titelsong ist ein "musikalischer Tagebucheintrag zwischen Ausländerhass, Selbstzweifeln und kulturellen Erwartungen". „Mädchen wie ich passen hier nicht rein" heißt es darin, denn zwischen verschiedenen Welten und gesellschaftlichen Bildern finden viele Menschen keinen festen Platz. Wir verlosen eine CD unter allen, die uns bis 19.07.2026 per Mail die Antwort auf folgende Frage schicken: "Für welche hier vorgestellte Künstlerin wurde von Gibson Ephiphone eine eigene Signatur-Gitarre angefertigt?"

Jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit den CD-Tipps und sende euch sonnige Grüße,

eure Mane aus der MELODIVA-Redaktion

 
 
 
 
 
THEMEN-AUSGABE JULI 2026

1) WALLIS BIRD - „I Can See Your House From Here“
(Folk | Pop | Rock)
2) 
POPPY ACKROYD – „Liminal“
(Instrumental | Klaviermusik)
3)
FATOUMATA DIAWARA – „Massa“
(World)
4) KELELA – „New Avatar“
(Alternative R’n’B | Elektronische Musik)
5) 
ILARIA CAPALBO – „The Brightest Sun“
(Jazz | Rock | Indie)
6) FRANCIS OF DELIRIUM - "Run, Run Pure Beauty"
(Rock | Indie)

 
 
 
 
 
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1) WALLIS BIRD - „I Can See Your House From Here“

Folk | Pop | Rock (Irland/Deutschland)

„I Can See Your House From Here“ ist das achte Album der irischen Musikerin Wallis Bird, ein sehr persönliches und das erste, das sie allein produziert hat. „Es geht um persönliche und kollektive Trauer“, erklärt die Künstlerin. „Der Tod ist ein schwieriges Thema, aber er ist auch der intensivste Spiegel des Lebens. Ich habe nicht nach Antworten gesucht – ich habe einfach hingesehen. Und mich geöffnet.“ Dazu hat sie Séancen, Tarotkarten und dergleichen genutzt; was dabei herausgekommen ist, ist ein wahrhaft magisches Album. Ein Grós der Songs ist ihrem Freund Kevin Ryan, einem irischen Musiker und langjährigen Wegbegleiter in Berlin gewidmet, der unerwartet verstarb. Ob der hymnische Opener, „Grieving Is The Price You Pay For Love“ oder „Two Trees“ - es sind berührende Songs, die sie für das kollektive Trauern in ihrer Community geschrieben hat. Auch der Krieg in Gaza floss unmittelbar in starke Texte ein („I’m Your Witness“, „Let Me Buy You Flowers“). Bird kommt ganz nah mit ihrer Musik, vor allem in ihren gefühlvollen Balladen, aber auch mit ihrer mitreißenden Energie und ihren kraftvollen Stücken. Bisweilen gesellen sich vielfache Stimmen dazu („Call The Dealer“), die die Kraft der Gemeinschaft zelebrieren. Bei aller Trauer feiert Bird nämlich das Leben in seiner ganzen Fülle, auch das Ende klingt hoffnungsvoll: Die ganze Welt hängt am seidenen Faden, aber das Gute in uns ist noch da. Video

VÖ: 05.06.2026 | Bród Records | 11 Tracks | Shop | Infos

 
 
 
 
 
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2) POPPY ACKROYD – „Liminal“

Instrumental | Klaviermusik (Großbritannien)

Die renommierte Komponistin und Pianistin Poppy Ackroyd veröffentlichte vor wenigen Wochen mit "Liminal" ihr neuestes Album auf Björks Label One Little Independent, in dem sie zu ihrem künstlerischen Kern zurückkehrt: Zum ersten Mal seit ihrem Album "Feathers“ (2019) sind ausschließlich Flügel und Violine zu hören. Ihr nunmehr siebtes Album markiert eine schwierige Zeit in ihrem Leben, eine Zeit voller Umbrüche, neuem Leben und Tod. “I had such a chaotic few years, but the only way to cope was to allow things to be messy,” sagt sie. Ackroyd hat das Chaotische und Unvollkommene in ihr kreatives Schaffen gelassen und sich dabei neu ins Musikmachen verliebt. In nur drei Monaten hat sie ihre Songskizzen und Improvisationen in zauberhafte Instrumentalmusik gegossen. Durch die Vielzahl von verschiedenen Spieltechniken fällt nicht auf, dass hier lediglich zwei Instrumente zu hören sind. Melodie, Harmonie, Rhythmus und Klangtextur werden ausschließlich den Instrumenten selbst entnommen – von gestrichenen und gezupften Saiten bis hin zu perkussiven Elementen. „Poppy Ackroyd can conjure whole worlds of sound out of the barest essentials“, schreibt Stereogum zutreffend. Es sind intensive, regelrecht hypnotische Instrumentaltracks, die innere Bilder erzeugen und eine tiefe Ruhe ausstrahlen. Video

VÖ: 05.06.2026 | One Little Independent | 8 Tracks | Shop | Infos

 
 
 
 
 
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3) FATOUMATA DIAWARA – „Massa“

World (Mali)

Von einer Zwangsehe zur Grammy- und Victoire-Nominierung – die malische Musikerin und Schauspielerin Fatoumata Diawara blickt auf einen beachtlichen und rebellischen Werdegang zurück. Zu Beginn des Jahres machte sie von sich reden, als sie als erste Schwarze Frau einen Vertrag für eine Gibson Epiphone Gitarre unterschrieb: „Mali hat der Welt die DNA des Blues geschenkt, und Fatoumata haucht diesem Erbe mit ihrer rohen, autodidaktisch erworbenen Kraft neues Leben ein“, heißt es dazu auf ihrer Website. Sie, die 2007 selbst von Rokia Traoré bestärkt wurde, das Gitarrespielen zu erlernen und in Bars in Paris aufzutreten, ist nun zum Role Model geworden. Diawara nimmt diese Verantwortung vor allem live vor ihrem weiblichen Publikum an: „I’m telling them, you can do it!“. Ihre neue Scheibe „Massa“ (Das Ewige) ist in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Matthieu Chedid aka -M- entstanden und bietet einen unwiderstehlichen, warmen und strahlenden Blend aus Rock, Blues, Pop, Reggae und traditionellen Elementen ihrer westafrikanischen Heimat. Natürlich dürfen auch die schönen Summchöre („Fala“) nicht fehlen. Die Songs spiegeln ihr Streben nach der richtigen Balance wider, sind kluge Lebensbetrachtungen und Klagen über die Missstände in unserer Gesellschaft, vor allem in polygam lebenden Familien. Video

VÖ. 5.6.2026 | Nø Førmat! | 12 Tracks | Shop | Infos

 
 
 
 
 
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4) KELELA – „New Avatar“

Alternative R’n’B | Elektronische Musik (USA)

Auf ihrem dritten Studioalbum „New Avatar“ entwickelt die US-amerikanische Künstlerin Kelela ihre Vision des eigenen, kompromisslosen künstlerischen Ausdrucks weiter. Als Schwarze queere Musikerin in einem männlich geprägten Business, noch dazu mit äthiopischen Wurzeln, musste sie sich schon immer ihren eigenen Weg erkämpfen. Gerade im R'nB sei „klanglicher Rassismus“ weit verbreitet, zeige sich in der geringen Wertschätzung für die Tiefe und Komplexität des Genres. „I’m reclaiming space“, sagt sie in einem Interview selbstbewusst. Jetzt dürfen die Fans eine weitere Facette von ihr erleben, bei der sie sich mit Schönheit in dunklen Zeiten beschäftigt. Es geht um Wut, Widerstand und Misogynie in ihren Lyrics, aber eben auch darum, die positiven Dinge wahrzunehmen. „Ich möchte nicht, dass die Musik von dem ablenkt, was wirklich in der Welt vor sich geht; ich möchte, dass sie dir hilft, dich darauf einzulassen (...) und mit der Schönheit und Freude in Kontakt zu kommen, die du erlebst“. Dazu schenkt uns Kelela ihre wunderbar souligen, in viel Hall gebetteten Gesänge, die auf verzerrte Gitarren, ektronische Sounds und Dance-Grooves treffen. Ein bisschen erinnert mich ihr Sound an Prince. Bei der Kollabo mit Foushee „New Life Forms“ zelebriert sie Sisterhood, in „Bridge“ zeichnet sie mit Pinkpantheress eine unwiderstehliche Anziehung nach. Video

VÖ: 10.07.2026 | Warp Records | 12 Tracks | Shop | Infos

 
 
 
 
 
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5) ILARIA CAPALBO – „The Brightest Sun“

Jazz | Rock | Indie (Italien/Schweden)

Die Geburt eines Kindes ist ein einschneidendes Erlebnis, das radikale Veränderungen mit sich bringt, die sich auch auf den Prozess des kreativen Arbeitens auswirken. Die italienische Bassistin und Komponistin Ilaria Capalbo hat diese Lebensphase in Sprachnotizen, Skizzen, Post-It-Zettel und kurzen Aufnahmen festgehalten und sie in ihr zweites Album „The Brightest Sun“ einfließen lassen. „Ich wollte die Verletzlichkeit einer zarten und angehaltenen Zeit vermitteln, die ich als eine Landschaft in Erinnerung habe, die zugleich zerbrochen und emporstrebend war“, beschreibt sie ihren Ansatz. Umgesetzt hat die studierte Klangkünstlerin das Album mit Musikern an Saxofonen, Klarinette, Gitarre und Schlagzeug, die sie aus Stockholm kennt, wo sie studiert hat und heute lebt. Der Soundtrack beginnt spannend und ein wenig unheilvoll mit dem Opener „Arrival“ und fängt das Chaos der Geburt wunderbar ein. Beim stimmungsvollen „Little Tiger“ hat sich schon eine überbordende neue Harmonie eingestellt, beim letzten titelgebenden Stück wechseln sich Ruhe und Klarheit mit noch Ungeordnetem ab. Die Musik verwebt experimentelle Musik mit Rock, freier Improvisation und Indie-Musik. Video

VÖ: 12.06.2026 | Bluenord Records | 7 Tracks | Shop | Infos

 
 
 
 
 
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6) FRANCIS OF DELIRIUM - "Run, Run Pure Beauty"

Rock | Indie (Luxemburg)

Kürzlich hat die Indie-Musikerin Jana Bahrich mit ihrem Projekt Francis of Delirium ihr neues Album „Run, Run Pure Beauty“ herausgebracht. Die junge Künstlerin aus Luxemburg, zu deren musikalische Inspirationsquellen Sufjan Stevens und Pearl Jam zählen, schlägt darin ein weiteres spannendes Kapitel ihrer musikalischen Erzählung auf. Das Album ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit Zerstörung und Erneuerung, kreist um die Fragen, was in der Welt entsteht, nachdem sie von Menschen und Technologie zerstört wurde. Mit dem Drummer, Produzenten und Co-Songwriter Chris Hewett, der aus Seattle stammt, fließen Einflüsse der 90er-Jahre-Grunge-Ära in den Sound ein. Es ist beides da in dieser Musik: eine intime Zerbrechlichkeit, aber auch rohe Wucht („Higher“, „Requiem For A Dying Day“). Mit dem euphorischen „A Beautiful Life“ entlässt sie uns: “I’m not denying pain but trying to find the beauty alongside it.” Video

VÖ: 29.05.2026 | Dalliance Recordings | 11 Tracks | Shop | Infos

 
 
 
 
 

Auf MELODIVA findet Ihr weitere neue CD-Reviews: Fee Kuhn hat sich die neue Scheibe "Freedom" von SUZI QUATRO für uns angehört, und auch vom Debütalbum des slawischen Ensembles SLAVYK „11 Songs Of Love & Suffering“ haben wir eine Review veröffentlicht. 

Ein Blick auf unsere News, Reports und den gut bestückten Kalender mit Konzert- und Workshopterminen lohnt sich ebenfalls!



Wenn Ihr Tipps & Infos für den nächsten Monat habt, meldet Euch wie immer bei uns unter musik@melodiva.de!
 


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Verena Höfle, Belqis Schuber, Hildegard Bernasconi & Mane Stelzer und 
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