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Liebe Melodiven, Freundinnen & Freunde!



"Wake Up" heißt das neue Album und Charity-Projekt der US-Sängerin und Songschreiberin JENNIFER SARAN, auf dem Ladysmith Black Mambazo und Carlos Santana einige tolle Gastauftritte haben (VÖ: 07.07.17, Taipan). Wir verlosen 2 Exemplare unter allen, die uns bis 23.07.2017 eine Mail mit dem Betreff "Verlosung" und ihrer Postadresse zuschicken. Viel Spaß beim Lesen & Lauschen!

Eure Mane & das MELODIVA-Redaktionsteam

 
 
THEMEN – AUSGABE JULI 2017

1) LES BRÜNETTES – „The Beatles Close Up“
(A Cappella | Pop)
2)
POPPY ACKROYD – “Sketches”
(Solopiano | Minimal Music)
3) LAYLA ZOE – “Songs From The Road”
(Blues | Rock)
4) AZOLIA – “Everybody Knows” (Jazz)
5) FRIDA ÅNNEVIK – “Her Bor” (Folk | Pop

 
 
 
 
 
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1) LES BRÜNETTES – „The Beatles Close Up“

A Cappella | Pop (Deutschland)

A Cappella ist die Königsdisziplin für SängerInnen, die eine gute Intonation, Timing und präzise Stimmführung erfordert. Umso größer ist die Gefahr, dass sich das Ergebnis zwar technisch perfekt anhört, Gefühl und „Seele“ aber verlorengehen. Nicht so bei Les Brünettes! Nach ihrer Hommage an ihre musikalischen Heldinnen „A Women Thing“ (2016) haben sich Juliette Brousset, Stephanie Neigel, Julia Pellegrini und Lisa Herbolzheimer der legendärsten Band der Musikgeschichte angenommen und verpassen den Songs der Beatles ihren eigenen Anstrich. Dafür haben sie einige Mühen auf sich genommen und per Crowdfunding ihren Studiobesuch in den Abbey Road Studios in London organisiert, wo schon die Fab Four aufgenommen haben. Herausgekommen ist eine charmante Beatles-Retrospektive, meist augenzwinkernd und humorvoll, aber auch nachdenklich und berührend. Nach dem gefühlvollen Opener „Blackbird“ folgt „I Got To Get You Into My Life“, das die zaghafte Suche nach Liebe bis zur verzehrenden Leidenschaft grandios in Szene setzt. „Lady Madonna“ klingt zuerst nach einem Trompeten-Intro und schwingt sich dann auf zu einem mitreißenden Call-And-Response Gospel, wo Dur schon mal zu Moll wird und die im Bett liegende Lady mit den vielen Kindern regelrecht neu aufersteht. Klar, dass die vier auch noch Yoko Ono virtuell mit ins Boot holen. „The Ballad Of John & Yoko“ kommt als schläfrig-laszive, mit „Give Peace A Chance“ gekreuzte Version rüber. Bei „Penny Lane“ mit seinen operettenhaften Einschüben entsteht ein lebendiges Bild des Straßenzugs mit seinen skurrilen Bewohnern. Auch die 4 eigenen Stücke sind toll und ergänzen das Programm um die ganz persönliche Note. Ab September sind sie auf Tour, nix wie hin!

VÖ: 28.04.2017 | Herzog Records | 13 Tracks | http://www.lesbruenettes.de

 
 
 
 
 
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2) POPPY ACKROYD – “Sketches”

Solopiano | Minimal Music (Großbritannien)

Die in London geborene Pianistin Poppy Ackroyd wird zu den ganz großen Talenten der modernen Minimal Music gerechnet und kann Weltstars wie Nils Frahm zu ihren Bewunderern zählen. Anders als auf ihren früheren Alben, wo sie zusätzliche Instrumente wie Cembalo oder Spinett verwendete, reduziert sie sich auf ihrem neusten Album wieder auf ihr Hauptinstrument, das Piano. „With other layers there is always something to hide behind, with only the piano you can just focus on your technique and expression, everything feels very audible and exposed and that is very exciting, especially in a live context”, sagt sie selbst über ihren Ansatz. Nur von Geräuschen der Umgebung, wie z.B. einsetzendem Regen begleitet, hat sie vier neue Stücke eingespielt, interpretiert darauf aber auch 6 ihrer eigenen, älteren Stücke neu, indem sie die Motive und Leitmelodien freilegt und mit ihnen spielt, sie in einen neuen Kontext stellt. Folgerichtig heißt ihr neues Album „Sketches“, ein klares Understatement und doch treffend, weil kein Beiwerk den künstlerischen Kern stört. Ackroyd’s Musik ist melancholisch und ruhig, und scheint uns doch so viel zu erzählen, was mit Worten nicht ausgedrückt werden, nur intuitiv verstanden werden kann. Eine sehr filligrane, fast überirdisch schöne Musik ist das.

VÖ: 14.07.2017 | One Little Indian Records | 10 Tracks | http://poppyackroyd.com

 
 
 
 
 
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3) LAYLA ZOE – “Songs From The Road”

Blues | Rock (Kanada)

Die kanadische Sängerin und Songschreiberin Layla Zoe ist in Blueskreisen schon länger bekannt, ob mit ihrem eigenen Soloprogramm oder als Teil des Ruf‘s Blues Caravan 2016 mit Ina Forsman und Tasha Taylor, und eine wachsende Fangemeinde freut sich auch hierzulande an ihren energiegeladenen Liveshows. Jetzt erfüllt sie ihren Fans einen vielfach geäußerten Wunsch und veröffentlicht eine Live-CD plus DVD, die im März im Hirsch Club in Nürnberg aufgenommen wurde. Mit ihrer fantastischen Band, allen voran Jan Laacks an der Gitarre, dem Bassisten Chrisoph Hübner und Claus Schulte am Schlagzeug, die alle auch Backing Vocals beisteuern, hat sie dem Publikum einen tollen Abend beschert. Zoe hat eine rauchig-tiefe Stimme mit großem Volumen, mit der sie vom Leben auf Tour, von der Liebe, von Freiheit singt, wie es sich in diesem Genre gehört. Jan Laacks‘ Gitarre röhrt und jault, dass es eine Freude ist, und die Band groovt ordentlich. Leise Töne wie bei „Sweet Angel“, das Zoe für ihre verstorbene Freundin geschrieben hat und in denen sie eine ganz andere, zarte Seite zeigt, setzen einen schönen Akzent in der ansonsten erdigen, rockig-rauen Musik. Auch bei „Highway Of Tears“ wird es still im Saal, darin besingt sie das ungewisse Schicksal Tausender kanadischer Ureinwohnerinnen, die in den letzten 30 Jahren ermordet wurden oder verschwunden sind.

VÖ: 21.07.2017 |  Ruf Records | CD + DVD, 10 + 11 Tracks | http://www.layla.ca

 
 
 
 
 
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4) AZOLIA – “Everybody Knows”

Jazz (Deutschland)    

Bei Azolia handelt es sich um ein Quartett, das manche vielleicht noch unter dem Namen Folk Tassignon kennen; die Namensgeberinnen und Komponistinnen des Projekts sind die heute in Berlin lebende belgische Sängerin Sophie Tassignon und die deutsch-amerikanische Saxophonistin und Klarinettistin Susanne Folk, die mit Lothar Ohlmeier (Bassklarinette, Sopransax) und dem Bassisten Andreas Waelti seit 2006 zusammenarbeiten. “Dancing on the Rim“ hieß das Debütalbum der Band (2014), und seitdem ist die Band durch Deutschland und Belgien bis nach China getourt. Ihr Mix ist wohl einzigartig: bei Azolia treffen Gesang, mehrstimmige Holzbläser und akustischer Bass zusammen. Die Kompositionen wirken luftig und freilassend, was auch an Tassignon’s besonderer Stimmfarbe liegt. An die Vielstimmigkeit muss ich mich erst gewöhnen, aber schon nach zweimaligem Hören werden die feinsinnigen Kompositionen zu kleinen Ohrwürmern, wie das eingängige „False Prophecy“. Besondere Highlights entstehen für mich dort, wo percussive Elemente hinzukommen wie beim Opener „She Will“ und wo Folk und Tassignon zusammen singen („Your Love“, „Good Things“, „January“).

VÖ: 14.06.2017 | A Jazz | 10 Tracks | http://ajazz.de/artists/folk-tassignon

 
 
 
 
 
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5) FRIDA ÅNNEVIK – “Her Bor”

Folk | Pop (Norwegen)

Die Mittdreißigerin Frida Ånnevik kann schon auf eine beachtliche Karriere zurückblicken. 2009 gewann sie den Grappa Newcomer Award, gab kurz darauf ihr Debütalbum heraus und danach hagelte es Nominierungen und Preise, u.a. den renommierten Spellemannsprisen für ihre poetischen Texte und klugen Wortspiele auf ihrem letzten Album "Ville ord" (2013). Die Liebe zur Sprache wurde früh bei ihr angelegt. In einem Interview erzählt sie, dass es zuhause ganz normal war, „dass man immer etwas geschrieben hat“ - die Mutter ist Journalistin, der Vater selbst Folkmusiker. Sie wuchs mit der Musik der Beatles und Joni Mitchell's auf. Als Kind wurde sie außerdem von den Texten des Liedermachers Gustav Lorentzen fasziniert; dass etwas glücklich und traurig zugleich sein kann, hat sie schon damals bewegt. Auf ihrem neuen Album hat sie ihm einen Song gewidmet. Im Opener schreibt sie über ihre Freunde, die dauernd Dinge verlieren, aber auch über ihre eigenen neurotischen Ängste auf Reisen. Die Flüchtlingskrise und die Diskussionen darüber hat sie in ihren Texten bewegt. In einem anderen Song beschreibt sie Szenen einer Party aus verschiedenen Perspektiven, wie ein kleines Theaterstück, in dem zwei Personen gleich viele Rollen spielen. „Her Bor“ (Hier leben) ist nach eigenen Aussagen ihre bisher persönlichste Platte, mit der sie viel von sich preisgibt. Passend dazu lässt sie sich von einer sensiblen Band begleiten.  Neben Bass, Schlagzeug gehören Gitarre, Piano, Synthies, Wurlitzer, Mellotron, Omnichord, Klarinetten und nicht zu vergessen die wunderschöne Kantele zu den Klangfarben, die eine träumerisch-traumverlorene, eher kühle Atmosphäre schaffen.

VÖ: 23.06.2017 | Grappa | 8 Tracks | http://fridaannevik.no/

 
 
 
 
 

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