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Liebe Melodiven, Freundinnen & Freunde!
Wir hoffen, Ihr seid gut ins Neue Jahr gerutscht und die Grippewelle ist bisher an Euch vorüber gegangen! Bei uns geht es schon wieder weiter mit wunderbaren CD-Tipps und einer schönen Verlosung: CATALEYA FAY kredenzt uns ihre neue EP "Pure" mit sieben intensiven Songs. Schickt uns einfach eine Mail mit dem Betreff "Verlosung" und Eurer Postadresse (Einsendeschluss: 22.01.2017). Wir drücken Euch die Daumen!
Liebe Grüße, Euer MELODIVA-Redaktionsteam
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THEMEN – AUSGABE JANUAR 2017
1) LE BANG BANG - "Pure" (Jazz) 2) V.A. - "Hamburger Küchensessions Vol. 4" (Singer-/Songwriter) 3) CRISTINA BRANCO- "Menina" (Fado | World) 4) KRAJA – “Isen Sjunger” (Folk) 5) SOFIA HÄRDIG – “And The Street Light Leads To The Sea” (Indie | Rock | Garage) 6) ANNA-MARLENE - "Tagtraum" (Pop | Klassik)
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1) LE BANG BANG - "Pure"
Jazz (Deutschland)
Nach der Devise "Noch weniger ist alles", ohne Backbeats oder andere "Füllsel" agieren Stefanie Boltz (Vocals) und Sven Faller (Kontrabass) auf ihrem neuen Album. Weil sie bei ihren vorigen Studioproduktionen die Energie der Livekonzerte vermissten, nahmen sie diesmal ihre Tracks am Spielort direkt nach ihren Konzerten auf und fingen so den ungewöhnlichen Spirit ein, den sie im Zusammenspiel auf der Bühne erzeugen. Das Album-Cover, das die beiden nur mit dem Schriftzug des Titels bekleidet zeigt, verdeutlicht die mutige Herangehensweise des Duos: "... wir gehen im Grunde nackt auf die Bühne. Keines unserer Stücke ist festgelegt, wir können absolut nichts perfekt Einstudiertes abrufen". Erstaunlich spannend ist diese intensive Musik, weil sie bewusst viele Leerstellen lässt und sich von Hörgewohnheiten trennt indem sie z.B. Gitarrenriffs von bekannten Hits frech weglässt und Platz für Neues schafft. In traumwandlerischem Zusammenspiel verweben sich Boltz' ausdrucksstarker, geschmeidiger Jazzgesang mit Faller's genialem Spiel am Kontrabass. Neben vier schönen Eigenkompositionen finden sich zwölf hörenswerte Cover von Cyndi Lauper's "Time After Time", über Nat Adderley's "The Old Country" und Sam Cooke ("You Send Me") bis zu Tom Waits' "San Diego Serenade" auf der Platte.
VÖ: 20.01.2017 | GLM | 16 Tracks | http://www.lebangbang.de
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2) V.A. - "Hamburger Küchensessions Vol. 4"
Singer-/Songwriter
"Viele Köche verderben den Brei" stimmt hier ausdrücklich nicht: was Jens Pfeifer in den letzten Jahren in der heimeligen Atmosphäre seines Küchen-Studios aufgenommen hat, ist ein heißer Tipp für alle Freunde der akustischen Musik. Über 200 MusikerInnen waren seit 2010 bei ihm zu Gast, die schönsten Tracks landen regelmäßig auf einem Doppel-CD Sampler. Auf dem neuesten sind unter den 40 KünstlerInnen zum einen deutsche Künstlerinnen wie Fee Badenius mit ihrem augenzwinkernden Wortwitz („Schmetterling“), das Geschwister-Duo Sarah And Julian mit tollen Gesängen, die wortgewaltige Liedermacherin Sarah Lesch sowie die Leipzigerin Valentine mit eindrucksvollem Indie-Pop. Das dynamische Duo Me And My Drummer darf natürlich auch nicht fehlen. Neben heimischen Musikerinnen ist die Norwegerin Billie Van mit einer schönen Folkweise vertreten, und die Gitarristin und Sängerin Schmieds Puls aus Österreich beeindruckt mit ihrer intimen Performance von „Streets“. Ein absolutes Highlight ist für mich die junge Künstlerin Olivia Wendlandt aka Relaén (der ungewöhnliche Name stammt von Olivias Spitznamen "Rehlein" aus Kindestagen, den sie als 4-Jährige so zuhause an die Wand geschrieben hat). Ihr perlendes Klavierspiel bildet einen tollen Kontrast auf der eher gitarrenlastigen Scheibe. Ein weiterer Höhepunkt kommt von der kanadischen Künstlerin Hannah Epperson, die sich gleichsam potenziert, in dem sie ihre Musik mit ihrer Violine und Loop-Station Schicht um Schicht aufbaut. Das Album schließt mit Bernadette La Hengst’s grandiosem Protestlied „Wem gehört die Parkbank“. Daneben gibt es unzählige männliche Künstler zu entdecken - mehr geht nicht.
VÖ: 20.01.2017 | Kombüse Schallerzeugnisse | 40 Tracks | http://www.kuechensessions.de/
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3) CRISTINA BRANCO - "Menina"
Fado | World (Portugal)
“Menina” (portug. „Mädchen“) heißt das zwölfte Studioalbum der bekannten Fado-Sängerin, die vor 20 Jahren ihre Karriere in den Niederlanden begann und gleich mit dem Debütalbum "Murmurios" die erste goldene Schallplatte gewann. Inzwischen wird sie weltweit für ihr wunderbares Timbre und ihren leidenschaftlichen (Fado-)Gesang geliebt, aber auch dafür, dass sie auf ihren Alben Neues wagt und kreative Ausflüge in andere Bereiche wie z.B. den Tango unternimmt. „Menina“ sollte ein „weibliches, aber auch feministisches Album" werden, sagt die Künstlerin selbst über ihr neues Werk. Kein Wunder also, dass die 45-Jährige darauf Vertreter der jüngeren Generation der lebendigen Musik- und Poetryszene Portugals zu Wort kommen lässt, die eben vieles machen, nur keinen traditionellen Fado. So finden sich in den Credits z.B. Ana Bacalhau von der Band Deolinda, der portugiesische Rockstar Jorge Cruz oder der Rapper Kalaf Angelos, aber auch ein Gedicht des weltberühmten Schriftstellers António Lobo Antunes. Ihr Idol aus Jugendtagen, die Fadista Amália Rodrigues, ist mit „Ai, Esta Pena De Mim“ vertreten. „Menina“ verströmt dank der altbewährten Instrumentierung aus Konzertflügel, portugiesischer Gitarre und Kontrabass nach wie vor viel Fado-Flair, aber auch folkloristischen Jazz. Besonders gut gefällt mir ihre gefühlvolle Interpretation von „Quando Eu Canto“ (Wenn ich singe), einem Text der Schriftstellerin Maria do Rosário Pedreira.
VÖ: 06.01.2017 | O-Tone | 12 Tracks | http://www.cristinabranco.com/
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4) KRAJA – “Isen Sjunger”
Folk (Schweden)
Einen winterlich-weihnachtlichen Nachklang liefert das schwedische Gesangs-Quartett Kraja mit seinem neuen, fünften Album „Isen Sjunger“ (schwedisch „singendes Eis“). Gleich der Opener kommt bekannt vor, es handelt sich um das Kirchenlied „Herbei, o ihr Gläub’gen“, weitere Weihnachtslieder folgen, Traditionals im neuen Gewand, aber auch eigene Songs. Und obwohl Musik und/oder Texte aus verschiedenen Jahrhunderten stammen, wirken die 12 Lieder in Kraja’s Arrangements wie aus einem Guss. Das könnte daran liegen, dass die vier bereits 15 Jahre gemeinsam auf der Bühne stehen und noch dazu nur mit ihren Stimmen agieren. So singen bis auf wenige Ausnahmen, bei denen als einziger Gastmusiker der Multi-Instrumentalist Mats Öberg am Klavier/Synthesizer mitwirkt, Frida Johansson, Linnea Nilsson und Lisa und Eva Lestander auch auf dem neuen Album ihre Lieder a cappella. Wer sich dafür interessiert, wovon sie singen, kann im mehrsprachigen Booklet die poetischen, wortgewaltigen Texte mitverfolgen. „Isen Sjunger“ ist ein atmosphärischer Winter-Soundtrack, glasklar wie ein kalter Bergsee, der auch noch nach Weihnachten zu empfehlen ist.
VÖ: 13.01.2017 | Westpark Music | 12 Tracks | http://www.kraja.nu/
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5) SOFIA HÄRDIG – “And The Street Light Leads To The Sea”
Indie | Rock | Garage (Schweden)
Die Schwedin Sofia Härdig veröffentlicht, vier Jahre nach ihrem von der Presse gefeierten Album „The Norm Of The Locked Room“, ihr sechstes Album mit dem interessanten Titel: "Und die Straßenlaterne führt zum Meer". Doch das Album ist kein Fröhlich-Hoffnungsvolles. Es ist das Verfallene, Brüchige und Unperfekte, das sie magisch anzieht, und das ist auch in ihrer knarzig-sperrigen Musik zu hören. Der musikalische Kosmos der Sofia Härdig ist düster und schräg, vage Erinnerungen an Patti Smith, PJ Harvey und B 52’s blitzen auf und treffen doch ins Leere, will frau ihre Musik beschreiben. Dürftig gestimmte Gitarren, schön schrammelig, und ein treibender Bass stehen im Mittelpunkt, Härdig’s tiefe Gesangs- und Spoken Word-Stimme ist prägnant und hat das gewisse Etwas. Es heißt, sie habe schon als Kind Melodien zum Staubsauger-Gedröhne erfunden, was angesichts des Tracks „Norm“ nicht mehr verwundert. Auffallend ist, dass die meisten Stücke schon auf dem letzten Album drauf waren - auf der neuen Scheibe aber einer regelrechten Frischzellenkur unterzogen wurden! Mit einer druckvollen Band eingespielt klingen die Songs weniger artifiziell und dreckiger, erdiger. Sofia Härdig's Musik ist keine leichte Kost und sollte daher unbedingt laut genossen werden!
VÖ: 20.01.2017 | Solaris Empire | 10 Tracks | http://www.sofiahardig.net/
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6) ANNA-MARLENE - "Tagtraum"
Pop | Klassik (Deutschland)
Einen beeindruckenden Werdegang kann die Endzwanzigerin Anna-Marlene Bicking jetzt schon vorweisen; als Tochter eines Musikers/Komponisten entdeckte sie mit neun Jahren die Liebe zum Singen und wirkte in vielen Musicals und Studioproduktionen mit. Nach einem Studium für Jazzgesang arbeitet sie seit 2014 an einem Master in Filmmusik und konnte bereits einige Kompositionen in Fernsehserien, Hörspielen und Filmen platzieren. Für ihr Debüt „Tagtraum“ hat sie sich ein ambitioniertes Projekt vorgenommen, dahinter steht nämlich das Musikprojekt „Kunst-Pop 2016“, das sie mittels einer Crowdfunding-Aktion und der Initiative Musik finanzierte. Ziel war es, eine Band mit einem Orchester, Streichquartett, Elektronik und Gastmusikern zusammenzubringen und etwas völlig Neues zu erschaffen, mutig Großes zu wagen wie in einem Traum, in dem alles erlaubt ist. Das Ergebnis ist kein revolutionäres Gesamtkunstwerk, aber eine epische Erzählung über den Umgang mit der Zeit, Reflektionen über das Leben, wer man war und heute ist, über verpasste Gelegenheiten, behutsam und unaufdringlich von Band und Orchester begleitet. Im eindringlichen, spannend arrangierten Lied „Vorbei“ machen wir vor Krieg und Gewalt die Augen zu, „Oben bei den Sternen“ ist eine Ode an die Schöpfung und das Schicksal. Klavier, Fender Rhodes, Flöte, Streicher und Vibraphon verbreiten meist traumverlorene Stimmungen und machen Lust auf neue, hoffnungsvolle Gedanken.
VÖ: 20.01.2017 | A & O Records | 14 Tracks | http://anna-marlene.de
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Auf MELODIVA findet Ihr weitere CD-Reviews von HABERECHT 4, TINI TRAMPLER UND DAS DRECKIGE ORCHESTER, MAREIKE WIENING, u.v.m. ... sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine: http://www.melodiva.de.
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Wer diesen Newsletter trotz seines überaus informativen, sorgfältig recherchierten und interessanten Gehalts in Zukunft lieber nicht mehr bekommen möchte, kann sich hier austragen.
Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas:
Hildegard Bernasconi, Mane Stelzer und
die Vorstandsfrauen: Lexi Rumpel und Gabi Rummel
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fon: +49 (0)69-4960-848
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ein Projekt des Trägervereins: Frauen machen Musik e.V.,
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