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Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte,
Neues Jahr, neues Design! Ihr habt es ja sicher schon gesehen: wir haben ein neues Logodesign und hoffen, es gefällt euch auch so gut wie uns! Geplant ist in diesem Jahr auch noch ein Relaunch von unserer MELODIVA-Plattform... Aber wie ihr euch denken könnt, ist so eine Umstellung ganz schön komplex, schließlich ist unsere Plattform seit 2000 am Start und da hat sich ein ganz umfangreiches Archiv entwickelt. Kommen wir zur heutigen Verlosung: ISABELLE BODENSEH setzt sich auf ihrem neuen, sehr persönlichen Album "Dignity" (VÖ: 06.02.) mit der Menschenwürde auseinander (s.#1). Wir verlosen ein Exemplar unter allen, die uns bis 22.02.2026 per Mail eine Antwort auf folgende Quizfrage senden: „Um welches Schuhwerk geht es bei einer der hier vorgestellten Alben?“. Vergesst nicht eure Postadresse.
Viel Spaß beim Lesen und Lauschen, Eure Mane
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THEMEN-AUSGABE FEBRUAR 2026
1) ISABELLE BODENSEH – „Dignity“ (Jazz) 2) JULIE CAMPICHE – „Unspoken“ (Jazz | Electronics) 3) TUULETAR – „Maammo“ (A Cappella | Folk | Pop) 4) YAMIRAH’S SOLAR EXPLORERS – „Andromeda Galaxy“(Indie | Jazz) 5) ROSA HOELGER – „Fuer immer Gummistiefel“ (Indie | Alternative)
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1) ISABELLE BODENSEH - "Dignity"
Jazz (Deutschland) Was ist eigentlich Würde und wie schaffen wir es, sie zu wahren? Diese Fragen sind für die Jazzflötistin und Komponistin Isabelle Bodenseh nicht abstrakt, sondern tägliche Herausforderung. Mit ihrer schwerbehinderten Tochter Juliette musste sie seit deren Kindertagen lernen, sich über vermeintliche Grenzen und Regeln hinwegzusetzen, um ihr ein lebenswertes Leben zu ermöglichen, in dem sie kommunizieren, einen Schulabschluss machen und an Aktivitäten teilnehmen konnte, die man Menschen mit Behinderung oft nicht zutraut. Dieses große Paket Leben ist auf "Dignity" in spannende Musik gegossen, die zwar melancholische Zwischentöne nicht ausspart, aber vor allem Hoffnung, Optimismus und Kraft ausstrahlt. Behutsam lockt der Prolog mit warmen Bassquerflötenklängen, Hammond Orgel und rauschenden Becken in eine zauberhafte, geborgene Welt. An die fünfteilige „Suite For Dignity“ schließen sich eine Komposition von Lars Binder („Mascha“) und „Fly High“ an, das die Band gemeinsam als mitreißenden Höhenflug gestaltet hat. Im letzten Stück „Juliette“ lässt uns die Bandleaderin in Audiomitschnitten daran teilhaben, wie sehr sich ihre Sicht auf das Leben durch ihre Tochter verändert hat. „Dignity“ ist ein starkes und mutiges Statement, das uns als Gesellschaft in die Pflicht nimmt. Video
VÖ: 06.02.2026 | GLM | 8 Tracks | Shop | Infos
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2) JULIE CAMPICHE – „Unspoken“
Jazz | Electronics (Schweiz)
Als Tribute "an die weibliche Kraft“ kündigt die Harfenistin Julie Campiche ihr erstes Solowerk an. Darauf bringt die Schweizer Musikpreisträgerin (2025) Stimmen zum Klingen, die so unbequem für eine patriarchale Gesellschaft sind, dass sie zum Schweigen gebracht werden: von mutigen Frauen, die sich dem Kampf gegen Gewalt und für Gerechtigkeit verschrieben haben. Wir erfahren von der Choreografin Andréa Bescond, die mit ihrer Arbeit auf die häufigen Fälle von Kindesmissbrauch hinweist; von der Straßenkünstlerin Maman du Ciel, die in Paris mit ihren Bildern den Inzest durch ihren Vater anprangert; der Schwarzen Aktivistin Tarana Burke, die die eigentlich, aber unbekannte Gründerin der MeToo-Bewegung ist. In „Rosa“ erzählt sie vom Schicksal vieler illegaler Haushaltshilfen. Mit Harfe, Stimme, elektronischen Klängen und Samples entwickelt sie eindringliche und ausdrucksstarke Collagen, die mal beklemmend, mal mitreißend wirken. Mit der Komposition „Zaïna“ - ihrer allerersten überhaupt - setzt sie einen Schlusspunkt, der auf Simone de Beauvoir Bezug nimmt: „We are not born woman, we become it“. Video
VÖ: 13.02.2026 | Ronin Rhythm Records | 8 Tracks | Shop | Infos
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3) TUULETAR – „Maammo“
A Cappella | Folk | Pop (Finnland) Die mehrfach preisgekrönte finnische A Cappella-Band veröffentlicht mit „Maammo“ (Mutter Erde) ihr drittes Studioalbum. Es sei eine „Hommage an das Brückenbauen, an fragile Lebensräume, an Vielfalt und vor allem an die Hoffnung“, schreiben die Musikerinnen in ihrem Booklet. Tuuletar sind in Finnland bereits berühmt, hierzulande könnten viele ihre Musik auch aus dem Promotiontrailer zu Game Of Thrones und mehreren Netflix-Produktionen kennen. Die Musik ist inspiriert von finno-ugrischen und nordischen Volkstraditionen, die die Band in einen modernen Kontext setzt, in dem sie ihren vielstimmigen Gesang mit Effekten, Beatboxing, Percussion und Naturgeräuschen anreichert. „Vocal Folk Hop“ nennen sie ihren Style. Es sind poetische Lieder vor allem über die eigene Herkunft und die Liebe zur Natur. Im Ethnokracher „Hyvänyön loitsu“ singen sie in atemberaubenden Tempo vom Hoffnungsstrahl, der über eine verdunkelte Erde gleitet. „Äitimaa“ ist eine kraftvolle Hymne an Mutter Erde. So mühelos alles klingt - die Vokalkunst der Vier ist beeindruckend und ganz großes Kino. Video
VÖ: 30.01.2026 | Nordic Notes | 10 Tracks | Shop | Infos
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4) YAMIRAH’S SOLAR EXPLORERS – „Andromeda Galaxy“
Jazz | Indie (USA/Deutschland u.a.) Die Bostoner Gitarristin und Berklee Absolventin Yamirah Gercke präsentiert nach zwei Soloalben – eins davon wurde beim Indie Visions Film Festival ausgezeichnet - erstmals ein Album in Trioformation auf ihrem eigenen Label Fat Banshee Records. Gemeinsam mit dem französischen Pianisten Sacha Hladiy und der Berliner Schlagzeugerin Ria Rother begibt sie sich auf eine neunteilige Klangreise zwischen Jazz, Indie, R’n’B und Pop, durch die „Andromeda Galaxy“. Zwei Stücke stammen noch aus der engen Zusammenarbeit mit ihrem Vater, dem Schlagzeuger Lenjes Robinson. Mit diesem hatte sie im Projekt Bad Ass Freaks gearbeitet, bis er im November 2023 verstarb. Im Zentrum der neuen Platte steht Yamirahs raffiniertes E-Gitarrenspiel; der Klaviervirtuose Sacha Hladiy liefert mal Jazzklänge, mal Balladen oder gar UFO-ähnliche Synthies hinzu und übernimmt auch die Basslinien auf seinem Nord Stage. Ria Rother trägt mit variantenreichem, rhythmisch komplexem Spiel zum vielfältigen, häufig wie Filmmusik anmutenden Soundtrack bei. Video
VÖ: 30.01.2026 | Fat Banshee Records | 9 Tracks | Shop | Infos
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5) ROSA HOELGER – „Fuer immer Gummistiefel“
Indie | Alternative (Deutschland) Meine neue Lieblingsplatte! „Fuer immer Gummistiefel“ ist das erste Album von Rosa Hoelger, das sie mit ihrer über viele Jahre zusammengewachsenen Bandfamilie (Judith Retzlik, Tommy Schwarzbach und Lewin Grosse) sowie Gästen wie Dota Kehr und Lisa Harres aufgenommen hat. Darauf schafft das Kollektiv lebendige Atmosphären für Hoelgers tief ins Leben tauchende Geschichten. Wie es der Titel schon vermuten lässt, scheinen hier Menschen am Werk zu sein, die auf sympathische Weise nie erwachsen geworden und dennoch reif sind, weil sie Dinge aus dem Bauch heraustun, die Welt durch Kinderaugen sehen, Verrücktheiten und Träumereien ausleben und sich selbst nicht so ernst nehmen. Hoelgers lakonische, bildreiche Wortkunst nutzt die deutsche Sprache gekonnt mit Wortspielereien und Kunstpausen. Sie singt vom Urlaubserwartungsdruck („Dieses verdammte Gefühl“) oder grässlichen Anmachen von älteren Männern, bei denen man sich hinterher wünscht, demjenigen klar die Meinung gegeigt zu haben („23 wow“). Mein persönliches Highlight ist das geniale, mit wunderbar losgelassener Musik instrumentierte Porträt eines patenten Leistungsträgers, der immer alles unter Kontrolle hat („Keine Probleme“). Video
VÖ: 06.02.2026 | unserallereins | 12 Tracks | Shop | Infos
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Auf MELODIVA findet Ihr weitere neue CD-Reviews zu LINA_ & MARCO MEZQUIDA, KARI BREMNES u.a. von Fee Kuhn sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine.
Wenn Ihr Tipps & Infos für den nächsten Monat habt, meldet Euch wie immer bei uns unter musik@melodiva.de!
Wer diesen Newsletter trotz seines überaus informativen, sorgfältig recherchierten und interessanten Gehalts in Zukunft lieber nicht mehr bekommen möchte, kann sich hier austragen. Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas:
Verena Höfle, Belqis Schuber, Hildegard Bernasconi & Mane Stelzer und
die Vorstandsfrauen: Nina Hacker und Katrin Zurborg.
Copyright – http://www.frauenmusikbuero.de,
http://www.melodiva.de
fon: +49 (0)69-4960-848
IMPRESSUM: FRAUEN MUSIK BÜRO,
ein Projekt des Trägervereins: Frauen machen Musik e.V.,
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