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Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte, die Russland-Ukrainekrise beherrscht seit Wochen unsere Nachrichten, da kommen diese good News gerade recht: die RUSSIAN WORLD MUSIC CHARTS featuren seit 2021 neue Folkkünstler*innen des multiethnischen Russland wie Vedan Kolod, Shoodja-Choodja, Staritsa u.v.a. Es sind unterrepräsentierte Ausnahmemusiker*innen aus zum Teil entfernten Regionen, die hiermit eine längst überfällige Aufmerksamkeit erfahren. 12 haben es jetzt auf eine gleichnamige Compilation geschafft, die die Zeitschrift Folk Galore in Kürze veröffentlicht. Wer das Album mit dem Besten, was "russische" World- und Folkmusik zu bieten hat, gewinnen möchte, schicke uns bis 22.02.22 eine Mail mit dem Betreff "Verlosung" und der Postadresse. Ach ja, und die Antwort auf folgende Preisfrage: "Wie heißt das Broadway-Musical, das in unserem heutigen Newsletter erwähnt wird?"
Wir drücken euch die Daumen!
Viel Spaß beim Lesen & Hören,
eure Mane
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THEMEN – AUSGABE FEBRUAR 2022
1) JESSICA DE BOER – “Grow” (Jazz) 2) NNEKA – „Love Supreme“ (Afrobeat | Neo-Soul | Reggae) 3) ANAÏS MITCHELL – “Anaïs Mitchell” (Singer-/Songwriter | Folk) 4) LISSY FEY – „Da wo ich herkomm“ (Singer-/Songwriter | Pop) 5) JOSEFINE LINDSTRAND – „Mirages By The Lake” (Jazz)
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1) JESSICA DE BOER – “Grow”
Jazz (Niederlande) Die niederländische Sängerin Jessica de Boer feiert mit „Grow“ ihren erstaunlich reifen Einstand in der Jazzwelt. Kaum zu glauben, dass es sich um ein Debüt handelt! Im Studium am Utrechter Konservatorium hatte sie sich in die reichen Harmonien und die Freiheit des Jazz verliebt. Es dauerte nicht lang, da schrieb sie ihre ersten Kompositionen. Die 11 toll arrangierten und gekonnt inszenierten Tracks, die sie jetzt mit ihrer Band eingespielt und veröffentlicht hat, stammen von ihr und dem Gitarristen Eric Brugmans. Wie der Albumtitel es andeutet, geht es um das "Entstehen, das Wachsen, das Vertrauen und die Sehnsucht". Es beginnt mit einem Prolog: einer frühen Sprachaufnahme von ihr selbst, auf der sie als Kind mit der Stimme experimentiert. Im folgenden „Limitless“ führt sie die kindliche Unbeschwert-heit weiter, besingt das Singen ohne Angst, das keine Grenzen kennt. Weiter geht es mit Liedern über den weisen und wissenden „Oak Tree“, den goldenen Herbst, in dem sich alle Mühe auszahlt. Das wundervolle „Young Leaf“ steht für die Sehnsucht, sich im Leben auch mal treiben zu lassen, nicht immer zu kämpfen. In „Courage“, das mit einem Schlagzeugsolo startet, geht es darum, sich Zeit zu nehmen. Das Album endet mit einem Highlight, dem fulminanten Latin-Jazz Stück „Seasons“. Es zeigt, wie ideenreich de Boer ihren - oft auch lautmalerischen - Gesang und die Backing-Vocals einsetzt. Ihrer wandlungsfähigen Stimme und der genialen Band könnte ich ewig zuhören. VÖ: 04.02.2022 | Challenge | 11 Tracks | Infos
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2) NNEKA – „Love Supreme“
Afrobeat | Neo-Soul | Reggae (Nigeria) Nach sechs Jahren Pause erscheint endlich ein neues Werk der nigerianisch-deutschen Künstlerin und Aktivistin Nneka. „Zuversicht, Vertrauen, das ist das Thema meiner Platte und ich glaube, jeder kann damit etwas anfangen“, sagt sie über ihr neues Album „Love Supreme“. Schon immer nimmt sich die studierte Anthropologin sozialer und politischer Themen an, macht Gewalt, Korruption und soziale Gerechtigkeit zu Themen ihrer Lyrics. Doch diese Platte ist während der Pandemie entstanden und so ist es nicht verwunderlich, dass auch sie in der erzwungenen Einsamkeit ihre Aufmerksamkeit nach innen richtete und sich mit den eigenen Kindheitstraumata, Träumen, Schuld- und Minderwertigkeitsgefühlen beschäftigte. Vor allem ihr Glaube an Gott gab ihr Kraft: “Ich habe gelernt, dass wir uns nicht von Furcht leiten lassen dürfen. Ich habe ein unglaubliches Zitat gelesen: ‘Alles, was sich in der Dunkelheit verstecken muss, hat keine echte Macht.’ Und so war’s. Und wisse: Keine Dunkelheit dauert ewig.” Nneka verpackt ihre hoffnungsvollen Botschaften in einen unwiderstehlichen, lässig groovenden Mix aus Neo-Soul, Hip-Hop, Afrobeat, Reggae und Jazz. Wie schön, endlich wieder ihre wunderbare und einzigartige Stimme zu hören. VÖ: 11.02.2022 | Bushqueen Music | 13 Tracks | Infos
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3) ANAÏS MITCHELL – “Anaïs Mitchell”
Singer-/Songwriter | Folk (USA) “It felt like after so many years of working on telling other stories, now here are some of mine”, erklärt die US-amerikanische Singer- /Songwriterin Anaïs Mitchell die Wahl ihres neuen Albumtitels. Die Künstlerin meldet sich mit ihrer siebten CD - dem ersten Soloalbum seit “Young Man in America“ (2012) - zurück. Sie wird vor allem mit ihrem Musical „Hadestown“ in Verbindung gebracht. Was 2006 als DIY-Community Theaterprojekt begann, landete am Broadway und gewann acht Tony Awards und einen Grammy. Während sie damit also über ein Jahrzehnt beschäftigt war, schrieb sie ihr neues Album in Ruhe und ohne Öffentlichkeit. Die Pandemie führte Mitchell im neunten Monat schwanger von Brooklyn zurück in ihre Heimat Vermont. In der ländlichen Abgeschiedenheit entwickelte sie mit Musikkollegen von Bon Iver, The National und ihrer Band Bonny Light Horseman ihre neue Musik. Darin setzt sie sich mit ihrer Kindheit auseinander, mit dem Heilen alter Wunden („Revenant“), mit ihrer Jugend als privilegierte Weiße. Es geht um den Abschied von Orten („Brooklyn Bridge“), um Wendepunkte „(Watershed“), das reale Leben in unserem digital geprägten Alltag, ums Innehalten und Bewusstwerden. Die Songs klingen, als wären sie schon immer da gewesen. Als hätte in ihrem jugendlichen Plattenschrank neben Bob Dylan, Velvet Underground, Joni Mitchell, Ani DiFranco, Tori Amos und Leonard Cohen auch diese, ihre eigene Platte gestanden. Zur charakterstarken Stimme und ihren einprägsamen Melodien an Gitarre und Piano braucht es nicht viel anderes, um ihre Balladen und Folksongs zu einem zeitlosen Album zu machen. VÖ: 28.01.2022 | BMG | 10 Tracks | Infos
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4) LISSY FEY – „Da wo ich herkomm“
Singer-/Songwriter Pop (Deutschland) Klarheit – das ist es, was die Singer-/Songwriterin Lissy Fey in der Musik sucht und findet. Ihre Texte und Melodien entstehen oft in den Momenten, wenn sich etwas anbahnt, noch nicht gesagt und bewusst gemacht ist. Da, wo die Sängerin, Pianistin und Komponistin „herkommt“, ist der Hunsrück, dort ist sie mit drei Schwestern auf dem Land groß geworden. Doch es zog sie weg in andere Länder und Städte und mittlerweile ist sie in Köln angekommen. So ist nicht verwunderlich, dass ihr Debüt von dieser Reise erzählt, von den Freund-schaften, die kommen, gehen und bleiben („Immer noch“, „Hülle und Hauch“), vom sich selbst Suchen und Finden im Abstand vom Vertrauten („Da wo ich herkomm“), vom manchmal gefangen-Sein im eigenen Selbst („Turm“), von Nähe und Distanz zu anderen, ja, sogar sexuellen Übergriffen („Grenzen“). Mit starker Poesie und melan-cholisch-dunklen Pianoklängen findet sie eindrückliche Worte für ihre Stimmungen und Erlebnisse, Gefühle und Gedanken, meist nachdenklich reflektierend. Im Fokus stehen ihr Klavierspiel und ihre Stimme, mal solo, mal mit Unterstützung von Klarinette, Flügelhorn oder Trompete oder mit voller Band. Die Mischung macht ihr Debüt abwechslungsreich und interessant, aber auch die Art, wie Fey Gefühle in Text und Musik zu gießen weiß, ist schon eine große Kunst an sich. VÖ: 28.01.2022 | recordJet | 11 Tracks | Infos
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5) JOSEFINE LINDSTRAND – „Mirages By The Lake”
Jazz (Schweden) “Spiegelungen am See” hat die schwedische Jazz-sängerin ihr neues Album betitelt und der Promotext verspricht „eine Stimme, die die kristalline Klarheit skandinavischer Seen und die dunkle Mystik schwedischer Wälder widerhallen lässt – Musik, die zum Eintauchen lockt“. Das trifft es. Die preisgekrönte Sängerin, die seit vielen Jahren in der Django Bates Band „Human Chain“ singt und schon mit dem Metropole Orchestra aufgenommen hat, gehört zu den führenden Jazzsängerinnen Schwedens. Nils Landgren lobt sie als „neuen Stern am Horizont“. Noch dazu schreibt sie Auftragswerke für Chor, Bigband und Film; gerade hat sie mit Lina Nyberg, den Trondheim Voices und der Schlagzeugerin Michala Østergaard-Nielsen das Konzertprojekt „Songs around the world“ erfolgreich aufgeführt. Ihr neues, viertes Soloalbum hat sie außerhalb von Stockholm in einem Studio auf dem Land aufgenommen und dazu ihre Lieblingsmusiker von früher an Piano, Trompete, Kontrabass und Drums eingeladen sowie Gastmusiker*innen an Posaune und Horn. Wunder-schöne Klänge kommen noch dazu von den Stimmen des Bundesjazzorchester-Chors, die sie in Bonn aufgenom-men hat. Danach hat sie die Tracks in ihrem eigenen Studio nachbearbeitet und mit weiteren Klängen, Stimmen und Synths angereichert. So ist ein dichter, dynamischer Soundtrack entstanden, der leise, intim, sphärisch und spannungsgeladen auftritt, sich aber auch im Orchestralen entladen kann. Mit dieser Musik lässt es sich noch vortrefflich in Winterstimmung schwelgen. VÖ: 04.02.2022 | o-tone music | 9 Tracks | Infos
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Wer diesen Newsletter trotz seines überaus informativen, sorgfältig recherchierten und interessanten Gehalts in Zukunft lieber nicht mehr bekommen möchte, kann sich hier austragen. Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas:
Hildegard Bernasconi, Maria Bätzing, Marie Koppel & Mane Stelzer und
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