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Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte,
Der Frühling naht und wir stellen die passenden Soundtracks vor: heute haben wir Liebeslieder in Asturleonesisch, portugiesische Freiheitspoesie, Harfenherzensmusik, gejoikten Progrock aus Finnland, quirlige Mbirasounds, Jazz als Introspektive und mehr im Angebot. Eines der vorgestellten Alben könnt ihr heute gewinnen: wir verlosen die neue CD "Eva" von CRISTINA BRANCO (#1), die im SWR zum Album der Woche gekürt wurde. Schickt uns die Antwort auf folgende Gewinnspielfrage: "In welchem unserer Feb-CD-Tipps ist von geheimen Gärten die Rede?" bis 21.02.2021 per Mail; den Betreff "Verlosung" und eure Postadresse nicht vergessen. Viel Glück!
Bleib gesund und lasst es euch schön gut gehen.
Grüzis von Eurem MELODIVA-Redaktionsteam
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THEMEN – AUSGABE FEBRUAR 2021
1) CRISTINA BRANCO – “Eva” (Jazz | Folk) 2) KARIN HAMMAR & FAB 4 – „Strings Attached“ (Jazz) 3) MONIKA STADLER & HARALD PETERSTORFER – „Diary From Within“ (World) 4) ANETTE VON EICHEL – “Inner Tide” (Jazz) 5) GÁJANAS – “Čihkkojuvvon – Hidden” (Rock | Folk) 6) STELLA CHIWESHE – “Ambuya!” (World) 7) DIANA RASINA – “Romance” (Folk | World)
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1) CRISTINA BRANCO – “Eva”
Jazz | Folk (Portugal) Die Karriere der portugiesischen Fadista schien vorgezeichnet: viele Jahre war sie bei Universal unter Vertrag, veröffentlichte Alben für Alben. Doch das Korsett um die vielseitige Künstlerin erwies sich als zu eng, in Tagebüchern entwickelte sie ihr Alter Ego "Eva", eine Frau, die nach Freiheit strebt und ihren eigenen Weg geht. 2016 löste sie sich von ihrem Plattenlabel und „den musikalischen Erwartungen mitteleuropäischer Portugalliebhaber“ und stieg bei o-tone music/edel kultur ein. Die Songs auf den folgenden Alben "Menina" (2017) und "Branco" (2018) ließ sie sich von anderen Künstler*innen aus Indie-, Pop-, Punk-, Rap- oder Jazzgefilden schreiben. Auf ihrem neuen Album, dem letzten Teil ihrer Trilogie, scheint nun Eva vollends die Oberhand zu übernehmen. Für die CD hat sie ihre Aufzeichnungen an lusophone Songwriter*innen geschickt und sie in Songs verarbeiten lassen. Da sind z.B. der angolanische Literat Kalaf Epalanga, die kapverdische Musikerin Sara Tavares oder Francisca Cortesão und André Henriques aus der Lissaboner Musikszene zu nennen. „Als die Demos eintrafen, fühlte ich mich sehr nackt, denn ich hörte ja meine persönlichsten Dinge aus dem Munde anderer“, so Branco. Das Ergebnis ist großartig und zeigt die vielen Facetten einer herausragenden Künstlerin. Auch ihre Mitstreiter - Bernardo Couto (port. Gitarre), Bernardo Moreira (Kontrabass) und Luis Figueiredo (Piano) ließen sich von der neuen Freiheit mitreißen. Gemeinsam erweiterten sie den Sound um elektronische und perkussive Elemente und Backgroundgesänge.
VÖ: 29.01.2021 | o-tone music | 10 Tracks | Infos
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2) KARIN HAMMAR & FAB 4 – “Strings Attached”
Jazz (Schweden) Karin Hammars Quartett Fab 4 war mit Posaune, Gitarre (Andreas Hourdakis), Bass (Niklas Fernqvist) und Schlagzeug (Fredrik Rundqvist) ohnehin schon ein eher ungewöhnliches, jetzt haben sie ihr Klangspektrum noch mal erweitert. Nach den von der Kritik gefeierten Alben "Imprints" (2016) und "Circles" (2018) ist "Strings Attached" erschienen. Dafür haben sie sich mit einem klassischen Streichquartett mit Hanna Helgegren und Karin Liljenberg (erste und zweite Violine), Jill Johansson (Bratsche) und Anna Wallgren (Cello) zusammengetan, das in den neun Eigenkompositionen von Hammar mehr ist als nur zierendes Beiwerk. Grandios, wie Hammar diese spannende Kombination in transparenten Stücken wie dem Opener "Dreaming in G" einsetzt. Als Sahnehäubchen kommt der französische Mundharmonika-Virtuose Olivier Ker Ourio hinzu, ein Musiker, mit dem sie erstmals 2018 in Tel Aviv spielte. Bei ihrem Duett auf "Avenida Atlântica" kommt sofort gute Laune auf, auch wenn der Himmel noch so grau ist. Hammars Posaunenspiel ist in dieser einzigartigen Kombination ein wahrer Genuss.
VÖ: 29.01.2021 | Prophone | 9 Tracks | Infos
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3) MONIKA STADLER & HARALD PETERSTORFER – „Diary From Within“
World | Folk (Österreich) Menschen, die derzeit eher düster und pessimistisch gestimmt sind, sei das erste gemeinsame Album von Monika Stadler und Harald Peterstorfer empfohlen. Denn was die beiden mit Konzertharfe, Stimme, Harfengitarre, Gitarre, Fretless Bass, Flöte, Percussion u.a. erschaffen, kann mit Fug und Recht „wohltuend fließende und kontemplative Herzensmusik“ genannt werden, wie sie ihre Musik selbst beschreiben. Die 14 Songs auf "Diary From Within" verzaubern, feiern die Schönheit der Welt, wirken entspannend und anregend zugleich. Ein Teil der Musik ist für den Dokumentarfilm "Rendezvous Marchfeld - 700 Jahre Zeitreise", vor allem aus Improvisationen entstanden. Die Harfenistin Stadler ist bekannt dafür, dass sie mit ihren Kompositionen frischen Wind und neue Dimensionen in die Harfenmusik bringt. In ihren Kompositionen verwebt sie Elemente des Jazz, der Klassik, World-, Folk- und Improvisationsmusik miteinander. "Diary From Within" ist bereits das zwölfte Album der Musikerin, die mit 13 am Konservatorium in Linz (AT) begann und danach Konzert- und Jazzharfe studierte. Schon lange strebt sie nicht nur danach, die Techniken des Harfenspiels ständig zu erweitern – sie leuchtet mit ihrem Spiel auch die Tiefen der Seele aus. Stadler nennt ihre Musik selbst eine Art inneres Tagebuch, das „aus dem Lebendigsein, der Verbundenheit mit der Natur, dem Fließen und dem Fühlen“ entspringt. Entspannung pur.
VÖ: 12.02.2021 | Galileo MC | 14 Tracks | Infos
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4) ANETTE VON EICHEL – “Inner Tide”
Jazz (Deutschland) Um die "inneren Gezeiten" geht es in Anette von Eichels neuem Album, dem sechsten seit ihrem Debüt 2001. Obwohl ihr als Professorin für Jazzgesang an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln sicher nicht viel Zeit für ihre eigene Musik bleibt, hat sie erstmals Lyrics und Musik selbst geschrieben - eine neue Phase ihrer Identität, wie sie selbst sagt. Hauptthema ist das "Ohr nach innen": "Jeder trägt diese geheimen Gärten in sich, in der sich immer wieder zurückzieht, wo er sich fallen lassen und dem ganzen Auf und Ab nachspüren kann". Diese inneren Welten setzt sie mit überwiegend warmen Klängen entspannt in Szene. Da sind Betrachtungen über die Liebe: der Track "Honey", der liebkosende Worte mit einem neckischen Spiel zwischen Stimme und Instrumenten unterstreicht. Das Lied "Stones", in dem die Liebe gar in Stücke gehauen wird. Im Song "Merry Go Around" - der Eichels große Improvisationskünste offenbart - geht es um die Beziehung, die keine Definition braucht. Eine Traumreise endet in einem wunderschönen (weiblichen) Wald. Es sind meist unaufdringliche Tracks, die sich angenehm in die Gehörgänge schmeicheln und mit lässigen Impropassagen glänzen. Ihrer versierten Kombo, die aus Sebastian Sternal (p), Henning Sieverts (b), Jonas Burgwinkel (dr) und Jasper Blom (sax) besteht, bleibt genug Freiraum, um sich mit viel Spiellaune solistisch auzutoben.
VÖ: 29.01.2021 | Double Moon Records | 9 Tracks | Infos
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5) GÁJANAS – “Čihkkojuvvon – Hidden”
Rock | Folk (Finnland) Die Band Gájanas kommt aus dem 1000-Seelendorf Inari-Utsjoki im finnischen Teil Lapplands, hoch im Norden Europas, von wilder Natur umgeben. Die Sommer sind kurz, kühl und bewölkt, die Winter lang, eisig und schneereich. Dazu passt ihre Musik, die sie „northern Sámi ethno-progressive music“ nennen. Dunkel wie die Polarnacht sind diese Songs, geheimnis- und kraftvoll. Der traditionelle Joik-Gesang von Hildá Länsman ist in wuchtigen Prog-Rock eingebettet. Der VÖ-Termin ihres Debütalbums "Čihkkojuvvon - Hidden" ist mit Bedacht gewählt: es ist der Nationaltag des Volkes der Samen, zu denen ein Großteil der Bandmitglieder gehört. Am 06.02.1917 waren die Samen aus Norwegen und Schweden erstmals zusammengekommen, um Lösungen für gemeinsame Probleme zu finden und eine adäquate Vertretung gegenüber den diversen Regierungen zu haben. Die vier Musiker*innen streben ebenfalls nach Balance: zwischen Tradition und Moderne, zwischen der Verbundenheit mit der Natur und ihrer Heimat und den Ländern und Städten, die sie auf ihren Reisen erleben. Hildá Länsman hat in Helsinki Global Music studiert, wo den Studierenden die reiche Folktradition Finnlands nahegebracht wird. Sie spielt in mehreren Folkduos und ist bei Gájanas für Stimme und Rahmentrommel sowie viele der Lyrics und Kompositionen zuständig. Dass ihre Musik überzeugt, zeigen mehrere Preise: 2016 erreichte Gájanas den 2. Platz beim Sámi Grand Prix in Norwegen, und auf dem Folk Music Festival in Kaustinen wurden sie 2017 zur beliebtesten Band gekürt.
VÖ: 06.02.2021 | Nordic Notes | 8 Tracks | Infos
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6) STELLA CHIWESHE – “Ambuya!”
World (Simbabwe) Mehr als 33 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung liegt jetzt ein ge-remastertes Album von Stella Chiweshe vor. Die 74jährige Musikerin aus Simbabwe gilt als erste weibliche Mbira-Musikerin und musste sich in ihrer Karriere gegen vielerlei Widerstände durchsetzen. Zum einen wurde die traditionelle Kultur in der damaligen britischen Kolonie unterdrückt, außerdem war das Mbira-Spiel lange Zeit nur Männern vorbehalten. Chiweshe ließ sich dennoch nicht beirren und wurde bald zu einer der gefragtesten Musikerinnen des Landes. Mit dem 1987 veröffentlichten Album "Ambuya?" (dt: Großmutter) - der wahrscheinlich ersten Produktion weltweit, auf der Gesang, Mbira, Marimba, Hosho, Ngoma, Bass und Schlagzeug zu hören waren - gelang ihr der internationale Durchbruch. Piranha Records stellt diese einmalige und gut gelaunte Produktion jetzt erneut ins Rampenlicht und macht aus der Frage ein selbstbewusstes Statement mit Ausrufezeichen. Im Booklet lässt sich in kurzen Erklärungen nachlesen, worüber Chiweshe in ihren spirituellen und poetischen Lyrics in der Shona-Sprache singt. Zusätzlich zu den 9 Tracks des Originals gibt es als Bonus 4 weitere, die die Truppe 1988 bei den legendären Peel Sessions des britischen Radio-DJs John Peel aufgenommen hat. Stella Chiweshe, die seit 1983 zwischen Berlin und Harare pendelt, hat sich zunehmend der Bewahrung ihres musikalischen Erbes verpflichtet. Ihr "Chivanhu Centre", mit dem sie die traditionelle Mbira- und Shona-Kultur erhalten möchte, könnt ihr hier unterstützen. VÖ: 12.02.2021 | Piranha Records | 13 Tracks | Infos
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7) DIANA RASINA – „Romance“
Folk | World (Rumänien/Österreich) Mit ihrem zweiten Album "Romance" hat die rumänische Sängerin und Wahlwienerin Diana Rasina ihre Leidenschaft für Musik und Sprachen verbunden und eine ungewöhnliche Sammlung von Liebesliedern in romanischen Sprachen veröffentlicht. In 15 Songs lädt sie uns ein, durch Raum und Zeit zu wandern und die sprachliche und kulturelle Vielfalt Europas zu entdecken. Es sind Lieder aus verschiedenen Epochen und Genres, die sich alle mit dem Ur-Thema der Menschheit beschäftigen. Angefangen beim Konzept der unerfüllten und tragischen Liebe der mittelalterlichen Troubadoure in Südfrankreich, über die Liebeslieder der iberischen Halbinsel, die Arien und Canzoni Italiens bis zu Chansons von Jacques Brel und Liedgut der galicischen Gruppe Leilía. Ohne es recht zu bemerken, hören wir Sprachen wie Altokzitanisch, Asturleonesisch, Rätoromanisch, Asturisch und Aromunisch, die nur noch von wenigen Menschen gesprochen werden. Rasina hat sich dafür mit Muttersprachler*innen über ihre Kultur ausgetauscht und mit Miroslav Jankech (Akkordeon) und Alex Kohtaro Yoshii (Gitarre) die meist traditionellen Lieder neu arrangiert. Mit großer Leidenschaft macht sich Rasina die Originale zu eigen. Im Zusammenspiel mit ihren virtuosen Begleitern wird aus einer Liedersammlung quer durch die Epochen, Kulturen und Genres ein harmonisches Ganzes und großes Hörvergnügen. Geplantes CD-Releasekonzert: 15.04.2021 im RadioCafé des ORF. VÖ: 15.01.2021 | Galileo MC | 15 Tracks | Infos
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Auf MELODIVA findet Ihr weitere CD-Reviews sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine.
Wenn Ihr Tipps & Infos für den nächsten Monat habt, meldet Euch wie immer bei uns unter musik@melodiva.de!
Wer diesen Newsletter trotz seines überaus informativen, sorgfältig recherchierten und interessanten Gehalts in Zukunft lieber nicht mehr bekommen möchte, kann sich hier austragen. Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas:
Hildegard Bernasconi, Maria Bätzing, Marie Koppel & Mane Stelzer und
die Vorstandsfrauen: Gabi Rummel, Katrin Zurborg und Uta Wagner.
Copyright – http://www.frauenmusikbuero.de,
http://www.melodiva.de
fon: +49 (0)69-4960-848
IMPRESSUM: FRAUEN MUSIK BÜRO,
ein Projekt des Trägervereins: Frauen machen Musik e.V.,
Roßdorferstr. 24, 60385 Frankfurt, Vereinsregister Frankfurt Nr.: 9878
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