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Liebe Melodiven, Freundinnen & Freunde!



Die niederländische Jazzsängerin FAY CLAASSEN hat sich kürzlich mit ihrem neuen Album "Luck Child" (VÖ: 13.01.17/Challenge Records) einen Herzenswunsch erfüllt und ihre Lieblingslieder von Paul McCartney, Paul Simon, Burt Bacharach und Ennio Morricone aufgenommen. Vielleicht machen wir Euch ja glücklich, wenn wir 3 Expl. der CD verlosen? Schickt uns wie immer eine Mail mit dem Betreff "Verlosung" und Eurer Postadresse (Einsendeschluss: 19.02.2017). Wir wünschen Euch viel Glück!

Liebe Grüße, Euer MELODIVA-Redaktionsteam

 
 
THEMEN – AUSGABE FEBRUAR 2017

1) THE REGRETTES – “Feel Your Feelings Fool!”
(Rock'n'Roll | Garage | Punk)
2) VERONIKA HARCSA – BÁLINT GYÉMÁNT – “Tell Her” 

(Jazz | Singer-/Songwriter)
3)
ELENA SETIÉN – „Dreaming Of Earthly Things“
(Indie | Pop)
4) LULA PENA – “Archivo Pittoresco”
(Folk | Chanson | Blues)

5) JERUSALEM DUO – “Premiere”
(Klassik | World
6) SACRED PAWS – “Strike A Match”
(Alternative | Indie)

 
 
 
 
 
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1) THE REGRETTES – “Feel Your Feelings Fool!”

Rock’n‘Roll | Garage | Punk (USA)

Kaum zu glauben ist die Geschichte der Band The Regrettes aus Los Angeles. Obwohl ihre Mitglieder alle noch unter 20 sind, klingen die vier schon, als wären sie alte HäsInnen. Frontfrau Lydia Night ist grade mal 15, ihre Kolleginnen Genessa Gariano (Gitarre) 19 und Sage Nicole (Bass) 18 Jahre alt, der einzige Mann in der Band ist der 17jährige Schlagzeuger Maxx Morando. Die vier trafen sich vor einigen Jahren bei einem Musikschulprogramm in Los Angeles und gründeten Ende 2015 die Band. Night schreibt seit dem 6. Lebensjahr eigene Lieder, sodass sie bereits ein Repertoire von 50 Songs angehäuft hatte, aus dem die Band schöpfen konnte. Und in denen wird Tacheles geredet. In „Living Human Girl“ thematisiert sie z.B. die Unsicherheiten, mit denen Jugendliche zu kämpfen haben und dass vor allem Mädchen darauf festgelegt werden, unsicher sein zu müssen, denn wer selbstbewusst sei, wirke arrogant. Im Album geht es daher darum, „… wanting to feel things and hiding that feeling — and feeling weird about feeling things”. Diese unerschrockene Geradeheraus-Attitude, ohne Scheu vor Tabus, schön schrammelige Gitarren, schnelle Beats, Musik- &Style-Reminiszenzen an die 50er/60er und eben gar nicht zarte Gesänge sind die richtigen Ingredienzen, um in verzweifelten Momenten die Musik aufzudrehen und laut mitzubrüllen. „Motown inspired vulnerable punk rock” nennen sie ihren Stil und ich bin mir sicher: wir werden noch viel von ihnen hören.

VÖ: 13.01.2017 | Warner | 15 Tracks | http://www.theregrettes.com/

 
 
 
 
 
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2) VERONIKA HARCSA – BÁLINT GYÉMÁNT – “Tell Her”

Jazz | Singer-/Songwriter (Ungarn)

Große Stimmkunst und virtuoses Gitarrenspiel zeigen die ungarische Jazzsängerin Veronika Harcsa und der Gitarrist Bálint Gyémánt auf ihrem neusten Album. Die beiden machen bereits seit 10 Jahren gemeinsam Musik, anfangs mit der Electrojazz-Band Bin-Jip, die 2011 den ungarischen Grammy gewann, und ab 2014 auch zu zweit mit Stimme und Gitarre. „Tell Her“ ist ihr zweites Album, dem ich bereits nach den ersten Takten völlig gebannt lausche. Denn hier sind zwei herausragende MusikerInnen am Werk, die - ergänzt durch Jeremy Friedman (Sounds, Loops), perfekt harmonieren und einen einzigartigen Stil entwickelt haben. Harcsa kostet in ihren überwiegend englischsprachigen Songs die Worte aus, dass es eine Freude ist. Sie tänzelt durch die Oktaven, wechselt von jazzig-sperrigen Passagen zu eingängigen Folk-Parts, singt sich atemberaubend sicher durch rhythmisch Vertracktes und klingt bei aller Rafinesse und Präzision nie verbildet oder seelenlos, immer authentisch und berührend. Ausflüge in die Klassik wie bei „Give Time“, das von J.S. Bach’s Cellosuiten inspiriert ist und weitgehend mit A cappella Loops auskommt, wechseln sich mit furiosem, rockig-funky E-Gitarrenspiel bei „I See You“ ab, „Possible“ featured einen vielstimmigen Chor. Beim Titellied ziehen beide nochmal alle Register, bevor das Album mit dem schönen, ungarischen Traditional „Vetettem Violát“ schließt.

VÖ: 03.02.2017 | Traumton Records | 11 Tracks | http://harcsaveronika.hu/

 
 
 
 
 
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3) ELENA SETIÉN – „Dreaming Of Earthly Things“

Indie | Pop (Spanien)

Die Spanierin Elena Setién kennen einige vielleicht noch aus ihrer Zeit mit Johanna Borchert, als sie ein Teil des Duos Little Red Suitcase war (2007-2012), außerdem sang und spielte sie Violine in anderen Formationen. Nach ihrem Solo-Debüt 2013 folgt sie nun auf ihrem neuen Album konsequent ihren eigenen Ideen. Im Ko-Produzenten, Arrangeur, Tontechniker und Mitmusiker Mikel Azpiroz hat sie dabei einen passenden Mitstreiter gefunden. Eine weitere, wichtige Inspirationsquelle fand Setién in ihrer alten Heimat San Sebastian, wo sie eine neue Ruhe fand, die sich auch auf ihren Schaffensprozess auswirkte: „In Kopenhagen gibt es viel Konkurrenz, du musst etwas Besonderes sein. In San Sebastian fühle ich viel weniger Druck, etwas erreichen zu müssen. Die Leute hier arbeiten kürzer, sind solidarischer, leben ein entspannteres Leben“. So ruhig und entspannt klingen auch ihre Lieder, sie singt mit angenehm tiefer Stimme „forgotten nevertold stories“, begleitet sich selbst an Piano und Violine; Wurlitzer, Hammond Orgel, Moog Synthesizer und E-Gitarre lassen die 12 charmanten Kompositionen manchmal wie aus der Zeit gefallen erscheinen ("Milky Way", "Rosildo"). Eine weitere Ingredienz sind die (A Cappella-) Chöre, die ihre Lieder in immer neue Gewänder kleiden. Der Setièn’sche Kosmos ist mal hell-verspielt, dann warm und dunkel, verträumt und erdig zugleich. Sehr empfehlenswert.

VÖ: 10.02.2017 | Enja/Yellowbird | 12 Tracks | http://www.elenasetien.com/

 
 
 
 
 
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4) LULA PENA – “Archivo Pittoresco”

Folk | Chanson | Blues  (Portugal)    

Diese Frau ist eine Offenbarung: selten verschmelzen KünstlerInnen so mit ihrem Instrument.  Bei Lula Pena ist es die Akustik-Gitarre, die sie seit ihrem 10. Lebensjahr spielt. Konzertreviews schwärmen von der Magie, die bei ihren Auftritten entsteht, und wer sie bei einem Liveauftritt sieht, wird von ihrem akzentuierten, percussiven Gitarrenspiel, ihren ungewöhnlichen Melodien, und ihrer tiefen und leidenschaftlichen Stimme fasziniert sein. Nur mit ihrer Gitarre zaubert sie Klangwelten zwischen Flamenco, Fado, Chanson und Folk, gesungen in sechs (!) Sprachen, und vertont dabei eigene Texte wie auch solche von der legendären, chilenischen Folksängerin Violeta Parra u.a. Pena hat ihr Debütalbum „Phados“ 1998 veröffentlicht, aber es dauerte bis 2010, bis mit ihrem Album „Troubadour“ neue Aufnahmen erschienen. Denn Studioaufnahmen sind ihre Sache nicht, zu artifiziell, zu wenig Kontakt zum Publikum. "Ich sage nie: Okay, es ist Zeit für ein neues Album. So arbeite ich nicht. Ich mache Musik. Ich erforsche die Verbindungen von Tönen und Performances. Ich versuche, durch Musik besondere Orte zu schaffen. Dabei denke ich nicht an Alben. Deshalb dauert es auch immer so lange, bis ich ein Album fertig habe. Es ist, als ob das Leben zu mir sagt: Nein, mach etwas anderes. Das hier hat doch keinen Sinn. Und es stimmt“. Jetzt kann sich ihre treue, weltweite Fangemeinde dennoch über ein neues Album freuen. Am 13.03. gibt sie im Rahmen des Women in (e)Motion Festivals in Bremen ihr einziges Konzert in Deutschland.

VÖ: 27.01.2017 | Crammed Disc | 13 Tracks | http://www.lulapena.com/

 
 
 
 
 
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5) JERUSALEM DUO – “Premiere”

Klassik | World (Israel)

Wie das Leben so spielt – manchmal ist eine zufällige Begegnung der Anfang einer Erfolgsgeschichte. Die israelische Harfinistin Hila Ofek sollte mit einem Flötisten bei der Hochzeit eines Freundes aufspielen. Der Flötist musste jedoch krankheitsbedingt absagen und so sprang der russische Saxophonist Andre Tsirlin – wie sie Student der „Jerusalem Academy of Music & Dance“ - ein. Was als Schnapsidee erschien, erwies sich als Glücksgriff, das Publikum war restlos begeistert, ein ungewöhnliches Duo war geboren. Das Duo spielte in zahlreichen Städten in Europa und Israel, nahm an wichtigen Festivals teil, erhielt prestigeträchtige Stipendien und gewann mehrere Wettbewerbe. Auch arbeiteten die beiden erfolgreich mit so renommierten Künstlern wie Giora Feidman zusammen, der, zusammen mit Nina Hacker (Kontrabass) und Mario Korunic (Violine) auf dem Debüt “Premiere” als Gastmusiker vertreten ist. Das Jerusalem Duo versteht sich als eine "neue Stimme in der Musikwelt, die die Grenzen der konventionellen Genres überschreitet". Zielsicher bewegen sie sich in verschiedenen musikalischen Welten, in der Klassik, der traditionellen jüdischen Musik wie auch im Tango. Sie spielen Werke von Astor Piazzola, bis Antonín Dvořák, nehmen uns mit auf eine Reise durch Israel, Ungarn, Tschechien, Italien und Argentinien und lassen uns in die besondere Kombination ihrer Klangfarben eintauchen.

VÖ: 03.02.2017 | Pianissimo Musik | 14 Tracks | https://www.jerusalemduo.com

 
 
 
 
 
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6) SACRED PAWS – “Strike A Match”

Alternative | Indie (Großbritannien)

Die „heiligen Pfoten“ bestehen aus der Gitarristin und Sängerin Rachel Aggs und der Schlagzeugerin Eilidh Rodgers, beide spielten und spielen auch in Bands wie Golden Grrrls, Shopping und Trash Kit. Mit „Strike A Match“ liefern sie ihr Debüt ab und das hat ordentlich Dampf. Die im eher regnerischen London und Glasgow beheimateten Musikerinnen verbreiten darauf so viel gute Laune und Leichtfüßigkeit, dass die Platte schon jetzt den Frühling einleitet. Karibische Gitarrenklänge, meist zweistimmiger, entspannter Gesang, treibende Beats und hier und da Trompetenklänge oder Synthies machen den typischen Sound der beiden aus, aus dem die beiden so gut wie nie ausscheren. Warum auch? Ade Winterdepression – let's dance!

VÖ: 27.01.2017 | Rock Action | 10 Tracks | http://www.sacredpaws.co.uk/

 
 
 
 
 

Auf MELODIVA findet Ihr weitere CD-Reviews von TINE TRAMPLER UND DAS DRECKIGE ORCHESTER, MUJER RAÍZ / ROOT WOMAN, NOMFUSI, NADINE KHOURI, u.v.m. ... sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine: http://www.melodiva.de.



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