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Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte,
Weihnachten steht vor der Tür und hoffentlich für euch alle ein paar schöne Ferientage, die ihr am besten mit schöner, neuer Musik verbringen solltet! Vielleicht habt ihr auch noch keine Idee für ein Weihnachtsgeschenk? Dann schaut doch mal in diese CD-Auswahl, hier kommen vorweg ein paar Kurz-Tipps: WAHNSCHAFFE haben ihr Debüt „Alles Hier“ veröffentlicht, mit dem sie besonders den Menschen Mut machen wollen, die sich aus toxischen Bindungen freikämpfen müssen (live zu erleben mit Alina Lorfeo & Ornella: 16.12. OYA Köln, 31.01.26 Café Blaupause Köln). Auch vom aufstrebenden queeren Indie-Alternative-Künstler BLACK POLISH, auch bekannt als Jayden Binnix (sie/er), kam ein großartiges Konzeptalbum heraus ("YUNA"). Stimme und Cello stehen beim neuen Album des Duos BIRDS ON A WIRE im Vordergrund, das ikonische Songs von The Doors, The Cure, Bronski Beat u.a. neu interpretiert und sie barocken und traditionellen Werken gegenüberstellt (Video). Wer noch ein Weihnachtsalbum sucht, ist bei JILL BARBERS „A Holly Jolly Jill Barber Christmas“ gut bedient.
Bei manchem Kauf könnt ihr nicht nur die Artists unterstützen, die ja bekanntlich beim Streaming kaum Geld verdienen, sondern zusätzlich etwas Gutes zu tun. Wenn ihr euch z.B. MADI DIAZ’ blink-182 Cover Album "Enema Of The Garden State“ auf Bandcamp kauft, gehen alle Erlöse an einen Fonds, der migrantische Familien in den USA unterstützt, die von ICE-Übergriffen bedroht sind. Oder ihr holt euch die Compilation EMMI AID, auf der 57 (!) Musiker*innen und Bands – darunter Barbara Morgenstern, Bernadette La Hengst u.v.m. mit bisher unveröffentlichten Songs für den von der Abholzung bedrohten Emmauswald in Berlin kämpfen.
Kommen wir nun zur heutigen Hammer-Verlosung: unter allen, die uns bis 14.12. (!) per Mail eine Antwort auf folgende Quizfrage senden, verlosen wir ein Exemplar von RONJA MALTZAHNS neuem Album + Buch „Butterfly And Wolf: Flow“ (s.#1)!!! Die Frage lautet: „Wie heißt die Künstlerin, die sich auf ihrer Trilogie mit dem ungarischen Komponisten Béla Bartók beschäftigt?“. Vergesst nicht eure Postadresse. Wir wünschen Euch eine geruhsame Adventszeit, erholsame Weihnachts-Feiertage und einen guten Start ins Neue Jahr!
Viel Spaß beim Lesen und Lauschen, Eure Mane
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THEMEN-AUSGABE DEZEMBER 2025
1) RONJA MALTZAHN – „Butterfly And Wolf: Flow“ (Pop | Folk) 2) THE BUTTSHAKERS – „Lessons In Love“ (Soul | Blues) 3) FJARILL – „Strålande Juletid“ (Folk | Weihnachten) 4) GARDEN OF SILENCE – „Neither You Nor I“ (World) 5) JUDITH GOLDBACH QUARTETT – „AKROBAT“ (Jazz) 6) LOST IN LONA - „The Killer“ (Folk)
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1) RONJA MALTZAHN – „Butterfly And Wolf: Flow“
Pop | Folk (Deutschland) Ronja Maltzahns neuer Streich: eine CD und ein Buch. Es ist das Ergebnis einer Begegnung, die sich 2021 ereignet hat, als die Cellistin, Singer-/Songwriterin und Udo Lindenberg Panikpreisträgerin (2022) für ihren Song „Like A Wolf“ ein animiertes Musikvideo produzieren wollte und im Netz auf die 15jährige junge Künstlerin Tanya aka Tetiana She Wolf aus der Ukraine stieß. Aus der Video-Kollabo sind im Laufe der Jahre und infolge des Kriegs zwei eng verbundene Schwestern im Geiste geworden. Jetzt präsentieren sie ihr Gesamtkunstwerk unter dem Motto „Make Art Not War“. Es trägt den Titel „Flow“ und erzählt in 12 Songs und 85 Illustrationen die Geschichte einer jungen Wölfin, die ihr Zuhause in einem Sturm verliert, sich auf die Reise nach einem neuen Zuhause begibt und dabei anderen Tieren begegnet, bis sie schließlich die Heimat in sich selbst findet. Mit ihrem argentinischen Co-Produzenten Federico Marina und vielen befreundeten Musiker*innen hat Maltzahn einen einnehmenden Soundtrack kreiert, der mit eindrucksvollen Soundlandschaften und entrückten Chören die Zerbrechlichkeit und Kraft der Liebe effektvoll in Szene setzt. Maltzahn singt mit zärtlicher Stimme von der Kraft der Gemeinschaft, von Leichtigkeit und vom Loslassen. Auch drei deutschsprachige Songs sind dabei, die mich tiefer berühren und mir eigentlich am besten gefallen. Jetzt fehlt eigentlich nur noch „Flow“ als Musical… Video
VÖ: 28.11.2025 | Kick The Flame | 12 Tracks | Shop | Infos
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2) THE BUTTSHAKERS – „Lessons In Love“
Soul | Blues (Frankreich)
Die Band mit dem witzigen Namen ist eine französische Soul- und Bluesband um die in den USA geborene Sängerin Ciara Thompson. Mit „Lessons In Love“ sät sie einen kräftigen Samen der Veränderung aus und bringt Licht und Hoffnung in die Dunkelheit. „We wanted this album to represent hope, to remind our listeners of their own resilience. The world seems completely numb right now, so it takes so much courage just to feel, to stay open-minded and soft-hearted. But people shouldn’t be afraid of that. Don’t be afraid to be vulnerable, to feel all the feels“, schreibt die Band. Zu hören sind Wah-Wah Gitarren und Orgelsounds, akzentuierte Bläsersätze, eine coole Rhythmusgruppe mit einem butterweichen Basssound und tolle Backingsvocals. Eine groovige Reminiszenz an die 60er und 70er, überführt in einen frischen eigenen Sound. Dabei lässt die Band genügend Raum für die rauchige, kraftvolle Soul-Stimmgewalt von Ciara Thompson, wenn sie davon singt, wie wir durch die Liebe schwierige Zeiten überstehen oder wichtige Lehren erfahren. Großartig finde ich auch ihren Song „Anymore“, der das Glücksgefühl beschreibt, wenn man sich aus einer unguten Beziehung gelöst hat. Mit dem verträumten „Gotta Believe“ entlässt uns das Album hoffnungsfroh. Video
VÖ: 31.10.2025 | Underdog Records | 10 Tracks | Shop | Infos
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3) FJARILL – „Strålande Juletid“
Folk | Weihnachten (Deutschland) „Still, sanft und ehrlich“ – damit ist die Musik von Aino Löwenmark und Hanmari Spiegel wohl am besten beschrieben. Auf ihrem neuen, elften Album widmen sie sich zum zweiten Mal nach „Stilla Tyd“ (2016) der dunklen Jahreszeit. Löwenmark stammt aus Dalarna in Schweden, wo die Winternächte lang sind. Hanmari Spiegel ist Südafrikanerin, beide leben aber schon viele Jahre in Deutschland und sind inzwischen nicht nur Schwägerinnen, sondern auch „richtige Hamburgerinnen“ geworden. Ihr Albumtitel weist den Weg: auf „Strålande Juletid“ (Strahlende Weihnachtszeit) präsentieren die beiden vor allem skandinavische Weihnachtslieder. Daneben haben sie eigene, poetische Songs komponiert, vom tiefen Winterschlaf und hellen Sternennächten, der Suche nach dem „Guten“ und nach innerer Einkehr und Frieden in uns selbst. Melancholische Piano- und Geigenklänge und klare, schöne Stimmen – mehr braucht es nicht für diese feinsinnige, behutsame Musik, die zum tiefen Durchatmen und Innehalten einlädt. Im Dezember sind sie an vielen Orten in Deutschland live zu erleben. Video
VÖ: 21.11.2025 | Butterfly Records | 13 Tracks | Shop | Infos
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4) GARDEN OF SILENCE – „Neither You Nor I“
World (Deutschland u.a.) Neun Musiker*innen aus drei Kontinenten sind im Ensemble Garden of Silence versammelt. Sein Debüt „Neither You Nor I“ hat eigentlich einen traurigen Hintergrund: das Repertoire reicht in das Jahr 2012 zurück, als der Bassist Björn Meyer mit der iranischen Sängerin und Harfenistin Asita Hamidi und ihrem Ensemble Bazaar Aufnahmen machte, die Musikerin aber noch im selben Jahr verstarb. So blieb der "Garten" zehn Jahr lang still und Meyer widmete sich anderen Projekten. Mit der Quartett-Besetzung von damals und neuen Mitgliedern machte er sich jetzt an neue Arrangements. Mit dabei sind z.B. Emilia Amper an der Nyckelharpa und die Sängerinnen Karin Streule und Veronika Stalder; mit Violine, Duduk, Bassklarinette, Cello und Sopran-Saxophon kommen weitere Klangfarben hinzu, das Fundament bilden Meyer und Kaspar Rast (perc/dr). Neben den vielfältigen Einflüssen der Beteiligten ist auch Asita Hamidis Erbe präsent, als Archiv-Aufnahmen wunderbar eingewoben und als Texte in einer Farsi-ähnlichen Sprache („Indscha“, „Merat“), die Hamidi erfunden hat, weil sie als Kind in die Schweiz kam und dort kein Farsi sprechen durfte. Das einzigartige World-Orchester verfolgt die Mission, „Schönheit in diese Welt zu bringen und die immense Kraft zu zeigen, die entsteht, wenn wir gemeinsam etwas Sinnvolles schaffen, das größer ist als die Summe seiner Einzelteile“, sagt Meyer. „Neither You Nor I“ ist wie ein Garten voller Wunder. Video
VÖ: 21.11.2025 | bazaarpool | 11 Tracks | Shop | Infos
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5) JUDITH GOLDBACH QUARTETT – „AKROBAT“
Jazz (Deutschland) „Akrobat“ ist der letzte Streich der Trilogie, auf der sich die Kontrabassistin Judith Goldbach mit dem ungarischen Komponisten Béla Bartók beschäftigt hat. Seit ihrem Musikstudium hat es ihr seine Musik angetan, der sich von der Volksmusik des Balkans inspirieren ließ. Nach dem Debüt „Reisetagebuch“, auf dem ihr Quartett selbst Volksweisen vom Balkan zum Besten gab, und dem Nachfolger „Diary Of A Fly“, der Bearbeitungen von Originalkompositionen Bartóks enthielt, entwickeln die vier Musiker*innen nun die Bartók’schen Einflüsse mit Vibraphon, E-Gitarre, Percussion und Kontrabass in eigenen Kompositionen weiter. Mit dem gutgelaunten, temporeichen „Bartiktok“ geht es los, um sich dann bei „Nachtwandel“ auf eine spannende Reise zu begeben, in der jede*r einmal in der nächtlichen Reisegruppe voranschreitet und die Richtung bestimmt. Es ist spannend zu verfolgen, wie die vier mit großer Experimentierfreude die Fäden weiterspinnen, wodurch sich viele unerwartete Wendungen ergeben. "Akrobat" bietet ein großes Hörvergnügen von der ersten bis zur letzten Minute. Video
VÖ: 12.12.2025 | Neuklang | 9 Tracks | Shop | Infos
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6) LOST IN LONA - „The Killer“
Folk (Schweiz) „The Killer“ ist das bittersüße zweite Album des Schweizer Duos Lost in Lona. Nach ihrem Debüt „Scared Like A Mother and Her Gun“ (2024) haben Lidia Beck und Konstantin Aebli aus Basel/Zürich weiter an ihrem Sound gearbeitet und schauen dorthin, „wo es wirklich wehtut“. Und das sind ja bekanntlich die besten Songs! Ihre wunderschöne Folk Noir- und Brit-Popmusik zeugt davon, wie schwer es manchmal ist, als junger Mensch die „richtigen“ Weichen zu stellen. Es geht darum, wie wir unsere Zeit nutzen, um hohe Erwartungen, Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe, Ängste, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, fatal falsche Entscheidungen. Die Musik ist auf angenehme Weise schlicht, Lidia Becks besondere Stimme wird mit warmen Gitarren- und Pianoklängen warm eingebettet. Als Inspirationsquellen nennen sie Big Thief, Phoebe Bridgers, Lizzy McAlpine, Divorce, Black Sea Dahu, CATT und Billie Marten. Sehr empfehlenswert! Video
VÖ: 07.11.2025 | Mouthwatering Records | 8 Tracks | Shop | Infos
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Auf MELODIVA findet Ihr weitere neue CD-Reviews zu LINA_ & MARCO MEZQUIDA, KARI BREMNES u.a. von Fee Kuhn sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine.
Wenn Ihr Tipps & Infos für den nächsten Monat habt, meldet Euch wie immer bei uns unter musik@melodiva.de!
Wer diesen Newsletter trotz seines überaus informativen, sorgfältig recherchierten und interessanten Gehalts in Zukunft lieber nicht mehr bekommen möchte, kann sich hier austragen. Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas:
Verena Höfle, Belqis Schuber, Hildegard Bernasconi & Mane Stelzer und
die Vorstandsfrauen: Nina Hacker und Katrin Zurborg.
Copyright – http://www.frauenmusikbuero.de,
http://www.melodiva.de
fon: +49 (0)69-4960-848
IMPRESSUM: FRAUEN MUSIK BÜRO,
ein Projekt des Trägervereins: Frauen machen Musik e.V.,
Roßdorferstr. 24, 60385 Frankfurt, Vereinsregister Frankfurt Nr.: 9878
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