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Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte,

nur noch wenige Tage, dann ist Weihnachten und wir gehen in die Winterferien. Vorher müssen wir noch die blöde Coronawelle wuppen, die aktuellen Meldungen zufolge Deutschland lahmlegt und auch uns ereilt hat. Das Abwassermonitoring, das die Virenlast untersucht, zeigt zur Zeit einen Rekordwert an. Also: mummelt euch im Home Office ein, wenn ihr könnt, und legt die Füße hoch! Damit euch nicht langweilig wird, seien euch die folgenden CD-Tipps ans Herz gelegt. Da dürfte auch das eine oder andere Weihnachtsgeschenk dabei sein...

Remember: nur wenige Musiker*innen verdienen Geld mit Streaming. Am besten kauft ihr die Musik direkt bei ihnen persönlich. Zum Beispiel das neue Album der Kontrabassistin Gina Schwarz und ihrem neuen Jazztrio ELMO NERO? Oder ESI EWEHA: die Newcomerin aus München hat ihr beachtliches Folk & Country-Debüt „Different Stories“ herausgebracht. Die Frankfurter Singer-/Songwriterin BELQIS vermeldet den Release ihres Albums „Sleepwalking“ plus Buch in limitierter Auflage. Wir legen euch auch das neue Album „Rizdvo“ der ukrainischen Band LELÉKA & Maksym Berezhniuk ans Herz (Tour), eine Hommage an die reiche Tradition ukrainischer Weihnachtsmusik! Mehr Weihnachtsgeschenk geht nicht...

Vielleicht gefällt euch aber auch die neue CD der irisch-schottischen Band THE OUTSIDE TRACK, die ebenfalls zur Zeit bei uns auf Tour sind. Die FAZ lobte ihre Musik als „keltische Magie pur“. Wir verlosen ihr neues Weihnachtsalbum "Christmas Star" unter allen, die uns bis 19.12.2023 eine Mail mit der Antwort auf folgende Gewinnspielfrage schicken: "Auf welcher der hier vorgestellten Alben ist das Instrument Kamancheh zu hören?" Vergesst nicht eure Postadresse!

Und jetzt viel Spaß mit den CD-Tipps, bleibt gesund und habt ein schönes Weihnachtsfest mit erholsamen Feiertagen!

Bis bald im Januar, seid herzlich gegrüßt von

Mane & dem MELODIVA Team

 
 
THEMEN-AUSGABE DEZEMBER 2023

1) METTE JUUL - „Celeste“
(Jazz)
2) SARAH CHAKSAD LARGE ENSEMBLE –
„Together“
(Jazz)

3) LAS LLORONAS
– „Out Of The Blue“

(Folk | Klezmer | Blues)
4) JOHANNA JUHOLA
– „A Brighter Future“

(World | Folk)
5) ANKE HELFRICH
– „We'll Rise“

(Jazz)

 
 
 
 
 
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1) METTE JUUL - „Celeste“

Jazz (Dänemark)

Warm und voll erklingt die schöne Stimme Mette Juuls auf ihrem sechsten Soloalbum „Celeste“, dunkel und geheimnisvoll die von virtuosem Akustikgitarrenspiel, Bass, Cello, Kalimba und Melodica gestaltete Begleitmusik. „Celeste“ könnte man mit „himmlisch“ oder „überirdisch“ übersetzen und es ist ein wahrlich verzaubernder Ort, in den uns Juul und ihre Band locken. Schon früh hat die dänische Songwriterin, Jazzsängerin und Gitarristin ihre Liebe zu Jazzstandards und Vocal Jazz entdeckt und auch der Wunsch, neue Spiel- und Singweisen für sie zu finden, reifte in ihr schon länger. Den hat sie sich jetzt mit dem Gitarristen Mike Moreno und dem Multiinstrumentalisten Lars Danielsson erfüllt, die auch schon auf ihrer EP „New York – Copenhagen“ (2020) zu hören waren. Gemeinsam wählten sie Jazzstandards wie „Beautiful Love“, „My Foolish Heart“, „Nature Boy“ oder „With A Song In My Heart“ aus und arrangierten sie neu im Studio, aber auch eigene Songs von Juul („Northern Woods“, „Where You’ve Never Been“), die sich schon jetzt nach Klassiker anhören, fügen sich harmonisch ein. Juuls Stimme kann sich mit warmem Schmelz wunderbar ausbreiten, ist eine wahre Ohrenweide. Die Musik verbindet „nordisch-melancholischen Sound mit dem dynamischen amerikanischen Jazz-Erbe“, sagt treffend der Promotext. Uns schenkt sie einen friedlichen Ort, an dem wir zur Ruhe kommen und die Seele baumeln lassen können.

VÖ: 10.11.2023 | Prophone | 10 Tracks | Infos

 
 
 
 
 
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2) SARAH CHAKSAD LARGE ENSEMBLE – „Together“

Jazz (Schweiz)

Mit „Together“ veröffentlicht die Schweizer Alt- und Sopransaxofonistin und Komponistin Sarah Chaksad ihr erstes Album für eine 13-köpfige Band. Ihr „Large Ensemble“ ist eine geschrumpfte, ergo beweglichere Version ihres großen Orchesters, die mehr Raum gibt für Improvisationen. Einige Orchestermitglieder wie Hildegunn Øiseth (tr) und Eva Klesse (dr) sind auch in der neuen Formation vertreten. Dazu hat sie Kolleg*innen aus ihrem Baseler Umfeld um sich geschart, „neue“ Instrumente wie Tuba (Sophia Nidecker), Bassetthorn (Catherine Delaunay) oder Flöte, außerdem Julia Hülsmann, deren gefühlvolles Klavierspiel vor allem bei „Love Letters“, „Imagine Peace“ und „Green I“ zu hören ist. Yumi Ito bereichert manche Songs mit ihren beeindruckenden kapriolischen Stimmklängen. Chaksad hat diese Mitstreiter*innen mit starker improvisatorischer Ausstrahlung und mannigfachen kulturellen Backgrounds gezielt ausgewählt. Es ist spannend, wie sie Klangräume für die einzelnen Instrumente schafft, sie zu Duetten formiert, „togetherness“ gestaltet. Und an den ungeraden Metren und einigen Melodielinien erkennt man ihre eigene Herkunft, denn ihr Vater, ein 2020 verstorbener Musiker, kam aus dem Iran. Eine Brücke zu diesem Erbe schlägt auch Misagh Joolaee, der beim Titelstück die persische Spießgeige Kamancheh spielt. Chaksads Liebe zu poppigen Melodien und spannender, aber nicht verkopfter Musik scheint überall durch. Im Februar 2024 startet die Release-Tour.

VÖ: 17.11.2023 | Clap Your Hands | 10 Tracks | Infos

 
 
 
 
 
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3) LAS LLORONAS – „Out Of The Blue“

Folk | Klezmer | Blues (Belgien)

Begonnen haben sie 2017 als Straßenmusikerinnen, ihr Debüt „Soaked“ (2020) machte bereits Furore in den Top 10 der World Music Charts und wurde bestes World Music Album in Belgien. Während Sura Solomon (Akkordeon, Piano, Ukulele, Vocal), Amber in’t Veld (Gitarre, Vocal) und Marieke Werner (Klarinette, Vocal) mit dem ersten Album auf Tour waren, schrieben sie aber schon wieder an neuen Songs. Die sind jetzt auf ihrem zweiten Album zu hören, das sie mit Gastmusikern an Kontrabass, Trompete und Backgroundvocals bei der Toningenieurin Christine Verschorren aufgenommen haben. Mit dem Albumtitel spielen sie auf unseren fragwürdigen Weg als Menschheit an: „The human species came out of the blue. (…) We started off as fish, swaying our tails and fins in the big blue seas. And look at us now, monkeys running behind digital clocks, sticking to our screenshots, drawing straight lines as borders on an Earth that keeps her wavy shapes regardless“. Sie selbst beschreiben ihre Musik als „akustischer Folk mit Poetry Slam“, mit Einflüssen aus Klezmer und Blues. Es sind poetisch-politische Miniaturen, dreistimmig und in mehreren Sprachen gesungen, eine eher behutsame, melancholische Musik zum Wohlfühlen und Mitsummen. Manchmal verbirgt sich hinter dieser zarten Musik ein leiser, aber umso eindringlicherer Aktivismus, mit dem sie gegen den erstarkenden Rechts-Populismus die Stimme erheben („Lonely Bird“). Im grandiosen Song „Run“ stellen sie sich mutig ihren Ängsten - ein Ohrwurm!

VÖ: 24.11.2023 | Muziekpublique | 11 Tracks | Infos

 
 
 
 
 
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4) JOHANNA JUHOLA – „A Brighter Future“

World | Folk (Finnland)

Die finnische Akkordeonistin und Komponistin Johanna Juhola zählt seit vielen Jahren zu einer der wichtigsten Musikerinnen der Folkszene Finnlands, spielt in unzähligen Formationen und schreibt Musik für Theater, Zirkus, Film und Fernsehen. Ihr Markenzeichen ist der „Fantasietango“: mit diesem Song hat sie 2007 den Eurovision Song Contest in Finnland eröffnet und er beschreibt ihren Style sehr treffend. In ihm verschmelzen finnischer und argentinischer Tango, sie flirtet aber auch mit Pop und Electro. Gemeinsam mit ihrer Band (u.a. Sara Puljula (b) und Oona Sinkko (p)) hat sie jetzt einen ausgelassenen Soundtrack voller Lebensfreude veröffentlicht, der so gar keine nordische Melancholie verströmt. Darin „erzählen“ sie musikalische Geschichten, führen uns durch einen ruhigen finnischen Sommer in der verlassenen Vorstadt („Lähiökesä – Suburban Summer“), auf eine Reise nach Japan („Pachinko Sensei“) oder sie liefern die passende Musik für eine übermütige Joggingrunde („Training Montage Quadrille“). Rockig wird es in „Micro Wave + House Band“. Jede Menge Farben im trüben, winterlichen Grau... 

VÖ: 17.11.2023 | Nordic Notes | 8 Tracks | Infos

 
 
 
 
 
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5) ANKE HELFRICH – „We'll Rise“

Jazz (Deutschland)

„We’ll Rise“ ist ein Tributealbum der renommierten Jazzpianistin Anke Helfrich. Damit wirft sie ein Licht auf inspirierende, aber vergessene Pionierinnen, die sich in Kunst, Wissenschaft und Sport mutig allen Konventionen widersetzt und den Weg für nachfolgende Generationen geebnet haben. „Sie stehen als Leuchtfeuer der Inspiration und erinnern uns an unser Potenzial, unsere Träume zu verwirklichen, positive Veränderungen und eine bessere Zukunft für alle herbeizuführen“, schreibt sie im Booklet. Der Opener widmet sich dem Leben der Musikerin Geri Allen (1957-2017). Helfrich verwebt ihr Pianointro mit eingespielten Credits von Terri Lyne Carrington (die mit Geri Allen eng befreundet war), danach stimmen ihre langjährigen Bandkollegen Dietmar Fuhr (b) und Jens Düppe (dr) mit ein. Ein echter Hinhörer ist „‘Cos I’m Free“, indem der australische Posaunist und Didgeridoo-Spieler Adrian Mears zu hören ist. Mit der Komposition fängt Helfrich die Stimmung im Stadion ein, als die australische First Nations Leichtathletin Cathy Freeman 2000 Olympiasiegerin wurde (und die Chance nutzte, die Weltöffentlichkeit auf die Situation der Ureinwohner*innen aufmerksam zu machen). In „Secret Of Photo 51“ setzt die Band die ausdauernde Forschung der Chemikerin Dr. Rosalind Franklin in Szene, deren Grundlagenforschung später zur Entdeckung der DNA führte. Im starken Titelstück „We’ll Rise“ ist Anke Helfrich sogar singend zu hören, wenn sie das Gedicht „Still I Rise“ (1978) der amerikanischen Dichtern und Bürgerrechtlerin Dr. Maya Angelou rezitiert. Ein farbenfrohes Gesamtkunstwerk!

VÖ: 24.11.2023 | yellowbird/enja | 10 Tracks | Infos

 
 
 
 
 

Auf MELODIVA findet Ihr weitere aktuelle CD-Reviews von ANA PATAN (Fee Kuhn), HULDRELOKK (Fee Kuhn) u.v.m. sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine.



Wenn Ihr Tipps & Infos für den nächsten Monat habt, meldet Euch wie immer bei uns unter musik@melodiva.de!
 


Wer diesen Newsletter trotz seines überaus informativen, sorgfältig recherchierten und interessanten Gehalts in Zukunft lieber nicht mehr bekommen möchte, kann sich hier austragen.

Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas: 
Verena Höfle, Delia Brauberger, Hildegard Bernasconi & Mane Stelzer und 
die Vorstandsfrauen: Nina Hacker, Katrin Zurborg und Uta Wagner.


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