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Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte,

heute sollen es hier in Frankfurt 35 Grad werden! Ich hoffe, ihr habt ein kühles Plätzchen für Euch gefunden und könnt euch mit einem erfrischenden Getränk meine CD-Tipps genehmigen. Falls ihr dabei eine neue Lieblingsband entdeckt und euch die Musik ins Haus holen wollt, gibt es jetzt erstmals auch Links am Ende jedes Tipps, die euch direkt zum Shop der jeweiligen Band führen. Dort könnt ihr in der Regel auch in das Album reinhören.

Ein Debüt hat es mir selbst so angetan, dass ich ein Exemplar für die Verlosung klargemacht habe: Das australische FOLK BITCH TRIO (s.Tipp #1) wird am 31.08. sein einziges Deutschlandkonzert beim Golden Leaves Festival in Darmstadt geben. Wer nicht dabei sein kann, hat jetzt die Chance, ihr Album "Now Would Be A Good Time" zu gewinnen. Wir verlosen ein Exemplar unter allen, die uns bis 17.08. die Antwort auf unsere Quizfrage per Mail schicken: "Welche der hier vorgestellten Künstler*innen hat einen Preis als beste Gitarristin bekommen?" Wie immer solltet ihr die Antwort im Newsletter finden. Vergesst bitte nicht, eure Postadresse in der Mail anzugeben.

Viel Spaß beim Lesen und Lauschen,

Eure Mane & das MELODIVA Team

Übrigens: Die hier vorgestellten Alben stelle ich am Donnerstag, 28.08. um 17 Uhr auf Radio X und am Freitag, 29.08. um 13 Uhr in der Sendung "Abgehört" bei Radio Rebell vor (und ihr könnt sie und weitere Folgen auf Mixcloud nachhören)!

 
 
 
 
 
THEMEN-AUSGABE AUGUST 2025

1) FOLK BITCH TRIO – „Now Would Be A Good Time“
(Folk | Indie)
2) 
FABIA MANTWILL ORCHESTRA – „In.Sight“
(Jazz)
3
VOTIA – „Vié Kaz“
(World)

4) MOLLY TUTTLE – „So Long Little Miss Sunshine“
(Pop | Country)

5) HER TREE – „Shape Shift“
(Indie | Pop)

 
 
 
 
 
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1) FOLK BITCH TRIO – „Now Would Be A Good Time“

Folk | Indie (Australien)

Mein neues Lieblingsalbum, weil Gänsehaut! Die australische Band Folk Bitch Trio um Gracie Sinclair (she/her), Jeanie Pilkington(she/her) und Heide Peverelle (they/them) präsentiert auf ihrem Debüt „Now Would Be A Good Time“ skurrile Stories aus ihrem Leben, die sie in minimalistische, wunderschöne Folksongs einkleidet. Ihre düster-ironischen Songs von typischen Twenty-Something-Erlebnissen, von untreuen Sex-Träumen („Hotel TV“), unerwiderter Liebe („Moth Song“), körperlichen Ängsten („Cathode Ray“) und vom alltäglichen Medien-Overload sind von einer regelrecht kathartischen Intensität, die mich an Jeff Buckley („Sarah“) und die Folkmusik der 70er erinnert. Die drei Stimmen allein klingen schon toll, aber zusammen sind sie zum Dahinschmelzen. Dazu kommen bitter-süße Klänge von zwei Gitarren, die wie die Stimmen perfekt ineinandergreifen und hie und da von einer Violine, Bass und Schlagzeug verstärkt werden. Ihre magische Connection, die seit der Highschool besteht, überzeugte auch die Musikbranche. (Support-)Tourneen führten sie durch die halbe Welt, und bald fand sich das Label Jagjaguwar, das sie unter Vertrag nahm. Kaum war die erste Single „The Actor“ draußen, wurde sie vom US-Rolling Stone bereits als „Song, den man kennen muss“ bezeichnet. Zu Recht! Am 31.08. geben sie beim Golden Leaves Festival in Darmstadt ihr einziges (!) Konzert in Deutschland.  Video

VÖ: 25.07. | Jagjaguwar | 10 Tracks | Shop | Infos

 
 
 
 
 
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2) FABIA MANTWILL ORCHESTRA – „In.Sight“

Jazz (Deutschland)

„In Fabia Mantwill‘s Musikverständnis gibt es nichts, das nicht geht. Ihr steht ein Farbspektrum zur Verfügung steht, das seinesgleichen sucht“ – so wird das neue Album „In.Sight“ der Komponistin, Saxofonistin, Dirigentin und Bandleaderin Fabia Mantwill angekündigt. Dies bezieht sich zum einen auf ihr 32köpfiges Jazz Chamber Orchestra, das unzählige Klangfarben und somit Ausdrucksmöglichkeiten bietet. Zusätzlich hat sie 6 Gastmusiker*innen (darunter Anat Cohen an der Klarinette) ins Studio eingeladen, die Mantwills zauberhafte Klangreise mit ihrer eigenen Handschrift bereichern. Erstmals hat sie sich aber auch beim Komponieren zwei Kolleg*innen mit ins Boot geholt: Snarky Puppy Chef Michael League und die Griechin Magdalini Giannikou, die sich vor allem als Soundtrack-Komponistin einen Namen gemacht hat. Alle Kompositionen sind also im Teamwork entstanden, Mantwill hat die Werke dann für ihr Orchester arrangiert. Auf „In.Sight“ verwebt sie ihre klassischen Anfänge mit ihrer Liebe zu Jazz und Folk und vertont erstmals ihre inneren Gefühlslandschaften: „IN.SIGHT ist eine Einladung, nach innen zu schauen, tief zuzuhören und sich durch Klang zu verbinden“, schreibt sie auf ihrer Homepage. „Das Album entstand aus meinem Inneren heraus. Es bringt zum Ausdruck, was mich selbst bewegt und berührt.“ Auf ihrem Soundtrack wechseln sich träumerische Streicher-Melodien mit cool-jazzigen Passagen ab, trifft Kammermusik auf Folk („Satoyama“). Immer wieder macht Mantwill Türen auf, die in neue, wundersame Gefilde entführen. Ein absoluter Hörgenuss!  Video

VÖ: 25.07. | GroundUp Music | 6 Tracks | Shop | Infos

 
 
 
 
 
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3) VOTIA – „Vié Kaz“

World (Réunion)

Mehrstimmige Gesänge und Chanting, polyrhythmische, treibende Percussion-Grooves auf traditionellen Musikinstrumenten aus Kalebassen, Baumstämmen, Fässern und Zucker- oder Schilfrohr – das sind die Zutaten, die die Musik der energiegeladenen Band um Frontfrau Votia auszeichnen. 11 Songs hat die Sängerin und Songwriterin Marie-Claude Lambert-Philéas mit ihrem Mann und ihren Kindern für ihr neues Album „Vié Kaz“ eingespielt. Sie ehrt damit eine Jahrhunderte alte Tradition, Lambert-Philéas ist nämlich die Tochter des legendären Maloya-Musikers Gramoun Lélé. Maloya ist die traditionelle Musik der Insel Réunion, die von den Sklav*innen madagassischer und afrikanischer Herkunft in den Zuckerplantagen entwickelt wurde. Sie drückten darin ihren Schmerz und Widerstand aus. So ist nicht verwunderlich, dass der Musikstil mit dem Blues verglichen wird; er ist aber nicht so melancholisch und zeichnet sich vor allem durch seine kraftvollen Rhythmen aus. Lange Zeit war die  Musik verboten, erst in den 70ern wurde sie von Musiker*innen aus Réunion wiederentdeckt und 2009 in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Auf „Vié Kaz“ erklingen mitreißende Lieder über Liebe, Trauer und geliebte Menschen auf Madagassisch oder Kreolisch, ein musikalischer Dialog ("Call and Response") zwischen Lambert und ihrer Band, der die Kraft des Kollektivs offenbart. Video

VÖ: 30.06. | Akabu! Records | 11 Tracks | Shop | Infos

 
 
 
 
 
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4) MOLLY TUTTLE – „So Long Little Miss Sunshine“

Pop | Country (USA)

Als erste Frau bekam Molly Tuttle 2017 den International Bluegrass Music Award in der Kategorie Beste*r Gitarrist*in des Jahres und mit ihrer Band Golden Highway erreichte sie gar den Grammy-Olymp. Der US-amerikanischen Gitarristin und Singer-/Songwriterin wurde die Bluegrass Musik zwar in die Wege gelegt, sie musste aber zu Beginn sehr um Anerkennung kämpfen. Zudem leidet sie seit ihrem dritten Lebensjahr unter einer Autoimmunerkrankung, die einen Haarverlust zur Folge hat. In ihrer Kindheit wurde sie deshalb oft gehänselt, lange Jahre „versteckte“ sie die Erkrankung. Heute geht sie damit offen um und spielt auch damit, wie das Cover ihres neuen, fünften Albums zeigt, auf dem sie ohne Haare und mit acht verschiedenen Perücken zu sehen ist. Ihr neues Soloalbum „So Long Little Miss Sunshine“ strotzt nur so vor Lebensfreude und Selbstempowerment: es geht darum, Ängste und Selbstzweifel hinter sich zu lassen („Old Me (New Wig)“), auch mal Pläne über Bord zu werfen („Oasis“), die Narben zu feiern, die man sich holt, wenn man Entscheidungen trifft („That’s Gonna Leave A Mark“, „No Regrets“), die eigene Wut rauszulassen („I Love It“), aber auch, sich an schöne Erlebnisse zu erinnern. Im Zentrum ihrer Songs steht ihr erstklassiges Gitarrenspiel: wunderschöne Riffs, beeindruckend schnelles Fingerpicking und tolle Soli, in zwei Songs ist sie außerdem am Banjo zu hören. Gemeinsam mit ihrem Partner Ketch Secor und dem Produzenten Jay Joyce hat sie an ihrem neuen luftig-leichten Sound gearbeitet, der poppiger ist als ihre bisherige Musik und jede Menge catchy Hooklines bereithält. Video

VÖ: 15.08. | Nonesuch Records | 13 Tracks | Shop | Infos

 
 
 
 
 
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5) HER TREE – „Shape Shift“

Indie | Pop (Deutschland)

Wer nicht "waldbaden" kann, kann "waldhören": Mit „Wood Meets Voice“ kündigt Alexandra Cumfe aka her tree ihr neues Album „Shape Shift“ an. Der Name ist Programm, denn hier spielt der Dschungel in Südamerika die Musik. Nach ihrem Debüt Album 2021, wofür sie vier Jahre Klänge in Europas Wäldern aufgenommen hat, ist die Künstlerin aus Niederbayern letztes Jahr nach Peru gereist und hat sich von einer Primatologin durch den tiefen Dschungel führen lassen. Die daraus entstandenen Field-Recordings hat sie gemeinsam mit dem Produzenten und Sounddesigner Max Spindler als „Spielkasten“ verwendet, um daraus Instrumente zu „bauen“, sie zu Melodielinien und Rhythmen zusammenzusetzen und in ein elektronisches Soundsetting zu betten. Der daraus entstandene Soundtrack ist eingängig und groovy, vor allem aber besonders. Man muss manchmal genau hinhören, um Orginalklänge des Dschungels zu entdecken, denn sie sind meist nur zu Beginn und am Ende eines Songs deutlich zu hören. Alexandra Cumfe singt dazu mit gefühlvoller Soulstimme vom Flow des Lebens, Langsamkeit, der Verbindung über räumliche Distanzen hinweg und vom Mut, neue Seiten an sich zu entdecken. In "Djungle" leiht sie den Tieren des Dschungels ihre Stimme: "If they kill us, they kill themselves". „Music for me is healing. Singing, composing. All of it is transforming shadows. Especially when I am down, music helps me so much to get centered again“, schreibt sie auf Instagram. Video

VÖ: 11.07.2025 | her tree music | 14 Tracks | Shop | Infos

 
 
 
 
 

Auf MELODIVA findet Ihr weitere neue CD-Reviews sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine.



Wenn Ihr Tipps & Infos für den nächsten Monat habt, meldet Euch wie immer bei uns unter musik@melodiva.de!
 


Wer diesen Newsletter trotz seines überaus informativen, sorgfältig recherchierten und interessanten Gehalts in Zukunft lieber nicht mehr bekommen möchte, kann sich hier austragen.

Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas: 
Verena Höfle, Belqis Schuber, Hildegard Bernasconi & Mane Stelzer und 
die Vorstandsfrauen: Nina Hacker und Katrin Zurborg.


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