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Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte,
In die Musik einzutauchen, die frau in ihrer Jugend gehört hat, ist in diesen krisengeschüttelten Zeiten nicht das Schlechteste. Es sind im besten Fall die Gefühle von Geborgenheit, Wärme, Abenteuer und schönen Kindheitserinnerungen, in denen wir gern für einen kleinen Tagtraum versinken. Vielleicht zum neuen Album der 64jährigen Singer-/Songwriterin MARY FAHL? Sie versammelt auf "Can't Get It Out Of My Head" all jene heiß geliebten Songs, die sie von ihrem ersten Taschengeld gekauft und x-mal hoch- und runtergehört hat. Songs, die sich in ihre "musikalische DNA" eingeschrieben haben. Wer mit Namen wie ELO, Rolling Stones, Judy Collins und Neil Young noch etwas anfangen kann, sollte sich das mal anhören. Wir verlosen ihre CD unter allen, die uns bis 23.08.2022 eine Mail schreiben, ihre Adresse mitteilen und die heutige Preisfrage beantworten: "Welche hier vorgestellte Künstlerin hatte - im Gegensatz zu den meisten Kolleg*innen - während des Lockdowns weniger Zeit als vorher?"
Alles Liebe & liebste Grüße,
Eure Mane
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THEMEN – AUSGABE AUGUST 2022
1) RONJA MALTZAHN – „Heimweh“ (Pop | Singer-/Songwriter) 2) MISST – „Misst.eu“ (World | A Cappella) 3) LERA LYNN – “Something More Than Love“ (Pop) 4) TRIO SR9 – „Déjà Vu“ (Pop | World) 5) TAMI NEILSON – „Kingmaker” (Country | Soul | Americana) 6) weitere CD-Reviews auf MELODIVA
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1) RONJA MALTZAHN – „Heimweh“
Pop | Singer-/Songwriter (Deutschland) 2021 lief es bei Ronja Maltzahn & The Bluebird Orchestra wie Bombe: sie gewannen den Panik- und den Dieter Wasilke Folk-Förderpreis und wurden für das Förderprogramm [pop]fonds ausgewählt. Jetzt ist Maltzahns mithilfe von Crowdfunding finanziertes drittes Album erschienen. „Heimweh“, das „Geschwisterkind“ zum letzten Album „#worldpop-der Sound von Fernweh“, ist eine Introspektive über die letzten zwei Jahre des erzwungenen Stillstands und eine Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln - konsequenterweise erstmals komplett auf Deutsch. Wieder haben sie, ihr musikalischer Partner Federico Marina und eine vielköpfige Band mit Cello, Violine, Ukulele, Nyckelharpa, Keys, Drums und mehrstimmigen Gesängen große Klangbilder gemalt. Zartes trifft auf Opulentes, Akustikfolk goes Pop-Orchestra. Dass Maltzahn und Marina in den letzten Jahren über 350 Konzerte in vielen Ländern gespielt, also viel Bühnenerfahrung gesammelt haben, ist den gekonnten Arrangements anzuhören. Dazu passt die Poesie von Polarbären, Räubertöchtern und bittersüßer Traurigkeit, die sie mit gefühlvoller Stimme vorträgt. Wer tiefer eintauchen möchte in ihre Gedankenwelt, kann den Lyrik-Band ordern, den sie mit der jungen Illustratorin Sha’Ri Pohl entworfen hat und der zu jedem Song Hintergrundgeschichten und Reise-Anekdoten liefert.
VÖ: 29.07.22 | Timezone | 10 Tracks | Infos
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2) MISST – „Misst.eu“
World | A Cappella (Belgien) 2016 schlossen sich die belgischen Sängerinnen Elly Aerden, Eva Moens, Liesbet Van Reeth und Linde Van Puyenbroeck mit dem Sänger und Gitarristen Jan Van Rossem zusammen, um eine A Cappella-Gruppe zu gründen: die Band MISST war geboren. Zum einen ergibt sich der Bandname aus „4 Misses and 1 Mister“, zum anderen ergründen die fünf Musiker*innen auf ihrem brandneuen Debüt fast vergessene Folksongs („MISSTerious and unexplored“) aus halb Europa. Traditionals aus Belgien, Schweden, Frankreich, Ungarn, Bulgarien, Spanien, Portugal, Island, Irland, Italien und den Niederlanden bekommen so ein neues, modernes Gewand. Rockige E-Gitarrenklänge, Trompete, Schlagzeug, Percussion und Flöte bilden einen reizvollen Kontrast zu den schönen Stimmen. Sagenhafte 16 europäische Dialekte erklingen in ihrem Repertoire, in zwei Live-Besetzungen, mal A Cappella, mal mit Band. Dass die fünf eigentlich keine Instrumente brauchen, ist auf den zwei Bonus-Tracks zu hören, u.a. dem zum Heulen schönen „Libera Me“ (feat. Raphael De Cock), das bei den ersten Takten ein wohliges Schauern im Nacken hervorruft.
VÖ: 19.08.2022 | Galileo MC | 11 + 2 Bonus Tracks | Infos
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3) LERA LYNN – “Something More Than Love“
Pop (USA) Die US-amerikanische Singer-/Songwriterin aus Georgia releast mit „Something More Than Love“ ihr viertes Album. Es ist wie so viele dieser Tage ein Ergebnis des ersten Lockdowns, aber im Gegensatz zu vielen anderen Musikkolleg*innen hatte Lynn damals eigentlich gar keine Zeit, ein neues Album zu kreieren; in den ersten Monaten der Pandemie kam nämlich ihr Sohn zur Welt. Mit ihrem Partner Todd Lombardo, der auf der Platte viele Instrumente eingespielt und sie mitproduziert hat, hieß es jetzt, sich um ein neues Lebewesen zu kümmern und mit all diesen monumentalen Veränderungen fertig zu werden. Jede*r, die/der das selbst erlebt hat, wird bestätigen, dass diese Zeit der ersten Elternschaft, was sag ich, Schwangerschaft (!) massig Song-Material für ein Album bietet – die „Übernahme“ des Körpers, die Geburt, Freude, Depression, jene Alltagsroutine, in der frau nur noch reagieren und funktionieren kann, aber auch neue Perspektiven auf das Leben, auf das Wunder des Lebens und seinen ewigen Kreislauf. Lynn und ihre Band machen aus diesen existentiellen Themen wunderbar schwebende Popsongs, die noch lang im Ohr bleiben. Traumverlorene Klanglandschaften aus Keyboard- und E-Gitarrenklängen, mit dezent eingesetzten Pedal Steel- und Celloklängen und einem Hauch Disco umschmeicheln Lynns zarte, schöne Stimme perfekt. Ab Dezember sind sie (hoffentlich!) in Deutschland auf Tour. VÖ: 15.07.2022 | Icons Creating Evil Art | 11 Tracks | Infos
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4) TRIO SR9 – „Déjà Vu“
Pop | World (Frankreich) So habt ihr Pophits noch nie gehört! Auf "Déjà Vu" machen die Schlagzeuger Paul Changarnier, Nicolas Cousin und Alexandre Esperet vom Trio SR9 mit Gastsänger*innen aus bekannten Pophits eindrückliche Songs nur mit Stimme und Percussion. Die Idee dazu hatte der Komponist und Percussionist Clément Ducol, der zu dem Projekt einlud und die Songs arrangierte. Das Konzept: Megahits sollten auf ihren Kern reduziert, von künstlichen Spezialeffekten "entrümpelt" werden. Die klassisch ausgebildeten Musiker ließen dafür eigens Holzklangstäbe anfertigen, um z.B. tiefe Töne wie bei einem E-Bass zu erzeugen oder sie erweiterten die Klänge der Marimba mit Aluminiumstäben. Himmlisch hohe Klänge kommen von verschieden großen Trinkgläsern (!), Claps ergänzen die auf Holz erzeugten Beats. Damit bereiten sie ein perfekt orchestriertes Fundament für die ausgewählten Sänger*innen Camille, Camélia Jordana, Sandra Nkaké u.a. Auf der CD erklingt Ariana Grandes „One Last Time“ in der westafrikanischen Sprache Bassa, und Sandra Nkakés samtig-weiche Stimme interpretiert Lana Del Reys „Video Games“ und „Chandelier“ von Sia neu. Camille ist mit „Happy“ und „Don’t Stop The Music“ zu hören, Camélia Jordana mit „Malamente“ (Rosalía) und dem genialem Knaller „Dance Monkey“ von Tones And I. Die Songs erscheinen verlangsamt, als würden sie unter Wasser gespielt und bekommen durch die ungewöhnliche Instrumentierung eine neue Eindrücklichkeit und untergründige Spannung.
VÖ: 26.08.2022 | Nø Førmat | 10 Tracks | Infos
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5) TAMI NEILSON - "Kingmaker"
Country | Soul | Americana (Neuseeland) "Ich wollte, dass sich 'Kingmaker' wie ein Filmthema anfühlt, das während des Vorspanns abgespielt wird," sagt die gebürtige Kanadierin Tami Neilson über ihren eindrucksvollen Opener "Kingmaker". Zum monumentalen Song gibt es ein Video, in dem sich eine Gruppe von Frauen majestätisch und kraftvoll "aus der Asche alter kolonialer Institutionen erhebt, die sie einst ausschlossen und unterdrückten." Ihr neues Werk ist eine feministische Kampfansage und Ode an die Stärke und Widerstandsfähigkeit von Frauen. Die Songs entstanden während der Pandemie, die überproportional viele Frauen betraf und deren Karrieren ruinierte. In "Careless Women" und dem rotzig gesungenen Song „Ain’t My Job“ geht es darum, sich als Frau keine Vorschriften machen zu lassen. Auch in "Mama's Talking" setzt sie sich gegen die Machos dieser Welt zur Wehr. Neilson stammt aus einer Musikerfamilie, kennt die Härten des Lebens als Straßenmusikerin und auch der Musikindustrie. Inzwischen hat sie sich zum vielfach preisgekrönten Superstar gemausert, deren Einladung ins Studio sogar der legendäre Countrystar Willie Nelson gefolgt ist. Das Ergebnis ist ein herzzerreißende Duett über den Verlust eines geliebten Menschen. Ihre starken Texte verpackt sie in dunkle Country- und Soulperlen mit Tex-Mex-Einschlag. Twang-Wanggitarren, opulente Streicher und dazu ihre Hammerstimme - grandios!
VÖ: 15.07.2022 | Outside | 10 Tracks | Infos
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6) Weitere CD-Reviews auf MELODIVA
Fee Kuhn hat eine Review über DANA FUCHS' Album "Borrowed Time" geschrieben und freut sich über eine "spiel- und abgehfreudige Rockband und (...) eine einmalige, unglaublich intensive, raue Stimme, die jedem Song eine ganz eigene Authentizität, Glaubwürdigkeit und eine Extra-Portion Gefühl gibt" +++ Geheimnisvoll und nicht von dieser Welt scheint die Musik auf LARIZAS Album "Weave", schreibt Tina Adomako in ihrer CD-Rezension über die neuen Hoffnungsträger*innen der Jazzthing Next Generation +++ ... und sie hat sich auch die neue Scheibe der spanischen Band SHIRLEY DAVIS & THE SILVERBACKS "Keep On Keeping On" für uns angehört, die klassische Soul-Sounds vom Feinsten bietet
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Wenn Ihr Tipps & Infos für den nächsten Monat habt, meldet Euch wie immer bei uns unter musik@melodiva.de!
Wer diesen Newsletter trotz seines überaus informativen, sorgfältig recherchierten und interessanten Gehalts in Zukunft lieber nicht mehr bekommen möchte, kann sich hier austragen. Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas:
Hildegard Bernasconi, Maria Bätzing, Marie Koppel & Mane Stelzer und
die Vorstandsfrauen: Gabi Rummel, Katrin Zurborg und Uta Wagner.
Copyright – http://www.frauenmusikbuero.de,
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fon: +49 (0)69-4960-848
IMPRESSUM: FRAUEN MUSIK BÜRO,
ein Projekt des Trägervereins: Frauen machen Musik e.V.,
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