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Liebe Melodiven, Freundinnen & Freunde!



Man glaubt es kaum, aber die Ferien sind jetzt schon vorbei und alles geht wieder seinen geregelten Gang. Drum hauen wir gleich mal den nächsten Newsletter mit den CD-Tipps des Monats raus. Wir freuen uns sehr, dass wir Euch heute wieder eine tolle Verlosung anbieten können: Wir verlosen 3 Exemplare der neuen CD "Serene Hope" der Iranerin MARJAN VAHDAT (s. CD-Tipp #2) unter allen, die uns bis 20.08.2017 eine Mail mit dem Betreff "Verlosung" und ihrer Postadresse zuschicken. Viel Spaß beim Lesen & Lauschen!

Eure Mane & das MELODIVA-Redaktionsteam

 
 
THEMEN – AUSGABE AUGUST 2017

1) SHIRLEY HOLMES – „Schnelle Nummern“
(Rock | Pop | Punk)
2)
MARJAN VAHDAT – „Serene Hope“
(World)
3) CATHERINE MACLELLAN – „If It’s Alright With You“
(Folk | Country)
4) TRAILER TRASH TRACYS – “Althaea” (Dreampop)

 
 
 
 
 
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1) SHIRLEY HOLMES – „Schnelle Nummern“

Rock | Pop | Punk (Deutschland)

Der VÖ-Termin ist zwar schon ein bisschen her, es wäre aber eine Schande, diese Band nicht vorzustellen: Shirley Holmes sind die MusikerInnen Mel (Vocals, E-Gitarre), Miss Ziggy (Vocals, E-Bass) und Chris (Drums), die - so die Bandlegende - sich nach einem selbst gelösten Kriminalfall (dem Diebstahl ihres Equipments) nach dem bekannten Detektiv benannten. Ihr neues Album verspricht „schnelle Nummern aus Berlin“ und das trifft es schon ziemlich genau, denn die Songs plus 3 Remixe ihres zweiten Albums hauen ganz schön auf die Zwölf. Aber das nicht allein. Auf den "Stromgitarrenrotz-Pop" treffen nämlich pointierte, rotzfreche, meist deutsche Texte. In „Im Affenhaus“ nehmen sie den heutigen Zeitgeist aufs Korn, der berechtigte Aggro-Zustände über den Zustand der Welt mit Yoga und Feldenkreis wegkuscheln will. „Machst du Frühstück?“ fängt mit Vogelzwitschern an, ist letztlich aber ein Rausschmeißer des One-Night-Stands, der nicht gehen und auch noch ein Frühstück serviert bekommen will. Das mitreißende „Smells Like Team Spirit“ beginnt mit einem Vater-Unser der anderen Art und fordert einen Reboot der Menschheit. „Total digital“ mit einem Gastauftritt von Sookee und „Klick mich durch“ beschreien die bunte Welt der Apps und Clouds, die uns so viel verspricht. Die erfrischende Energie springt über und schnell wird klar: diese Band kennt nur den Vorwärtsgang. Wer in der Nähe eines Clubs wohnt, wo die drei auftreten, und nicht hingeht, ist selber schuld.

VÖ: 12.05.2017 | Pearl Division | 12 Tracks | http://shirleyholmes.de

 
 
 
 
 
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2) MARJAN VAHDAT – „Serene Hope“

World (Iran)

Die 1976 geborene Marjan Vahdat ist vor allem durch die Projekte mit ihrer älteren Schwester Mahsa bekannt geworden. Wie sie hat sie erst Klavier gelernt, dann klassischen persischen Gesang sowie Setar, eine persische Langhalslaute, studiert. Da sie im Iran seit der Revolution 1979 als Frau nicht (vor gemischtem Publikum) öffentlich auftreten, aber reisen dürfen, sind sie bereits in Europa, USA, Australien, Nordafrika und im Nahen Osten aufgetreten. In Erik Hillestad vom norwegischen Label Kirkelig Kulturverksted haben sie einen Bruder im Geiste gefunden, der auch ihre Alben mitproduziert. Wie schon bei ihrer gemeinsamen Musik hat Marjan Vahdat auch auf ihrem zweiten Soloalbum „Serene Hope“ klassischen Gedichten und Wiegenliedern ein (neues) musikalisches Gewand gegeben, aber auch zeitgenössische PoetInnen wie Forough Farrokhzad (1935-67), eine iranische Dichterin, und Mohammed Ebrahim Jafari vertont. Die Texte handeln von Liebe, Leidenschaft und Hoffnung, „Exile“ ist z.B. allen IranerInnen im Exil gewidmet. Begleitet wird sie von einem interessanten Multikulti-Ensemble aus Palästina, der Türkei, Norwegen und dem Iran, das mit Oud, Duduk (auch als „armenische Flöte“ bekannt), Bass und Percussion eine schöne Klangkulisse erzeugt. Es lässt sich gut eintauchen in diese meist getragene Musik, in Vahdat’s schöne Stimme, die fremde Sprache, die weit weg trägt und Landschaften vor’s innere Auge zaubert.

VÖ: 28.07.2017 | Kirkelig Kulturverksted | 10 Tracks | https://de-de.facebook.com/mahsa.marjan.vahdat/

 
 
 
 
 
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3) CATHERINE MACLELLAN – „If It’s Alright With You“

Folk | Country (Kanada)

Die kanadische Singer-/Songwriterin Catherine MacLellan konnte sich mit ihrem letzten Album „Raven’s Sun“ (2014) als Songschreiberin etablieren und erzielte einen Riesenerfolg, als sie den Juno-Award erhielt, eine Art kanadischen Grammy. Nun, findet sie, ist es an der Zeit, sich mit dem Erbe ihres berühmten Vaters, des Songwriters Gene MacLellan, auseinanderzusetzen. Der hatte Welthits wie „Put Your Hand In The Hand“ und „Snowbird“ geschrieben; kein Wunder, dass sich seine Tochter erst einmal als eigenständige Künstlerin entwickeln wollte. Mit ihrem neuen Album setzt sie ihm nun ein sehr persönliches Denkmal. „Now I want to share my dad’s music and it’s also an opportunity for me to get to know him better. The more I get to know his songs, the closer I feel to him”. Catherine MacLellan hatte ihren Vater früh verloren; er erhängte sich 1995, als sie noch ein Teenie war. Doch das vorliegende ist kein dunkel-düsteres Album. Die 13 ausgewählten Songs sind nicht so weit von ihren eigenen folkigen Songs entfernt und stehen der Musikerin gut zu Gesicht. Countrylastiger sind sie, was zu MacLellan’s schöner, klarer Stimme passt. Ob der Opener „Pages Of Time“, das zuckersüße Duett mit John Connolly („The Call“) oder das großartige „Won’t Talk About Love“ mit seinen Twang-wang Gitarren und Wurlitzer & Co. – in ihren Interpretationen wird offenbar, dass sich hier zwei große KünstlerInnen virtuell begegnen.

VÖ: 30.06.2017 | True North Records | 13 Tracks | http://www.catherinemaclellan.com

 
 
 
 
 
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4) TRAILER TRASH TRACYS – “Althaea”

Dreampop (Deutschland)    

„Philippinische Karnevals-Musik, lateinamerikanische Rhythmen und japanischer Tropical Pop der 1980er“ – die Ingredienzen, die der Promo-Text des Londoner Duos Trailer Trash Tracys verspricht, machen neugierig. Tatsächlich ist das eine eigenwillige Musik, die Susanne Aztoria und Jimmy Lee nebst zwei Bandmitgliedern zusammenbrauen, schwer zu beschreiben und trotzdem sehr einnehmend. Verführerisch, verträumt, esoterisch, verschachtelt – diese Attribute fallen mir dazu ein, sie ist auf jeden Fall kunstvoll und durchdacht: “Our music has classic western pop sensibilities in terms of melody, but to offset this we play with the framework and like to push the structures, time signatures as much as possible”, sagt Lee zur Vorgehensweise. Ein wichtiges Stilmittel entsteht durch das exotische Instrumentarium, das die Band nutzt. Eine hawaiianische Lap Steel Gitarre, ein Xylosynth, Water Percussions, Marimbas und Vibraphone, halb programmiert, halb vom Percussionisten Bei Bei “Butterfly” Wang gespielt, begleiten Aztoria’s sanften Gesang. Der Soundtrack klingt irgendwie retro und zukunftsträchtig zugleich, und bei jedem Hören offenbaren sich neue Details. „Siebenkäs“ ist mit seiner warmen Basslinie ein echter Hinhörer, „Money For Moondogs“ scheint flower-powermäßig zu schweben, bei „100 Aspects Of The Moon“ sind wir endgültig im Weltraum angelangt. Für den Oktober sind vier Live-Termine in Deutschland angekündigt.

VÖ: 11.08.2017 | Double Six Records | 10 Tracks | http://trailertrashtracys.com

 
 
 
 
 

Auf MELODIVA findet Ihr weitere CD-Reviews von THERESA DOLD, MIRIAM KAUL, ROBYN BENNETT & BANG BANG, IMELDA MAY, AIRELLE BESSON u.v.m.... sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine: http://www.melodiva.de.



Wenn Ihr Tipps & Infos für den nächsten Monat habt, meldet Euch wie immer bei uns unter musik@melodiva.de!
 


Wer diesen Newsletter trotz seines überaus informativen, sorgfältig recherchierten und interessanten Gehalts in Zukunft lieber nicht mehr bekommen möchte, kann sich hier austragen.

Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas: 
Hildegard Bernasconi, Mane Stelzer und 
die Vorstandsfrauen: Lexi Rumpel und Gabi Rummel


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