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Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte!
Die Saxophonistin und Komponistin Caroline Thon bringt in ihrem 2015 mit dem RUTH preisgekrönten Ensemble EURASIANS UNITY 8 Musiker*innen aus 5 Ländern zusammen, jetzt ist ihr gleichnamiges Debütalbum erschienen. Am 25.08. sind sie auf dem Klangartfestival in Wuppertal zu erleben. Neugierig geworden? Dann habt ihr die Chance, eine von 4 CD's zu gewinnen: schreibt uns einfach eine Mail mit dem Betreff "Verlosung" und eurer Postadresse bis 20.08.2018. Wir wünschen Euch viel Glück! Und jetzt wünschen wir euch viel Spaß mit unseren CD-Tipps...
Eure Mane & Luna vom MELODIVA-Redaktionsteam
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THEMEN – AUSGABE AUGUST 2018
1) LES POULES À COLIN – „Morose“ (Folk | Jazz) 2) PHANTASTIC FERNITURE - "Phantastic Ferniture" (Garagerock | Pop) 3) EURASIANS UNITY – “Eurasians Unity” (Jazz| World) 4) SHANNON SHAW - "Shannon In Nashville” (Soul) 5) KOPFECHO – “Sehen/Hören/Fühlen” (Alternative | Rock | Punk) 6) EBONY BONES – „Nephilim“ (Avantgarde Pop)
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1) LES POULES À COLIN – „Morose“
Folk | Jazz (Kanada) Festivalfreund*innen mögen sie im Juli hierzulande schon entdeckt haben: Les Poules à Colin aus Kanada. Die fünf Musiker*innen kommen aus der Region Québec und tragen seit 2008 deren traditionelle, französischsprachige Kultur, aber auch eigene und Songs aus Louisiana und der Bretagne erfolgreich in die Welt. Drei Alben und Touren nach Europa, Australien und Afrika liegen bereits hinter ihnen, obwohl alle erst in den Zwanzigern sind. Denn Sarah Marchand, Béatrix Méthé, Éléonore Pitre und Colin und Marie Savoie-Levac haben die Band im Teeniealter nach dem Vorbild ihrer Eltern gegründet, die ebenfalls in Bands zusammen spielen. Die fünf eint die Liebe zur traditionellen Musik, die sie auf ihre ganz eigene Art spielen. Sie suchen nach eher unbekannten Songs, für ihr neues Album haben sie besonders düstere Geschichten ausgewählt (leider fehlt eine Übersetzung im Booklet). „Die Farbe der vergangenen Gefühle, die zurückkehren um uns zu verfolgen“ – so könnte die Übersetzung des Mottos lauten, das die fünf an den Anfang ihres Booklets gesetzt haben. Ihren bittersüßen Touch bekommt die Musik vor allem durch die Leadstimmen von Sarah Marchand und Béatrix Méthé, die mich ein bisschen an die US-Band Larkin Poe erinnern. Ansonsten kommt die Musik eher lebendig-fröhlich daher. Mit Mandoline, Geige, Banjo, Klavier, Gitarre, Stompbox, E-Bass und wundervollen Stimmen ausgerüstet, zaubern die fünf eine reichhaltige und magisch-schöne Folk-Musik mit Einflüssen aus Jazz und keltischer Musik, die voller Überraschungen steckt. VÖ: 17.08.2018 | Steeplejack Music | 14 Tracks | https://lespoulesacolin.com
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2) PHANTASTIC FERNITURE - "Phantastic Ferniture"
Garagerock | Pop (Australien) Der Name ist von einer australischen Möbelhauskette inspiriert, die Bandgründung war eine Schnapsidee und Zeit zum Proben und Aufnehmen hatte eigentlich auch keiner/r: das Debüt der australischen Band Phantastic Ferniture klingt so schön ungeschliffen wie die Umstände es vermuten lassen. Der Bandlegende nach gründeten die drei Freund*innen Julia Jacklin, Elizabeth Hughes und Ryan K Brennan die Band, um sich vom Stress ihrer Solokarrieren zu erholen und ein gänzlich unbekümmertes nach-Lust-und-Laune-Projekt aus dem Boden zu stampfen. "Überleg nicht zu viel" heißt das Motto, das letztlich aus der Not geboren wurde, weil alle die Band als Nebenprojekt verstehen und ständiger Zeitmangel besteht. Gepaart mit einer kindlichen Unbekümmertheit ist so unter Mitwirkung des Bassisten Tom Stephens ein herrlich-lässiges Debüt entstanden, das mich sehr an Lissie erinnert. Julia Jacklin, die als folkige Singer-/Songwriterin eher „traurige Musik“ spielte, wollte ausprobieren, wie es sich anfühlt, wenn die Leute Spaß haben und tanzen. Auch ihre Mitstreiter*innen erfanden sich neu: “Ryan never played drums in bands, Liz had never been a lead guitarist, Tom didn’t play bass and I’d never just sung before. We wanted a low level of expertise, because a lot of good music comes from people whose passion exceeds their skill”. Wie erfrischend!
VÖ: 27.07.2018 | Transgressive | 9 Tracks | www.phantasticferniture.com
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3) EURASIANS UNITY – “Eurasians Unity”
Jazz |World (Deutschland) Was als Auftragsarbeit begann, wurde zum preisgekrönten Bandprojekt. Angefangen hat alles 2014, als sich 8 Musiker*innen aus Afghanistan, Iran, Bulgarien, Aserbeidschan, Polen, Mazedonien und Deutschland zu einer fünftägigen Arbeitsphase trafen. Eingeladen hatte sie die Saxophonistin und Komponistin Caroline Thon, die fasziniert war von den "vielfältigen kulturellen Schätzen" außerhalb unserer europäischen Musiktradition, die Melodie, Rhythmus, Harmonie und Ausdruck so anders in ihrer Musik ordnen. Jede*r Musiker*in sollte 1-2 Stücke aus dem Heimatland oder davon geprägte Eigenkompositionen mitbringen, um sie im Ensemble weiterzuentwickeln und eben diese Ordnungen neu zu mischen. Das Ergebnis wurde gleich danach beim Women in Jazz Festival uraufgeführt und 2015 mit dem Worldmusik-Hauptpreis RUTH geehrt. Die Besetzung hat inzwischen gewechselt, von damals sind Veronika Todorova (acc), Bodek Janke (dr) und die Oudmusikerin Negar Bouban geblieben, hinzu kamen Tamara Lukasheva (voc) und Feruza Ochilova an der Langhalslaute sowie Salman Gambarov (p) und Alex Morsey an Tuba, Bass und Gesang. Was bei dieser Multikulti-Begegnung herauskam ist spannend, denn die Musiker*innen machen sich in den Stücken auf die Reise in ungewohnte Gefilde, wo ihre Instrumente in neuen musikalischen Kontexten erklingen. Moderner Jazz trifft auf altes Volkslied, ein rasantes Jazzstück entpuppt sich als Wiegenlied. „When you have your music arranged by somebody else or even played by somebody else, it’s like seeing yourself in a new mirror” (Feruza Ochilova).
VÖ: 22.06.2018 | Enja | 9 Tracks | http://www.eurasians-unity.com/
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4) SHANNON SHAW - "Shannon In Nashville”
Soul | Country (USA) Soulfans werden am Solo-Debüt von Shannon Shaw ihre Freude haben. Bekannt durch ihre Mitwirkung in der Band Shannon & The Clams, die seit 2009 mit ihrem Indiegarage-Punk begeistern, hat sich die Sängerin und Bassistin für ihr erstes eigenes Album mit dem Produzenten Dan Auerbach (Black Keys, Lana del Rey) zusammengetan, um in Nashville ihr Album aufzunehmen. Mitgewirkt haben zahlreiche alte „Recken“ der dortigen Musikszene, die schon mit Elvis, Aretha Franklin u.a. gespielt haben und auf zahlreichen Platten zu hören waren. Musik, die bei Shaw im Schrank stand und die sie geprägt hat! Dass sie sich als Punkmusikerin mit ihrem Do-It-Yourself-Hintergrund ohne Noten- und Akkordkenntnisse inmitten der technisch hoch versierten Musiker mächtig unwohl, ja wie ein „Fisch an Land“ fühlte, wie sie in einem Interview erzählt, hat der Produktion jedoch keinen Abbruch getan. Vielmehr hat es der Produktion Lebendigkeit und einen speziellen Charme gegeben. „Nashville meets Motown“ könnte man den dabei entstandenen Vintage-Sound beschreiben, der wie aus der Zeit gefallen erscheint. Shaw hat eine beeindruckende Stimme mit einem rauen, dunklen Timbre, wie geschaffen für den Mix aus Sixties Soul, Country & Western. Eine Prise Punk ist auch noch zu hören – wo Shaw ihren Gefühlen freien Lauf lässt. VÖ: 08.06.2018 | Easy Eye Sound | 13 Tracks | http://theshannonshaw.com/
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5) KOPFECHO – “Sehen/Hören/Fühlen”
Alternative | Rock | Punk (Deutschland)
Vor allem das Fühlen steht im Zentrum der neuen Platte von Kopfecho, die jetzt mit drei neuen Songs auf Vinyl erscheint. Da ist zum Beispiel eine gewisse Aufbruchsstimmung wie im Song „Neue Wege“, der Mut macht, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Auch „Lass los“ vermittelt ein positives Gefühl und Textpassagen wie „alles ist möglich“ und „wir feiern einen Neustart“ stimmen die Zuhörer optimistisch. Genau wie in „Jetzt ist Schluss“, in dem das befreiende Ende einer toxisch-komplizierten Beziehung beschrieben wird. Doch „Sehen/Hören/Fühlen“ beinhaltet auch gesellschaftskritische Songs. „Nicht akzeptieren“ handelt von Hass und Rassismus und „Gassen der Stadt“ thematisiert den Ausschluss Obdachloser aus der Gesellschaft. Eindrucksvoll vorgetragen werden die Texte von Frontfrau Amy, ihre Stimme ist mal klar und kraftvoll, dann wieder zart und samtig wie in der Ballade „Rosenblätter welken“. Kopfecho besteht ganz klassisch aus Gesang, zwei Gitarren, Schlagzeug und Bass, hat aber trotz der festen Zuordnung in ein Genre einen ganz persönlichen und unverkennbaren Stil entwickelt. Meist laut, rockig und mit bodenständigen Texten, aber teilweise auch leise und zurückgenommen. Neben den selbst geschriebenen Songs hat sich die Band einen Wunsch erfüllt und veröffentlicht auf der neuen Vinyl ein Cover des zuvor 1995 erschienenen Songs „Quadrat im Kreis“ der Punkrockband Wizo. Das Besondere an Kopfecho ist, dass jede*r sich mit den Texten identifizieren kann, sie nicht nur zum Nachdenken anregen, sondern auch zum Mitsingen und Tanzen. Und der Bandname verweist ja schon darauf, dass die Musik im Kopf bleiben soll: sei es als Ohrwurm oder als Thema, über das man sich Gedanken machen kann. VÖ: 10.08.2018 | MD Records NRW | 14 Tracks | https://kopfecho.com/
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6) EBONY BONES – „Nephilim“
Avantgarde Pop (USA) Die 35jährige afroamerikanische Künstlerin Ebony Bones bringt auf ihrem neusten Album klassische Musik mit elektronischen Club-Beats zusammen und beweist damit, dass klassische Musik nicht nur „für, über und von weißen Männern gemacht" wird. Mit der orchestralen Wucht des Beijing Philharmonic Orchestras verpasst sie ihrer CD einen bedrohlich-unheilvollen Unterton, der zu ihren „Messages“ passt. Der Titel weist den Weg: die „Nephilim“ waren in der altisraelischen Mythologie riesenhafte, bösartige Mischwesen, gezeugt von göttlichen Wesen und Menschenfrauen. Deren „Wiedergänger“ haben laut Bones Rassismus und Fremdenhass wieder hoffähig gemacht (guess who?). Im starken „No Black In The Union Jack” ist z.B. eine 50 Jahre alte, rassistische Rede des rechtskonservativen Politikers Enoch Powell zu hören, bei der sich einem die Haare sträuben. Bones zufolge haben dieselben Vorstellungen letztlich zum Brexit geführt. In „This Used To Be A Lovely Country“ ist die aufgebrachte Stimme einer Frau zu hören, die sich über die „Dschungel-Musik“ der Schwarzen aufregt. Das Cover von „Police & Thieves“ wird bei Bones zu einem von Kindern gesungenen Kommentar auf die aktuelle Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA. „Kids of Coltan“ erzählt von Kinderarbeitern im Kongo, die für die Herstellung unserer Smartphones versklavt werden. „Oh Leopold“ befasst sich mit der britischen Kolonialgeschichte. Keine Frage: Bones, die sich als Producerin in der männlich dominierten Szene einen Namen gemacht hat, präsentiert auf ihrem neuen Album keine leichte Kost und unbequeme Wahrheiten. Aber damit nicht genug: das Album ist auch ein starkes Plädoyer für eine nötige Auseinandersetzung mit anderen Meinungen. VÖ: 20.07.2018 | 1984 Records | 11 Tracks | https://www.iamebonybones.com/
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Auf MELODIVA findet Ihr weitere CD-Reviews von STEPHANIE LOTTERMOSER, DIE TÜDELBAND, MAHSA VAHDAT & COSKUN KARADEMIR, KARI BREMNES, SALOMEA, PAINTED ON SILENT BLUE, CURLY STRINGS, SALIMA DRIDER sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine: http://www.melodiva.de.
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Wer diesen Newsletter trotz seines überaus informativen, sorgfältig recherchierten und interessanten Gehalts in Zukunft lieber nicht mehr bekommen möchte, kann sich hier austragen. Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas:
Hildegard Bernasconi, Mane Stelzer, Susanne Peusquens und
die Vorstandsfrauen: Katrin Zurborg und Uta Wagner.
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IMPRESSUM: FRAUEN MUSIK BÜRO,
ein Projekt des Trägervereins: Frauen machen Musik e.V.,
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