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Liebe Melodiven, Freund*innen & Musikinteressierte,

einige Stunden Musikgenuss liegen hinter uns und wir sind mal wieder begeistert: Musik kann auf soooo viele Weisen wirken! Sie kann schützen wie ein Talisman. Sie kann Menschen eine Stimme verleihen, die keine haben. Sie kann ganze Generationen verbinden und empowern und ist immer ein Spiegel unserer Zeit. Und sie kann anklagen wie die gerade eben veröffentlichte Single & Video „Boots on the Ground“, bei der sich Massive Attack mit Tom Waits verbündet haben. Das Video „porträtiert eine bedeutsame amerikanische Epoche, die noch keinen Namen hat, und entstand im Nachgang der größten öffentlichen Proteste in der Geschichte der USA – deren Schwerpunkt auf dem Widerstand gegen ICE-Razzien, der Militarisierung der inneren Sicherheitskräfte und dem staatlichen Autoritarismus lag“.  

Leise Zuversicht in lauten Zeiten verströmt das neue Album "Poesie & Widerstand" (s.#1) von SARAH LESCH, das poetische Intimität mit politischer Klarheit verbindet (VÖ: 17.04.). Weil wir es so großartig finden, wollen wir es euch nicht vorenthalten und verlosen ein Exemplar unter allen, die uns bis 19.04.2026 per Mail eine Antwort auf folgende Quizfrage senden: „Wie heißt die Künstlerin, die in ihrem neuen Album ein Gedicht von Selma Meerbaum vertont?“

Und jetzt wünschen wir euch viel Spaß mit der neuen Musik,

eure Mane & Clara

 
 
 
 
 
THEMEN-AUSGABE APRIL 2026

1) SARAH LESCH – „Poesie & Widerstand“
(Singer-/Songwriter | Folk)
2) 
ANJA OM PLUS – „Tiny Little Boat“
(A Cappella | Pop)
3
STEPHANIE WAGNER & NORBERT DÖMLING FLUTE ’N’ BASS - „Elektrolyte"
(Jazz)
4) REMOTE BONDAGE - “GOOD GIRL“

(Indie-Rock | Pop | Punk)
5) JOHANNA BORCHERT & MILES PERKIN - „The Match“
(Jazz)
6) MARIANA SADOVSKA & VESNA – „Живи! You should live!“
(World | Folk)

 
 
 
 
 
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1) SARAH LESCH – „Poesie & Widerstand“

Singer-/Songwriter | Folk (Deutschland)

Sarah Lesch gehört zu den bekanntesten Stimmen der deutschsprachigen Liedermacherszene. Sie tourt seit über 10 Jahren durch die Lande und überzeugt Kritiker*innen und Publikum mit ihrem Stil, der poetische Intimität mit politischer Klarheit verbindet. Ihr neues Album tut genau das: es ist lauter Einspruch und leiser Trost zugleich. Das Album startet mit einem Plädoyer für Zivilcourage, Zusammenhalt und Haltung in krisenhaften Zeiten und dem Appell, sich keine Angst machen zu lassen, sondern in der Liebe zu bleiben („Plädoyer“). Im countryesken Liebeslied „Zwei von Liebe“ geht es um die falsche Liebe, die sich leider immer ziemlich richtig anfühlt. Bei „Anna-Lisa“ nimmt sie die heutige Gesellschaft aufs Korn, in der alle nur nach Selbstoptimierung streben und keine*r mehr auf sein Herz hört und die eigenen Träume verfolgt. Und da sind bittersüße Songs voller Traurigkeit über verpasstes Leben („Verschlafene Trauer“), aber auch Trost mit dem liebevollen Blick auf sich selbst, wenn mal keine Zuversicht übrig ist und man erst Kraft für den Widerstand sammeln muss („Heute“). Es sind eher leise Lieder, mit filigranem Gitarrenklängen, feinem Bassspiel und dezenten Drums begleitet, die aber umso eindringlicher wirken. Video

VÖ: 17.04.2026 | Listenrecords | 9 Tracks |  Shop | Infos

 
 
 
 
 
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2) ANJA OM PLUS – „Tiny Little Boat“

A Cappella | Pop  (Österreich)

Das Debütalbum "Egocentric Vision" der Wiener Musikerin Anja Obermayer aka Anja Om (voc, p, g, Floor Tom) entstand in der Pandemie und bestand zu „99% Prozent aus chorischen Stimmen“, die sie zuhause aufgenommen hatte. 2024 war es in allen Kategorien des Österreichischen Jazzpreises nominiert. „Danach war klar, ich muss die nun live auf die Bühne bringen. Dafür habe ich ein paar meiner liebsten Sänger*innen aus Österreich zusammengetrommelt und obendrauf einen Chor aus Graz engagiert", sagt Obermayer. Aus Anja Om wurde so der Anja Om Plus Chor. Jüngst hat sie mit Lucia Leena (voc), Ursula Reicher (voc, p, Floor tom), Mira Perusich (voc, Floor Tom), Veronika Sterrer (voc, Synth Bass) und Ricarda Oberneder (voc) das neue Album „Tiny Little Boat“ aufgenommen. Die Band ist eine Art Supergroup, denn alle sind selbst Solokünstlerinnen oder Frontfrauen in anderen Bands. Der kraftvolle Opener „Last Apology“ weist den Weg: ihr „Vocal Chamber Pop“ ist meisterlich arrangiert. Den Untiefen der Liebe, in denen man sich zwischen Hingabe und Selbstbehauptung ausbalancieren muss und manchmal den inneren Kompass verliert, begegnen die sechs Musikerinnen mit kollektiver Stimmpower, „hoffnungsvoller Stärke und kühner Entschlossenheit“. An diesem kleinen Boot werden nicht nur A Cappella-Fans und feministisch Bewegte eine Freude haben. Video

VÖ: 13.3.2026 | Selftape Records | 10 Tracks | Infos

 
 
 
 
 
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3) STEPHANIE WAGNER & NORBERT DÖMLING FLUTE ’N’ BASS - „Elektrolyte"

Jazz (Deutschland)

Flute’n’Bass goes Electric! Die Querflötistin Stephanie Wagner und der Bassist Norbert Dömling nehmen jede Herausforderung an. Dass sie ohne Harmonie- und Rhythmusinstrumente auskommen und man diese nicht vermisst, ist seit ihrem Debüt „Traces“ (2023) klar – jetzt erweitert das Duo seine Möglichkeiten mit einem elektrifizierten Instrumentarium. C-, Alt- und Bass-Flöte treffen auf E-Bass und 6-string fretless Bass und beide Musiker*innen arbeiten mit Effekten und Live-Looping. Alles entsteht im Moment, jedes Stück wird zum Unikat. Mit Beatboxing und der Vielzahl von Spieltechniken, die die beiden lässig aus dem Hut zaubern, lässt sich da schon eine Menge anstellen. Solostimmen sind im Spotlight, dann treten sie in den Hintergrund und werden zur Begleitung, machen Platz für Neues, virtuose Duette wechseln sich mit freien Improvisationscollagen ab. Ihre Musik entführt uns in zauberhafte Klanglandschaften wie die Wälder und Lüfte, in denen Vögel zuhause sind („Birdlife“) oder die eigentümliche Stimmung auf dem Mars, daneben gibt es jede Menge groovige Improvisationen („Subsonic“, „Groove Jam Loop“, „Loop Pool“). Video

VÖ: 15.4.2026 | JazzHausMusik | 10 Tracks | Shop | Infos

 
 
 
 
 
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4) REMOTE BONDAGE - “GOOD GIRL“

Indie-Rock | Pop | Punk (Deutschland)

Mit „GOOD GIRL“ veröffentlicht die Band REMOTE BONDAGE aus Berlin ihr Debütalbum, das sowohl genretechnisch als auch thematisch angenehm abwechslungsreich ist. Das Album fühlt sich ein bisschen an wie die Zwanziger: irgendwo zwischen dem Gefühl, ständig hinterherzuhängen, feministischen Statements, nostalgischen Kindheitserinnerungen, Gammelhandtüchern im WG-Bad und all dem Chaos, das in der Welt um uns herum passiert. In den Lyrics kann sich vermutlich jede*r wiederfinden. Gleich der Opener „GOOD GIRL (go to hell)” zeigt klare Haltung: er bricht mit „weiblichen“ Verhaltensregeln und fordert dazu auf, laut zu sein und endlich Raum einzunehmen. In “Ode an die Periode” besingen sie das monatliche (Nicht-)Lieblingsereignis aller Menschen mit Uterus – humorvoll, unverblümt und mit überraschenden Opernelementen. Mit „So kann’s nicht bleiben“ wird der Ton ernster, wenn die Band die unterschwellig lauernde Grausamkeit des aktuellen Weltgeschehens aufgreift. Ein besonderes Highlight ist das Feature mit der Punkband NIKRA. Gemeinsam stellen sie sich die Frage: „Wer hat gesagt, es kann nur eine geben?“ (Madonna vs. Britney) und kritisieren die ständige Vergleichskultur, der Frauen in der Öffentlichkeit ausgesetzt sind. REMOTE BONDAGE verpacken diese Themen in einem sehr gelungenen Debüt voller Humor, Liebe, Wut und Gesellschaftskritik, das ehrlich und empowernd wirkt. Video

VÖ: 10.4.2026 | Munich Warehouse | 11 Tracks | Shop | Infos

 
 
 
 
 
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5) JOHANNA BORCHERT & MILES PERKIN - „The Match“

Jazz (Deutschland)

Die Pianistin Johanna Borchert und der kanadische Bassist Miles Perkin machen auf „The Match“ erstmals gemeinsame Sache. Obschon sie sich vor vielen Jahren kennenlernten und von ihrer beider künstlerischen Arbeit fasziniert waren, ergab es sich erst 2020, dass sie sich regelmäßig mehrmals im Jahr treffen konnten, um zu improvisieren und an neuen Stücken zu arbeiten. Während ihre Herangehensweise an das Songwriting unterschiedlich ist, versuchen beide, ihr Klangvokabular mit Präparierungen, Effekten und erweiterten Techniken auszubauen. An den 9 Stücken feilten sie beim Recording so lange, bis die Energie ihrer Livekonzerte eingefangen war. Thematisch behandeln sie das Mysterium des Lebens, sorgfältig verborgene Gefühle und Wahrheiten, Hoffnung, Machtlosigkeit, den Verlust der Liebe und das Festhalten an dem, was wichtig ist. Es ist eine eher selbstvergessene Stimmung, in der sich die beiden Zeit lassen, um ihre spannungsreichen Klanglandschaften zu malen: da ist ein Feuer am Rande eines Abgrunds, das das Überleben sichert; eine Zufluchtsuche unter Wasser, die lebensgefährlich werden kann; Untiefen, in die man sich in einer schwierigen Liebesbeziehung begibt, ohne zu wissen, ob man ein rettendes Ufer erreicht. Ihre Gesangsstimmen harmonieren perfekt, bilden einen schön-hellen Kontrast in dieser immer ein wenig unheilvoll wirkenden Musik. Video

VÖ: 27.03.2026 | enja | 9 Tracks | Shop | Infos

 
 
 
 
 
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6) MARIANA SADOVSKA & VESNA – „Живи! You should live!“

World | Folk (Deutschland/Ukraine)

Das neue Album der ukrainischen Musikerin, Komponistin und Schauspielerin Mariana Sadovska und ihrer Band Vesna ist keine leichte Kost. Sie hatte sich bereits seit vielen Jahren künstlerisch mit Krieg und Vertreibung auseinandergesetzt, als mitten im Entstehungsprozess ihres neuen Albums die russische Invasion in die Ukraine begann. Sadovska wurde fortan zur Aktivistin und sammelte mit ihrer Aktion „Make Art Not War“ Spenden. Inmitten dieser erschöpfenden Zeit fand sie Kraft in einem Gedicht der ukrainischen Dichterin Olena Teliha, die von den Nazis ermordet worden war. Darin heißt es „Geh weiter! Halte durch! Vertraue darauf, dass noch etwas wirklich Schönes auf dich wartet! DU SOLLST LEBEN!“. Wie ein Talisman sei das gewesen, schreibt sie im Booklet. In ihrem neuen Album setzt sie sich nun collagenartig damit auseinander, wie aus Krieg und Gewalt Resilienz und Heilung entstehen kann. Im ersten Stück „Gilu“ fühlen wir uns in eine atemlose Flucht ums Überleben versetzt. Darin verwebt sie ein Gedicht der jungen Jüdin Selma Meerbaum, die im KZ starb, mit dem Gedicht einer Freundin, die 2023 im russischen Angriffskrieg getötet wurde. Auch in „Father, 319“ erzählt sie mit monotoner Stimme von der Grausamkeit russischer Soldaten. Neben diesen düsteren Stücken gibt es aber auch lichtere, von ukrainischen Traditionals oder Poesie inspirierte wie das berührende Liebeslied „Holuby". „You should live!“ ist ein Mahnmal, das uns daran erinnert, dass das Unaussprechliche auch uns passieren kann – wenn wir nicht handeln. Video

VÖ: 17.4.2026 | CPL-Music | 9 Tracks | Infos

 
 
 
 
 

Auf MELODIVA findet Ihr weitere neue CD-Reviews sowie Infos, Reports und Konzert- und Workshoptermine.



Wenn Ihr Tipps & Infos für den nächsten Monat habt, meldet Euch wie immer bei uns unter musik@melodiva.de!
 


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Viel Spaß beim Lesen wünschen Euch Eure Melodivas: 
Verena Höfle, Belqis Schuber, Hildegard Bernasconi & Mane Stelzer und 
die Vorstandsfrauen: Nina Hacker und Katrin Zurborg.


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